40 Jahre Kreismusikschule in Erding Stimme der bayerischen Heimat

Die Kreismusikschule Erding feiert Geburtstag. Vor 40 Jahren haben 150 Kinder und Jugendliche die Musikschule besucht, heute sind es mehr als 2000 junge Musikschüler. Eine Erfolgsgeschichte die nicht immer ganz einfach war.

Von Philipp Schmitt

Mit einem Festakt im Konzertsaal hat die Kreismusikschule (KMS) Erding am Mittwochabend ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert: "In Erding ist eine der modernsten und größten Musikschulen in Bayern entstanden, Respekt für diese Leistung, darauf kann Erding stolz sein", sagte der Leiter der Staatskanzlei Marcel Huber. Die KMS sei mit 40 Jahren genauso alt und im musikalischen Sektor ebenso schlagkräftig wie Box-Weltmeister Vitali Klitschko im Ring.

Das Orchester der Kreismusikschule unter der Leitung von Veronika Marschall ist auf verschiedenen Konzertreisen in der ganzen Welt unterwegs.

(Foto: Peter Bauersachs)

Huber wies darauf hin, dass die Musikschule ohne das Engagement engagierter Förderer wie "Power-Mentor" Hans Zehetmair nicht so erfolgreich geworden wäre: "Ich gratuliere im Namen der Staatsregierung zu den auf vielfältige Weise erzielten regionalen und überregionalen Erfolgen. Bei Konzertreisen ins Ausland ist die Musikschule als Stimme der bayerischen Heimat aufgetreten und hat durch Musik Brücken gebaut."

Die KMS sei ein gutes Beispiel dafür, dass Musikschulen Gold wert seien, "weil durch die musische Erziehung Kreativität, Phantasie, Freude ohne nüchternen Drill gefördert wird". Der frühere bayerische Kultusminister und Erdinger Landrat Hans Zehetmair erinnerte an die Anfänge der KMS: "Es war nicht einfach. Viele Hindernisse mussten überwunden werden, sogar innerhalb der CSU gab es Widerstände."

Erste Bestrebungen zur Gründung der Musikschule gab es 1968, auf Initiative Zehetmairs wurde 1969 die Realisierung beantragt, 1971 sagte die Stadt Finanzierungshilfe zu. Ein Münchner Musiklehrer "aus der Giesinger Gegend" sei ihm damals vom Freisinger Domkapellmeister als Schulleiter empfohlen worden. So wurde Reinhard Loechle Chef der Musikschule, die 1971 mit vier Lehrern und 150 Schülern startete und sich als Erfolgsmodell mit "explosionsartig steigenden Schülerzahlen" etablierte. "Wir können stolz auf eine der besten Musikschulen in Bayern sein", sagte Zehetmair, der als Staatsminister 17 Jahre lang für Musikschulen in Bayern verantwortlich war und jahrelang als Vorsitzender der KMS fungierte.

In der Ära des Alt-Landrats Xaver Bauer wurde über eine Sonderfinanzierung der KMS-Neubau auf den Weg gebracht. Der Spatenstich erfolgte 1993 und der Umzug 1995. Damit wurde die Erdinger Musikschule zum Vorbild für viele der 213 Musikschulen in Bayern. Schon Platon habe gesagt, dass die Erziehung zur Musik von höchster Wichtigkeit sei, sagte Landrat Martin Bayerstorfer. "40 Jahre Kreismusikschule ist ein Jubiläum, auf das wir stolz sein können." Er ist heute KMS-Vorsitzender und erinnerte daran, dass die Anfangsjahre nicht einfach gewesen seien.

Mehrere Umzüge wegen Platznot

1972 erhielt die in Geldnot geratene Schule finanzielle Hilfe durch den Landkreis, weil einige Gemeinden die Zuschussanträge ablehnten. Zur Lösung organisatorischer Probleme zog die rasch wachsende KMS (1973 wurden 500 Schüler unterrichtet) in Räume im ehemaligen Heilig-Geist-Spital, es folgte der Umzug in das alte E-Werk. 1981 mussten bereits 1400 Schüler betreut werden, aus Platznot war 1985 der Umzug in die renovierte Altenerdinger Schule nötig. Viele Aktivitäten, Konzerte und Reisen des heute von Veronika Marschall geleiteten KMS-Orchesters nach Bastia auf Korsika wurden organisiert.

1994 fand die Gründungsversammlung des Vereins Kreismusikschule Erding statt, Xaver Bauer wurde zum Vorsitzenden und Hermann Simmerl zum Stellvertreter gewählt und die Finanzierung neu organisiert. Zwei Drittel der Kosten übernimmt seitdem der Landkreis, ein Drittel zahlen die Gemeinden. Seit 1995 ist die KMS ein eigenständiger Verein. Die mehr als 2000 Musikschüler sehnten den Umzug in den Neubau herbei, der am 9. Januar 1995 erfolgte.

Um wohnortnahen Unterricht zu bieten ist die KMS inzwischen in allen 26 Landkreisgemeinden präsent. Musikschulleiter Loechle bedankte sich bei Stellvertreter Bernd Scheumaier und allen Mitarbeitern für die gute Teamarbeit, das angenehme Betriebsklima und den Teamgeist: "Wir haben gemeinsam wichtige Ziele erreicht." An der KMS werde "vorbildliche musikpädagogische Arbeit" geleistet, sagte Bayerstorfer, der auch Präsident des Verbands Bayerischer Sing- und Musikschulen ist.