Betreutes Wohnen in Erding Eine Lücke ist geschlossen

Betreutes Wohnen der Fischers Wohltätigkeits-Stiftung ist eingeweiht - Das Interesse an den Appartements ist groß

Von Antonia Steiger

Mehr als vier Millionen Euro hat die Fischers Wohltätigkeits-Stiftung in Erding in den Bau des neuen Hauses für Betreutes Wohnen investiert. 2,15 Millionen Euro stammen aus den Mitteln der Stiftung. Dieses Geld ist offensichtlich gut angelegt: Bei der offiziellen Einweihung des Hauses am Freitagvormittag sagte der Verwaltungsratsvorsitzende der Stiftung, Landrat Martin Bayerstorfer, dass das Haus von Anfang an voll belegt gewesen sei.

Jetzt gibt es eine Warteliste von älteren Frauen und Männern, die eine der kleinen Wohnungen in dem Haus mit den 48 Appartements beziehen wollen. Die älteren Herrschaften fühlen sich offenbar wohl, denn auch sie waren in großer Zahl zur Einweihung erschienen und klatschten freundlich zu allen Reden und Grußworten.

Lange Zeit war in Erding davon die Rede, dass ein Betreutes Wohnen überfällig sei. Denn auch wenn der Landkreis Erding einer der jüngsten in Deutschland ist, so werden doch auch hier die Leute älter. Und wie anderswo wollen die Menschen auch in Erding heutzutage so spät wie möglich in ein Altenheim ziehen. Das Betreute Wohnen sei in diesen Fällen die beste Alternative, lobten etliche Redner in ihren Grußworte.

Im Betreuten Wohnen, das dem Fischers Seniorenzentrum angegliedert und mit ihm über einen ganz kurzen Fußweg verbunden ist, kann jeder noch selber kochen, wenn er will. Ein Drittel der Bewohner nimmt laut dem Geschäftsführer Matthias Vögele aber das Speiseangebot im Seniorenzentrum wahr. Sicher sehr zur Freude der Stiftungsleitung, denn die Synergien, die mit dem Betreuten Wohnen verbunden sind, waren ein Grund, weswegen man das Vorhaben angepackt und in die Tat umgesetzt hatte.

Gut genutzt werden laut Vögele weitere Angebote wie Friseur und Fußpflege, die die Bewohner im Seniorenzentrum finden. Und auch zum Arzt können die Bewohner im Seniorenzentrum gehen. Der ist laut Vögele bereits an seinen Kapazitätsgrenzen angelangt.

In relativ kurzer Zeit hat die Fischers Wohltätigkeits-Stiftung das Gebäude in unmittelbarer Nähe des Erdinger Stadtparks auf einem eigenen Grundstück errichtet. In der Erdinger Innenstadt ist an der Dorfener Straße bereits das zweite Projekt in Arbeit. Man werde aber noch weitere Einrichtungen in Erding benötigen, sagte Ludwig Kirmair, der als Stellvertreter des Bürgermeisters Max Gotz die Glückwünsche der Stadt überbrachte.

Er sagte, der Stadtrat vertrete mehrheitlich die Auffassung, dass die Schaffung eines Betreuten Wohnens nicht Aufgabe der Kommune sei, doch wolle die Stadt die Entwicklung "fördern und unterstützen". Dieses neu geschaffene Haus für das Betreute Wohnen sei auch ein Beweis für die "Leistungskraft der Stiftung".

Landrat Bayerstorfer erinnerte in seiner Rede an die Tradition der Stiftung, die in dieser neuen Einrichtung nun ihre Fortsetzung finde. Dem Weitblick des Stifter-Ehepaars Katharina und Friedrich Fischer sei es zu verdanken, dass sich die Stiftung den aktuellen Erfordernissen anpassen könne. Die Kombination aus Seniorenzentrum und Betreutem Wohnen gebe es im Landkreis Erding bislang nicht, die Stiftung, dessen Verwaltungsrat Bayerstorfer vorsitzt, habe eine "Pionierleistung" vollbracht.