Doppelmord von Notzing Staatsanwalt will getrennte Anklagen

Der Mord an einem Ehepaar hat den kleinen Ort geschockt: Der Ex-Freund der Tochter hat die Tat gestanden. Die 17-Jährige selbst soll beim Beseitigen der Leichen geholfen haben. Jetzt wird geprüft, ob die Verfahren getrennt werden.

Nach dem Doppelmord an einem Ehepaar im oberbayerischen Notzing will die Staatsanwaltschaft das beschuldigte Pärchen getrennt anklagen. Es werde geprüft, ob die 17-Jährige, die bei der Beseitigung der Leichen ihrer Eltern geholfen habe, wegen Strafvereitelung vor einem Jugendrichter angeklagt werden soll, sagte der Landshuter Oberstaatsanwalt, Ralph Reiter. Dagegen solle sich der tatverdächtige 21 Jahre alte Ex-Freund der Jugendlichen wegen Doppelmordes vor dem Schwurgericht verantworten.

Anfang April ist in Notzing ein Ehepaar ermordet worden - der Ex-Freund der Tochter hat die Tat gestanden.

(Foto: dpa)

Bevor jedoch Anklage gegen das junge Paar erhoben werden kann, müssten die Sachverständigen ihre Gutachten zur Schuldfähigkeit erstellen, betonte Reiter. Dies könne noch bis zum Sommer dauern. "Es ist aber denkbar, dass noch in diesem Jahr das Verfahren beginnt."

Der 21-Jährige hatte nach Polizeiangaben gestanden, das Ehepaar im Alter von 60 und 54 Jahren Anfang April erstochen zu haben. Gemeinsam mit der 17-Jährigen soll er anschließend die Leichen im Garten des Hauses der Opfer verscharrt haben. Die Jugendliche hatte sich zuvor, offenbar auf Drängen der Mutter, von dem 21-Jährigen getrennt. In dem Hass gegen die Mutter sieht die Staatsanwaltschaft das Motiv für die Bluttat. So soll der junge Mann im Haus zunächst dem Vater aufgelauert und ihn erstochen haben. Als auch die Mutter nach Hause kam, stach er laut Ermittlungen wie wild auf sie ein und schlug sogar mit einem Beil und einer Stange zu.

Die 17-Jährige hatte ausgesagt, ihr Ex-Freund habe sie bei ihrer Heimkehr zunächst zu den toten Eltern geführt. Weil sie sich selbst bedroht fühlte, habe sie bei der Beseitigung der Leichen geholfen.