Die IHK macht Druck "Wir brauchen eine Lösung für Ostbayern"

Georg Dettendorfer, Vizepräsident der IHK für München und Oberbayern und Dorothee Bär (CSU), Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium.

(Foto: IHK)

Die B15neu muss in die höchste Prioritätsstufe des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen werden, fordert der Verband. Er legt sich jedoch nicht auf eine der zwei Trassen fest, die nach Berlin gemeldet wurden

Von Thomas Daller, Landkreis

Die Wirtschaft in Südostbayern hat ihre Forderung nach einem zügigen Bau der B15 neu bekräftigt. Dazu haben die IHK für München und Oberbayern, die IHK Niederbayern sowie die IHK Regensburg in München eine Resolution an Dorothee Bär (CSU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, übergeben. In dieser Resolution geht es darum, dass die B15 neu in die höchste Prioritätsstufe des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen werden soll. Die IHK äußert sich dabei nicht zur Trassendiskussion; ob ein Neubau im Verlauf der bisherigen Raumordnungslinie im Landkreis Mühldorf erfolgen oder ob die bestehende B15 im Landkreis Erding mit Ortsumfahrungen ausgebaut werden soll.

Die Resolution wurde von den vier oberbayerischen IHK-Gremien Altötting-Mühldorf, Ebersberg, Erding-Freising und Rosenheim, den zwei niederbayerischen IHK-Gremien Dingolfing-Landau und Landshut sowie der Vollversammlung der IHK Regensburg verabschiedet. Gemeinsam stehen diese IHK-Vertretungen nach eigenen Angaben für rund 175 000 Betriebe in Südostbayern.

"Die B15 neu muss als wichtigstes Infrastrukturprojekt im östlichen Bayern bei der Aufstellung des aktuellen Bundesverkehrswegeplans in die höchste Prioritätsstufe des 'Vordinglichen Bedarfs plus' kommen", erklärte Georg Dettendorfer, Vizepräsident der IHK für München und Oberbayern und Vorsitzender des IHK-Verkehrsausschusses. Die durchgehende Nord-Süd-Verbindung von Rosenheim über Landshut nach Regensburg sei längst überfällig, um eine große Lücke im bayerischen Straßennetz zu schließen und den ostbayerischen Raum zu fördern, so Dettendorfer weiter.

Die bisherige Einstufung als Projekt des "weiteren Bedarfs" werde der Bedeutung der B15 neu als zentraler Entwicklungsachse für die regionale Wirtschaft nicht gerecht: "Die neue Bundesstraße bietet große wirtschaftliche Chancen und befreit viele Gemeinden vom Lärm und den Schadstoffemissionen des Durchgangsverkehrs", begründete Dettendorfer die Forderung der Wirtschaft. Es müsse Planungssicherheit für die Unternehmen geschaffen werden, zitierte der IHK-Vizepräsident aus der Resolution. Außerdem müsse die Politik ausreichend Finanzmittel für die Maßnahme sicherstellen.

Staatssekretärin Bär versicherte, dass sie gute Chancen für die Realisierung der B15 neu sehe. "Die B15 neu hat Netzcharakter und wir brauchen angesichts des steigenden Verkehrs eine Lösung für Ostbayern", sagte Bär.

Ein Teil der Trasse der B15 neu zwischen der A 3 bei Regensburg und der A 92 bei Landshut wurde bereits 2011 dem Verkehr übergeben. Im weiteren Verlauf Richtung Süden würde die B15 neu einen Anschluss an die im Bau befindliche A 94 bei Dorfen sowie die A 8 und A 93 bei Rosenheim schaffen. Der erste Abschnitt der Rosenheimer Westtangente wurde kürzlich für den Verkehr freigegeben.

Aufgrund von massiven Bürgerprotesten sowohl im Landkreis Erding gegen den Ausbau der Bestandstrasse als auch im Landkreis Mühldorf gegen den Neubau hat der bayerische Ministerrat im Februar 2015 beide Trassen für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Die Bewertung soll "ergebnisoffen" erfolgen.