Heute Abend in Dorfen Lasst uns mal darüber reden

Im vergangenen Jahr war 1860 München zu Gast in Dorfen, der TSV Dorfen hätte aber gerne schon lange ein größeres Trainingsgelände.

(Foto: Renate Schmidt)

In Dorfen beginnt die Bürgerbeteiligung zur Freibad-und Sportplatzverlegung

Von Florian Tempel, Dorfen

Die Dorfener Bürger haben das Wort. An diesem Dienstag können sie bei einer Bürgerversammlung zur geplanten Verlagerung des Freibads und der daneben gelegenen Sportanlagen an den südwestlichen Stadtrand ihre Meinung sagen. Und sie können bei der Versammlung im Jakobmayer-Saal, Beginn 19 Uhr, auch ganz konkrete Anträge stellen. Diese müssten dann innerhalb von drei Monaten im Stadtrat behandelt werden. In diesem Fall sollte es aber viel schneller gehen. Denn in der Stadt Dorfen hat man sich unter gehörigen Zeitdruck gesetzt. Mitte Juni soll zum möglichen Umzug von Freibad, Fußball- und Tennisplätzen, eventuell auch der Eissporthalle, alles geklärt sein. Damit am 29. Juni noch eine Bewerbung für eine Landesgartenschau im Zeitraum 2024 bis 2026 abgegeben werden kann.

Das Thema einer Verlegung der Sportanlagen ist eigentlich schon viele Jahre alt, aber nie richtig angepackt worden. In diesem Jahr hat das Ganze durch eine mögliche Gartenschaubewerbung eine ungeahnte Dynamik entwickelt. Standen zuvor nur die in der Stadt gelegenen Fußballplätze des TSV Dorfen im Fokus - der Verein klagt seit längerem darüber, dass er zu wenige Spielfelder hat -, erweiterten sich die Umzugspläne auf einmal auf das Freibad, die Anlage des Tennisklubs und die Eishalle des ESC Dorfen.

Das Dorfener Schwimmbad ist laut Angaben der Stadtverwaltung dringend sanierungsbedürftig. Aktuell scheint ein Rohrbruch, der seit Tagen die Eröffnung der Badesaison verhindert, zu bestätigen, dass das 1965 eröffnete Freibad keine Zukunft mehr haben soll. Bei einem Neubau am Stadtrand könnte, so eine Überlegung, alles größer werden, ein Freibad mit zwei Becken, statt bislang nur einem.

Nicht wenige Dorfener halten davon jedoch gar nichts: Bei der Aktion "Unser Schwimmbad soll in der Stadt bleiben!" kamen in kürzester Zeit 450 Unterschriften für den Verbleib des Freibads am angestammten Platz zusammen. Vielen erscheint es nahe liegend, das Bad in der Stadt zu erweitern, da durch den Wegzug der Fußballplätze dafür Platz frei würde.

Die frei werdenden Flächen in der Stadt könnten aber auch, zumindest teilweise, mit Wohnungen bebaut werden. Die zentral gelegenen Grundstücke wären dafür gut geeignet. Und sie würden der Stadt bei einem Verkauf wohl etliche Millionen einbringen - womit auch die Sportstättenverlagerung und ein Freibadneubau finanziert werden könnte.

Stadtplanerin Martina Schneider hat bereits skizziert, wie sich das innerstädtische Areal nutzen ließe und wie ein neues Sport-und Freizeitgelände am Stadtrand aussehen könnte. Auch Gerald Forstmaier, GAL-Stadtrat und Landschaftsarchitekt, hat seine Ideen aufgezeichnet. Er möchte das Freibad und die ESC-Halle in der Stadt behalten und nur die Fußball- und Tennisplätze umsiedeln. Am Stadtrand schlägt er neben den neuen Sportplätzen die Anlage eines Badeteichs vor. Auf den frei werdenden Flächen in der Stadt sieht er Wohnbau im gleichen Umfang wie Schneider vor.

Die Dorfener SPD wünscht sich eine Diskussion ohne Zeitdruck und sieht die Bürgerversammlung als "Auftakt", auf die "eine Reihe runder Tische, eine Bürgerwerkstatt, Befragungen und anderes mehr" folgen sollte. In der Pressemitteilung heißt es weiter: "Beispiele aus anderen Kommunen zeigen immer wieder, dass Entscheidungen nach einer gründlichen und ernst gemeinten Bürgerbeteiligung die größte Akzeptanz erfahren."