Franz-Brombach-Straße Hotellerie statt Ballsportcenter

Im Winter gern genutzt: Hobbysportler können an der Franz-Brombach-Straße unkompliziert überdachte Sportfelder buchen.

(Foto: Renate Schmidt)

Die in den 1970er Jahren errichtete Gerlspeck-Tennishalle, in der heute Fußball und Volleyball gespielt wird, wird abgerissen. Die Stadtmacht den Weg frei für eine andere Nutzung

Von Antonia Steiger, Erding

Für Sportler ist das Ballsportcenter Gerlspeck an der Franz-Brombach-Straße eine wichtige Anlaufstelle. In der 2800 Quadartmeter großen Halle kann man Fußball und Volleyball spielen - vermutlich aber nur noch einen Winter lang. Der Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Erding hat am Dienstag beschlossen, für dieses Gebiet den Bebauungsplan zu ändern. Dort soll ein Hotel und ein Boardinghouse entstehen, die Sporthalle wird verschwinden. Besitzer Dieter Gerlspeck sagte der SZ, er fühle sich den Sportlern sehr verbunden. Es gebe bereits Ideen, eine Halle an anderer Stelle zu bauen, mehr könne er nicht sagen. "Diese Halle kann prinzipiell an jedem Ort errichtet werden."

Es sind wohl viele Gespräche geführt worden, bevor nun der Ausschuss erstmals öffentlich über dieses Areal debattiert hat. Man sei froh, gemeinsam mit dem Besitzer eine zukunftsfähige Lösung gefunden zu haben, sagte nicht nur ein Stadtrat. Stadtbaumeister Sebastian Henrich sprach von einer "delikaten Grundstückssituation", weil es in der Nachbarschaft Gebäude von unterschiedlicher Höhe gibt. Dieser Umstand findet seine Entsprechung in der geplanten Bebauung: Laut dem Entwurf wird sie drei, vier oder fünf Stockwerke haben - je nach Bebauung in der Nachbarschaft. Problematisch ist auch die Art der Nachbarschaft: In unmittelbarer Nähe befindet sich die Privatbrauerein Erdinger Weißbräu. Aus Gründen des Emissionsschutzes wäre daher weder ein Wohn- noch ein Mischgebiet denkbar, sondern nur ein Gewerbegebiet. Ob andere Nutzungen denkbar sind, wurde aus der Runde der Stadträte gefragt. Möglich sei das schon, sagte Lolita Liening vom Stadtbauamt.

Dieter Gerlspeck plant jedoch eigenen Worten zufolge ein Hotel und ein Boardinghouse, ohne über deren Größe konkret etwas zu sagen. Auch einen möglichen Baubeginn hat er demnach noch nicht ins Auge gefasst. Die Sportler, in deren Leben das Angebot des Ballsportcenters ein wichtige Rolle spielt, haben also noch ein wenig Zeit, um Abschied zu nehmen und sich nach einer Alternative umzusehen. Diese Saison werde noch ganz regulär laufen, sagte Gerlspeck. Im kommenden Winter stehen die Felder den Ballsportlern noch zur Verfügung. Die Halle ist aktuell mit drei Beachvolleyballplätzen und drei Indoorsoccer-Plätzen ausgestattet, zwei haben eine Größe von 30 mal 15 Metern und einer eine Größe von 24 mal elf Metern. Genutzt werden die Felder von vielen Sportlern, die nicht über Vereine organisiert sind. Die Halle biete Hobby- und Firmenmannschaften eine "sportliche Heimat", so wirbt das Ballsportcenter für sich. Auch Firmenevents, Kindergeburtstage und Weihnachtsfeiern könnten ausgerichtet werden. Wer regelmäßig kommt, kann auch ein Saisonabo mit Preisvorteilen erwerben.

Die Halle sei auch ganz gut gelaufen, fügte Gerlspeck an. Der Standort sei jedoch einfach zu groß und zu wertvoll. Hinter der Halle befindet zudem auch noch ein großer Parkplatz. "Wir suchen schon lange nach einer Lösung, die passt", sagte Gerlspeck. Dass dort nun ein weiterer Hotelleriebetrieb entstehen soll, befürworten viele Stadträte. Burkhard Köppen(CSU) sagte, es sei toll, dass die Verwaltung einen Weg gefunden habe. Angesichts steigender Übernachtungszahlen könne Erding einen weiteren Betrieb gut vertragen. Petra Bauernfeind (FW) freute ich über diese "kreative Lösung". Der Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss billigte den Vorschlag der Verwaltung einstimmig: Das Areal, das Teil des seit 1968 rechtskräftigen Bebauungsplans für das Industriegebiet Rennweg/Freisinger Straße ist, wird nun überplant und als Gewerbegebiet ausgewiesen, was der jetzigen Entwicklung bereits entspräche, sagte Liening.