Ende April 2018 Chefarzt verlässt Klinik

Nach Querelen um Psychosomatik kündigt Claus E. Krüger

Der Chefarzt der Abteilung Psychosomatik und Psychotherapie (PSO) an der Ebersberger Kreisklinik, Claus E. Krüger, zieht die Konsequenzen aus der Entscheidung, die Station zu schließen und zu einer Tagesklinik umzubauen. Wie Klinik und Arzt in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklären, beendet Krüger seine Tätigkeit zum 30. April 2018. Als Grund nennen beide Parteien die unterschiedliche Auffassung über die Schließung der Station. Dass Krüger diesen Umbau nicht gutheißt, ist kein Geheimnis, auch wenn er dazu öffentlich nicht Stellung nehmen durfte. Das war ihm von Klinikleiter Stefan Huber untersagt worden.

Protest hagelte es von den Patienten und von Krügers Kollegen. Die Arbeitsgemeinschaft der Psychotherapeuten im Landkreis Ebersberg empörte sich über die Schließung des stationären Angebots, das mit Platzmangel auf anderen Stationen begründet wird. Die Psychotherapeuten warnten davor, dass bewährte Strukturen zerstört würden und sich im schlimmsten Fall das Team auflöse, was mit dem Weggang des Chefarztes nun eintrifft. Darüber hinaus verlören die Patienten ein wohnortnahes Angebot, das ihnen den Erhalt ihrer vertrauten Lebensbezüge ermöglichte. Die Klinikleitung und auch der Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Landrat Robert Niedergesäß blieben bei ihrer Entscheidung - und lassen Krüger nun mit lobenden Worten ziehen. Er habe die Abteilung mit einem "psychodynamischen Konzept äußerst erfolgreich geleitet und mit sehr guten Behandlungsergebnissen und einer überdurchschnittlichen Patientenzufriedenheit, auch aufgrund der engen Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten und Therapeuten, weit über den Landkreis hinaus bekanntgemacht", heißt es in der Pressemitteilung weiter.