Hygienekontrollen Verhältnismäßig appetitlich

Die Bäcker machen alles richtig - fast: Bei 23 untersuchten Betrieben gab es drei Verstöße.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Erdinger Bäckereien und Metzgereien sind hygienischer als viele bayerische Betriebe. Die Kontrollen im vergangenen Jahr ergaben "keine gesundheitsgefährdenden Mängel"

Von Thomas Jordan, Erding

Das Gesundheitsamt Erding stellt den Bäckern und Metzgern im Landkreis ein ordentliches Zeugnis aus. Die Hygienekontrolleure besuchten im vergangenen Jahr insgesamt 57 produzierende Betriebe und stellten dabei "keine gesundheitsgefährdenden Mängel" fest. Das sagte die Pressesprecherin des Landratsamtes Erding, Claudia Fiebrandt-Kirmeyer der SZ. Kontrolliert wurden allerdings nur jene Betriebe, die ihre Produkte auch tatsächlich im Landkreis Erding herstellen. Großbäckereien wie Müller, die in der Vergangenheit durch gravierende Hygienemängel aufgefallen waren, wurden dabei nicht erfasst.

Die Ergebnisse im Landkreis Erding sind besonders aussagekräftig vor dem Hintergrund einer kürzlich veröffentlichten "Wiederholungstäter"-Studie des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Dabei wurden in den Jahren 2016 und 2017 dreißig Betriebe in ganz Bayern erneut untersucht, die bereits in der Vergangenheit mit schlimmen Mängeln aufgefallen waren. Der Befund war erschütternd: Erneut waren bei der Hälfte der Betriebe "mittelgradige" oder "gravierende" Mängel festgestellt worden. Dazu zählten lose Glassplitter, lebende Käfer und Schwarzschimmel an den Wänden.

Dennoch sind auch die Bäcker und Metzger im Landkreis Erding im vergangenen Jahr keineswegs ohne Beanstandungen aus den Hygienekontrollen hervorgegangen. Dabei schnitten die Metzger deutlich schlechter ab als die Bäcker. Von den untersuchten 34 fleischverarbeitenden Betrieben im Landkreis stellten die Prüfer in neun Fällen sogenannte Wiederholungsverstöße fest. Hinter diesem Begriff können sich ganz unterschiedliche Befunde verbergen. Das Spektrum reicht im Landkreis Erding von wiederholt von den Kontrolleuren beanstandeten verschmutzten Arbeitsplätzen und Arbeitsgegenständen bis zum tropfenden Wasserhahn, wie Fiebrandt-Kirmeyer sagte. Meistens habe es sich bei den Verstößen im vergangenen Jahr aber um bauliche Mängel in den Produktionsbetrieben gehandelt, betont die Pressesprecherin des Landratsamtes. Etwa "gesprungene Fliesen oder Lampen ohne ausreichenden Splitterschutz". Und manchmal war auch einfach nur Schludrigkeit der Grund für den Verstoß. So verbirgt sich hinter dem Befund Lagerräume mit betriebsfremden Gegenständen, "dass die einfach den Sonnenschirm reinschmeißen", sagt Fiebrandt-Kirmeyer. An einem Ort, an dem zeitgleich Fleisch oder Backwaren gelagert werden.

Die Kollegen aus dem Brot-Gewerbe scheinen zumindest im Landkreis Erding nach den Ekel-Skandalen bei Großbäckereien in den vergangenen Jahren sehr auf Sauberkeit bedacht zu sein. Die Hygiene-Bilanz der Erdinger Bäcker war jedenfalls im vergangen Jahr fast makellos. Von 23 untersuchten Bäckereien gab es gerade einmal in drei Fällen Wiederholungsverstöße zu beklagen.