Erdinger Schulen Eltern und Schule reden per App

Immer mehr Schulen verwenden elektronische Informationssysteme. Dass Papier gespart wird, ist nicht der einzige Vorteil

Von Elisaveta Germann, Erding

Warum so viel Papier und Druckertinte verschwenden, wenn es auch digital geht? Diese Frage haben sich einige Schulen im Landkreis Erding gestellt, die viel Geld für das Erstellen der Elternbriefe ausgeben und sich einen besseren Draht zu den Eltern wünschen. Elektronische Informationssysteme können eine Alternative sein. Es gibt sie als E-Mail-System seit etwa zehn Jahren, inzwischen sind sie auch als App anwendbar. Die gängigsten Modelle sind das Elektronische Schüler-Informationssystem (Esis), das Elternportal (art soft and more) und ClaXss (Extis).

Durch diese Anwendung informieren Schulen die Eltern direkt und erhalten eine automatische Lesebestätigung, sobald die Nachricht geöffnet ist. Die Systeme sind auch für Eltern praktisch: Sie können ihre Kinder krank melden, Termine für Elternsprechtage und Sprechstunden vereinbaren oder auf den Vertretungsplan und den Schulaufgabenkalender zugreifen. Besonders Gymnasien und Realschulen in Erding, Oberding und Dorfen nutzen diese Arten von digitalisierter Informationsvermittlung gern, manche Schulen entwickeln auch eigene Systeme.

"Wir leben im 21. Jahrhundert", sagte sich Programmierer Herbert Elsner, Entwickler von Esis. Insgesamt 525 Schulen bundesweit nutzen Esis in E-Mail- und App-Form, unter ihnen die Herzog-Tassilo-Realschule in Erding. Sie nutzt das System seit einem Jahr und seit vergangenem Monat die App. Eltern seien mit der App zufriedener als mit dem E-Mail-System, so der stellvertretende Schulleiter Gerd Neubert. Es gäbe "viel positive Rückmeldung". Abgesehen von der automatischen Lesebestätigung an die Schule sei für die Eltern die Archivierung aller Infobriefe ein Vorteil. Bald können die Eltern über die App auch ihre Termine für den Elternsprechtag buchen. Ebenso "zufrieden" ist das Gymnasium Dorfen mit der "erfolgreichen" Nutzung von Esis laut Studiendirektor Christian Hoene. Seit 2011 bestehe das E-Mail-Programm an der Schule, die App wird zurzeit getestet. Am wichtigsten seien ihm das Versenden der Elternbriefe und die Krankmeldung. "Beides hilft Papier zu sparen und entlastet unsere Verwaltung."

Das Anne-Frank-Gymnasium findet dagegen das Info- sowie das Elternportal für sich besser geeignet. "Wir haben mit dieser Kombination eine Luxusausführung", sagt Franz Mayrhofer, Lehrer und Systembetreuer. Mit den Portalen könne man "erheblich mehr" machen. Das Gymnasium habe, seit es vor etwa sechs Jahren auf Esis umgestiegen sei, es bisher nur als E-Mail-Verteiler verwendet. In Zusammenarbeit mit dem Korbinian-Aigner-Gymnasium verwende die Schule das Elternportal seit Ende vergangenen Jahres. Durch das Portal können Eltern Dokumente und Formulare herunterladen. Derzeit arbeite der Entwickler des Portals, Siegfried Löhr, daran, dass Zehntklässler über das Elternportal die Fächerkombination für die Oberstufe wählen können. Mehr als 200 Schulen in Bayern sowie in Baden-Württemberg nutzen die Portale.

Ein weiteres Modell heißt ClaXss, das die Realschule Oberding seit drei Schuljahren verwendet. Die wichtigsten Funktionen des Alltags regelt ClaXss Infoline und ist somit Esis und dem Elternportal gleichartig. Mit ClaXss seien die Realschule und Eltern beiderseits "zufrieden", sagt Schulleiter Martin Heilmeier. "Von Seiten der Schule wird der Versand von Elternbriefen auf digitale Weise geschätzt", Eltern nutzen die Online-Buchung von Gesprächsterminen. Esis, das Elternportal und ClaXss sind jedoch nicht die einzigen Programme, die es gibt. Die Mittelschule Dorfen entwickelt ein eigenes System. Konrektor Peter Gerber sagt, dass dies derzeit eine "private Initiative" von Lehrern und Eltern sei und sich in einer Pilotphase befinde. "Momentan gibt es Lehrer, die mit Eltern über private E-Mail-Adressen in Kontakt stehen", sagt Gerber. "Unser Ziel ist es jedoch, ein System aufzubauen." Das System solle Esis ähneln - so wie es am Gymnasium Dorfen genutzt wird.