Infrastruktur im Landkreis Es wird ernst

Immer was los: Moosinning (links das Rathaus) wartet schon seit Jahren auf eine Ortsumgehung.

(Foto: Renate Schmidt)

Andreas Lenz will vier Erdinger B 388-Umfahrungen im neuen Bundesverkehrswegeplan sehen

Von Mathias Weber, Erding

Im Herbst soll es soweit sein: Dann wird es wohl einen ersten Entwurf für einen neuen Bundesverkehrswegeplan geben, in dem sich dann auch einige Projekte wider finden werden, die vom Freistaat Bayern für den Plan angemeldet wurden - einige davon im Landkreis Erding. Viele der Erdinger Kommunen machen sich daher Hoffnungen, mit ihren Infrastrukturprojekten in den so genannten vordringlichen Bedarf aufgenommen zu werden; nur diese Projekte haben nämlich eine realistische Chance, in absehbarer Zeit auch gebaut zu werden.

Im Vorfeld der Entscheidungen äußert sich jetzt der Erdinger Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz (CSU). Er fordert, dass die Ortsumfahrungen entlang der B 388, die den Landkreis von Westen nach Osten durchquert, in den vordringlichen Bedarf aufgenommen werden sollen: Im Speziellen sind dies die Umfahrungen von Moosinning, Erding, Grünbach und Taufkirchen. Lenz schreibt in einer Pressemitteilung, er habe sich mit einem Schreiben an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gewandt und sich für die Aufnahme der Umfahrungsprojekte in den vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans eingesetzt.

Die vier Ortsumfahrungen, so schreibt Lenz, seien " angesichts des zunehmenden regionalen und überregionalen Durchgangsverkehrs dringend erforderlich." Alle Vorhaben würden zu einer deutlichen Entlastung von den Auswirkungen des Personen- und Schwerlastverkehrs führen. Allerdings: Für die jeweilige Einstufung sei auch entscheidend, wie weit die Raumordnungsplanung vorangeschritten ist, so Lenz.

Recht weit ist man zum Beispiel in Taufkirchen: Dort läuft schon das Planfeststellungsverfahren für die Ortsumfahrung. Allerdings geht es nicht so schnell voran, wie Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) sich das wünscht: Er sagte noch vergangenen Mai, dass, würde ein Planfeststellungsbeschluss nicht bald erfolgen, die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan nicht mehr machbar sei. Lenz zufolge stehe das Planfeststellungsverfahren kurz vor dem Abschluss.

Auch in den anderen Kommunen liegen die Pläne für Umgehungen schon in den Schubladen. Moosinning und sein Ortsteil Eichenried wünschen sich schon seit Jahren eine Umgehung: Dort wurde nach einem Gemeinderatsbeschluss im Jahr 2009 schon ein Korridor ausgewiesen, die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsstudie in Auftrag gegeben, außerdem wurden schon Grundstücksverhandlungen durchgeführt. Lenz schreibt, würde die Umgehung gebaut, durch die Kommune würden statt 15 000 Autos täglich nur noch 4000 fahren.

Die B 388 besitze als Verkehrsachse überregionale Bedeutung, so Lenz. Sie verbindet die Metropolregion München mit Passau. Im Landesentwicklungsprogramm Bayern sei vorgesehen, die Bundesstraße als leistungsfähige überregionale Trasse, "möglichst ohne Ortsdurchfahrten und mit höhenfreien Knotenpunkten", auszubauen. Lenz schreibt, insbesondere die außerordentliche Entwicklung der Region spräche für die Notwendigkeit der Umfahrungsprojekte. "Der Landkreis Erding ist von Betrieb und Wachstum des Flughafens und des daraus resultierenden Verkehrswachstums besonders stark beeinflusst." Bislang stehe jedoch dieser außergewöhnlichen und bayernweit einmaligen Entwicklung kein entsprechender Ausbau der Verkehrsinfrastruktur gegenüber.

Nicht nur Moosinning, Erding, Taufkirchen und Grünbach warten gespannt auf den neuen Bundesverkehrswegeplan, der die kommenden 15 Jahre lang Geltung haben wird. Auch andere Verkehrsprojekte im Landkreis stehen und fallen mit ihm: Zum Beispiel die Bahnlinie München-Mühldorf, deren Ausbau geplant ist. Auch der Bau der A 94 von Pastetten über Dorfen nach Heldenstein ist im Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Und schließlich wird es bei einem höchst umstrittenen Infrastrukturprojekt spannend: Der B 15 neu. Zwei Straßenführungen sind angemeldet, der Ausbau der Bestandstrasse oder eine ganz neue Trasse durch den Landkreis Mühldorf. Die Experten im Berliner Verkehrsministerium werden sich derzeit Gedanken machen, welche Trasse gebaut werden könnte.