Erding Volltreffer

Sport verbindet. Das macht sich DJK-Funktionär Uwe Ritschel zunutze, der Asylbewerber in die Sportvereine des Landkreises vermitteln möchte.

(Foto: Peter Bauersachs)

Von Fußball bis Schach: Eine Initiative will Asylbewerbern den Zugang zu Sportvereinen erleichtern. Mit einer Spendenaktion wird Trainingskleidung gesammelt - und dann auch verteilt

Von Eicke Lenz und Antonia Steiger, Erding

Gemeinsam schwitzen, gemeinsam erfolgreich sein, gemeinsam lachen: All das gelingt mühelos im Amateursport. Im Landkreis Erding hat sich nun eine Initiative zum Ziel gesetzt, Asylbewerber den Zugang zu Sportvereinen zu erleichtern. Weil jeder zum Volleyballspielen zumindest Turnschuhe braucht und zum Schwimmen einen Badeanzug oder eine Badehose, haben die Initiatoren um Uwe Ritschel, den früheren Vorsitzende der DJK Ottenhofen, auch gleich eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Von der nächsten Woche an wird die gespendete Trainingskleidung verteilt.

Vor wenigen Wochen haben der DJK-Sportverband, der Bayerische Landessportverband (BLSV) und die Malteser ihre Spendenaktion gestartet. Sport- und Schwimmkleidung in ordentlichem Zustand können seitdem wochentags zwischen 8.30 und 12.30 Uhr in der Kreisgeschäftsstelle der Malteser in der Landshuter Straße 55 in Erding abgegeben werden. Auch Sendungen per Post werden angenommen, sie benötigen den Hinweis "Sport pro Asyl". Mittlerweile hat sich bei den Maltesern einiges angesammelt, wie Alena Stotz versichert. Sie ist bei den Maltesern für die Erste-Hilfe-Ausbildung zuständig und unterstützt die Spendenaktion. In Kürze rechnet sie mit weiteren Pakten: Am Montag wird zunächst der Ausdauersportverein Trisport Erding etwa 200 T-Shirts abgeben. Diese Übergabe will Ritschel dazu nutzen, um einen neuerlichen Aufruf zu starten. Wie viel Sportkleidung im Moment da ist und wie viel noch benötigt wird, das entzieht sich im Moment Ritschels Kenntnis, wie er sagt. Nur eines sei sicher: "Das ist erst der Auftakt." Mit Blick auf die mehreren hundert Asylbewerber, die den Prognosen zufolge im Landkreis Erding im Laufe dieses Jahres noch ankommen werden, ist er sich sicher, dass weitere Sportklamotten benötigt werden.

Fußball, Volleyball, Schach und Schwimmen, das sind nur einige der Sportarten, die die Asylbewerber gerne ausüben wollen. Ritschel hat sich über die ehrenamtlichen Betreuer an die Flüchtlinge gewandt und sich erkundigt, wer was machen möchte. Auch ein Schachspieler hat sein Interesse bekundet, des weiteren gibt es Interesse für Ballett, Tanzsport und Body Workout. Ebenso hat Ritschel auch die Sportvereine angeschrieben und sich erkundigt, ob die Bereitschaft bestehe, Asylbewerber einzugliedern. Aus Gründen des Versicherungsschutzes besteht kein Risiko, wie Ritschel betont: Der BLSV ist eingebunden und hat für Asylbewerber eine Sportversicherung abgeschlossen, so dass die Angebote der Vereine gefahrlos genutzt werden n könnten. "Wir haben bei allen Vereinen offene Türen eingerannt" sagt Ritschel. Die Liste mit den Vereinen, Trainingszeiten und Ansprechpartnern habe er an die Unterkünfte weitergegeben mit der Aufforderung, dass sich die Asylbewerber bei den Vereinen melden. Wie weit die Hinführung zu den hiesigen Sportvereinen mittlerweile gediehen ist, auch das wird sich in der nächsten Woche klären. Kontakte gebe es auf jeden Fall zum TSV Erding, zur SpVgg Altenerding und zu Rotweiß Klettham. Ein Schachspieler ist bereits zum Dorfener Schachklub vermittelt worden.

"Sich bewegen, in Kontakt mit der Bevölkerung kommen und alles, was daraus entstehen kann", das will Ritschel den Asylbewerbern ermöglichen. Nach seinem Rückzug aus den Ämtern in Ottenhofen ist Ritschel im DJK-Sportverband der Erzdiözese München und Freising als Fachwart tätig. An dieser Stelle zu helfen, "das steht der DJK-Bewegung gut zu Gesicht", sagt er. Der 67-Jährige investiert einen Großteil seiner Zeit in dieses Projekt. "Manchmal drei Stunden am Tag, manchmal einen ganzen Tag."