Alles nur Spaß? Von wegen! Dass die Hitler-Plakate im oberbayerischen Taufkirchen bei Erding vom Titanic-Titelbild stammen, kümmert die Polizei wenig. Die Beamten suchen weiter nach dem Täter. Die Satirezeitschrift freut sich über die rege Beteiligung an der Suche nach dem "mutmaßlichen Nazi-Hintermann Adolf H.".
Plötzlich hing das Gesicht von Adolf Hitler an einem Dönerstand im oberbayerischen Taufkirchen an der Vils. Der Besitzer staunte nicht schlecht, denn unter dem Porträt stand: "Der Verfassungsschutz bittet um Mithilfe: Wer kennt diesen Mann?" Auch an einer KiK-Filiale und einer Niederlassung der Drogeriekette Rossmann waren solche Plakate angebracht. Fünf hat die Polizei inzwischen sichergestellt.
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Dieses Titanic-Cover lieferte die Vorlage zu den Plakaten, die in Taufkirchen bei Erding aufgehängt wurden. (© Titanic, screenshot)
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Das Bild, so viel steht inzwischen fest, stammt nicht aus einer rechten Hetzschrift - sondern von der aktuellen Ausgabe der rechtem Gedankengut unverdächtigen Satire-Zeitschrift Titanic. Als die SZ das Polizeipräsidium Oberbayern Nord in Ingolstadt darüber informierte, waren die Beamten baff. War es am Ende gar ein Witzbold, der die Hitler-Plakate aufgehängt hat?
Die Polizei lässt sich davon nicht beeindrucken. Die Ermittlungen laufen in jedem Fall weiter, man werde zunächst die Plakate auf Fingerabdrücke untersuchen, hieß es von der Erdinger Kriminalpolizei. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord sagte, es handele sich um eine ganz normale Anzeige. Weil auf den Plakaten "Kennzeichen von verfassungswidrigen Organisationen" verwendet wurden, erfülle das den Straftatbestand. Die ganze Sache sei "überhaupt nicht spaßig". Nach dem Täter werde weiterhin gesucht.
Weniger ernst sieht die Satire-Zeitschrift den Fall. "Wir von Titanic haben mit dieser Verbreitung unseres Titels selbst nichts zu tun, begrüßen es aber, dass sich auch unsere Leser an der Suche des Verfassungsschutzes nach dem mutmaßlichen Nazi-Hintermann Adolf H. beteiligen", sagte Chefredakteur Leo Fischer zum Branchendienst Meedia.
"Wer hat die Burschen beobachtet?"
Die Verwendung von Nazisymbolen sei dann nicht strafbar, "wenn die inhaltliche Aussage sich gegen den Nationalsozialismus wendet oder was völlig anderes bezweckt als rechte Werbung", heißt es im grimmepreisgekürten Lawblog. Angesichts der Debatte um die deutschen Sicherheitsdienste dürfte sich der Tatverdacht relativ schnell in Luft auflösen.
Auch die Bild-Zeitung hat sich in ihrer Mittwochsausgabe des Falls angenommen. "Wer hat die Burschen beobachtet?", fragt das Blatt und veröffentlichte ebenfalls eine Telefonnummer der Erdinger Polizei. Dort hat sich jedoch bislang kein Zeuge gemeldet.
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(sueddeutsche.de/bica)
Kanzlerin Merkel und die Macht
DANKE TITANIC!!!IHR SEID SUPER!
Wie hat der seelige Streibl seinerzeit schon gesagt: das ist die "bayrische Art". Nicht das sich durch so ein Satire-Plakat eine ähnliche Zelle wie in Zwickau bildet. In Bayern nicht, da sind die Straßen sauber.
Das wichtigste ist jetzt, die Schwerkriminellen schnellstmöglichst zu erwischen, die sich diesen rechten Frevel (oder war es doch eher linker Staatsterroismus, würde besser ins Ermittlungsbild passen) erlaubt haben. Da müssen jetzt alle Ermittlungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden, um die zu erwischen.
Müssen ja mindestens zwei gewesen sein (einer hält, der andere klebt) und hatten bestimmt ihre neuen iPhones dabei. Da könnte man doch... genau, eine Funkzellenüberprüfung. Dumm bloß, da braucht es eine richterliche... ach was das geht auch so..
Oder ein Profiler vom LKA.... dann hätten wir die Kerle im Handumdrehen... oder war doch eine Frau dabei..... keiner lange blonde Haare an den Tatorten gefunden?
Was für ein Fest für Priol und Co.
wenn der üble Hetzer aus der rechtsradikalen Szene mit Fingerabdrücken nicht zu ermitteln ist, könnt ihr es ja immer noch mit einer grafischen Analyse der beschlagnahmten 5 "Plakate" im DIN A4 Format probieren.
Bekanntlich hinterlässt ja jeder Fotokopierer, jeder Scanner und Drucker sowas wie einen charakteristischen "Fingerabdruck" auf dem Druckwerk.
So viele bekannte Neonazis wird es in Taufkirchen ja auch nicht geben, dass ihr mit ein paar Hausdurchsuchungen, Beschlagnahme aller Fotokopierer, Scanner und Drucker sowie nachfolgender forensischer Analyse den Pösewicht nicht umgehend findet.
Mir samer ja in Bayern und da wird sich ja wohl noch ein Richter finden, der das alles absegnet!
Wie hats der Beckstein im Münchner Merkur doch so schön erklärt: "Wir gingen weiter als der Rechtsstaat erlaubt". Oiso - machts weiter, nur net nachlassen!
Aber Obacht Kripo! Wenn jetzt im Gefolge der ganzen Berichterstattung plötzlich irgendwo richtige Plakate im Format DIN A2 auftauchen: nix unternehmen, weil die verkauft die Titanic jetzt für 5€ das Stück auf ihrer Webseite. Die Titanic darf das, die haben eine Lizenz von der Reichsschriftumskammer und die richtigen Plakate sind von §86 des Satiregesetzbuches (StGB) gedeckt.
"Und da wird behauptet, die Polizei sei auf dem rechten Auge blind." Das ist diffamierend und entspricht nicht den Tatsachen! Die Wahrheit ist, die Polizei ist auf beiden Augen blind.
Oder ist es die Staatsanwaltschaft, die das so vorantreibt und damit die Polizei der Lächerlichkeit preisgibt? Aber wie der Herr(mann) so's Gescherr.
... wenn ihr nichts Besseres zu tun habt, dann sucht mal schön weiter nach den Phantom-Bösewichten.
Und wenn ihr sie dann gefunden habt, dürft ihr sie gleich wieder laufen lassen. Schließlich liegt überhaupt kein strafrechtlich relevantes Verhalten vor.
Ich sag´s ja immer wieder: Jeder blamiert sich so gut er kann.
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