B 15 neu "Katastrophe für die Region"

Eine neue Bürgerinitiative gegen B 15 neu solidarisiert sich mit Mühldorfer Aktivisten.

Von Philipp Schmitt, Dorfen

Eine neue Bürgerinitiative (BI) gegen die "B 15 neu" hat sich bei einer von Hermann Bachmaier initiierten Protestveranstaltung am Donnerstag im Gasthaus Huber in Landersdorf formiert: "Wir wollen die B 15 neu über die A92 hinaus nicht haben. Sie wäre fatal und ein Unglück, weil damit die Büchse der Pandora geöffnet und die Region von einer Verkehrslawine überrollt würde. Es gibt keinen Bedarf für eine neue Autobahn", sagte Bachmaier dazu im voll besetzten Saal.

Er rief zu Solidarität über die Landkreisgrenzen hinaus auch mit Betroffenen in den Landkreisen Mühldorf und Landshut auf: "Wir dürfen uns nicht auseinander dividieren lassen." Bachmaier, die Grünen-Landtagsabgeordnete Rosmarie Steinberger Landshut und Gisela Floegel, Vorsitzende des BI-Dachverbands "Stop B15 neu" forderten ein Ende der B 15 neu an der A 92: "Wenn sie dort nicht endet, würde eine Verkehrslawine auf Taufkirchen, Dorfen, Sankt Wolfgang zurollen." Bachmaier kritisierte in diesem Kontext nicht nur die Vorgehensweise und Haltung der Staatsregierung, sondern auch von Erdinger Lokalpolitikern. Für die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) wurden im April doch noch zwei Korridore für die B 15 neu nach Berlin gemeldet. Kreisrat und stellvertretender ödp-Landesvorsitzender Stephan Treffler sprach sich trotz "beängstigender Verkehrsprognosen" für Erding gegen den Bau einer neuen überdimensionierten Straße aus: "Wir müssen den Verkehr schon wegen des Klimawandels reduzieren." Der Dorfener Stadtrat Martin Heilmeier (LDW) erinnerte an den dramatischen Widerstand gegen die A 94 in Dorfen. Es dürfe nun bei der B 15 neu nicht ein weiterer autobahnähnlicher Neubau zwischen Taufkirchen und Sankt Wolfgang entstehen.

Er glaube nicht, dass im Falle des Baus der geplanten Landshuter Umgehung im östlichen Landkreis Erding die alte B 15-Bestandstrasse mit Ortsumfahrungen ausgebaut werde, sondern befürchte den zunächst dreispurigen Neubau zwischen Taufkirchen und Sankt Wolfgang, der später vierspurig und damit autobahnähnlich werden könnte: "Es gibt hier Ängste vor so einer großen Straße". Rosi Steinberger fügte hinzu, dass deshalb ein Stop der B 15 neu an der A 92 landkreisübergreifend gefordert werden müsse. Derzeit sei die genaue Trassenführung und Finanzierung der B 15 neu noch völlig offen, sagte Steinberger.

Bachmaier möchte nun die Gründung der neuen "regionalen und unabhängigen" Erdinger BI in die Wege leiten, um rechtzeitig Gemeinderatsbeschlüsse initiieren und Abgeordnete und Ministerien anschreiben zu können: "Wir möchten den Planungen etwas entgegen setzen. Eine B 15 neu als Autobahn wäre eine Katastrophe für die Region. Würde die B 15 neu in einem ersten Schritt bis zur B 388 gebaut, würde der Verkehr Taufkirchen und Dorfen mit voller Wucht treffen. Wir wollen deshalb, dass die B 15 neu an der A 92 aufhört", sagte Bachmaier. "Wir sind gegen eine Trasse durch das Hügelland", fügte Alfred Schreiber vom Kreisverband des VCD an. Sabine Berger von der BI "Keine B 15 neu im Landkreis Erding" brachte allerdings zum Ausdruck, dass sie nach wie vor die alte Mühldorfer Raumordnungstrasse favorisiere, was zu einer heftigen Debatte mit Besuchern aus der Region Mühldorf führte, die diese Trasse ablehnen.