Als Kreisbrandrat bestätigt Feuerwehrmann mit Teamgeist

Willi Vogl bleibt für weitere sechs Jahre Kreisbrandrat und fungiert als Bindeglied zwischen der Regierung von Oberbayern und den Feuerwehren

Von Matthias Vogel

Für ungeschulte Ohren hört sich der Terminus "Tagesalarmsicherheit" wie eine Aufgabe aus der TV-Quizshow "Glücksrad" an. Für Willi Vogl birgt der Begriff das beherrschende Thema für die Freiwilligen Feuerwehren, nicht nur für die des Landkreises. "Es gibt immer mehr Pendler", begründet er seine Sorge. "Bei manchen Einsätzen während der Arbeitszeit könnte es bei der ein oder anderen Feuerwehr aus personeller Sicht in Zukunft schon zwicken."

Als Kreisbrandrat hat sich Vogl in den vergangenen zwölf Jahren Gedanken über solche Dinge machen müssen, und er wird es auch in den nächsten sechs machen. Bei den kürzlich erfolgten Neuwahlen im Landratsamt Erding bestätigten ihn die Kommandanten der Freiwilligen und der Werks-Feuerwehren für weitere sechs Jahre in seinem Amt.

In seinem Rückblick auf Ereignisse der vergangenen sechs Jahre erinnerte der 51-jährige Familienvater unter anderem an das Hochwasser von 2005, bei dem im Landkreis Erding für 95 Stunden Katastrophenalarm ausgelöst worden ist. Als weiteres wichtiges Thema nannte Vogl den Aufbau und die Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle.

Der alte und neue Kreisbrandrat bedankte sich bei Landrat Martin Bayerstorfer und allen Bürgermeistern für konstruktive Diskussionen und offene Gespräche, bei der Kreisbrandinspektion und den Kommandanten, bei allen Feuerwehrfrauen und -männern für ihr Engagement sowie bei den Mitarbeitern des Landratsamtes für die gute Zusammenarbeit. Das schickte sich sicher angesichts des Anlasses, eine gute Kooperation ist aber für eine Kernaufgabe, die Vogl in seinem Amt zu lösen hat, unabdingbar: "Ich bin so etwas wie das Bindeglied zwischen der Regierung von Oberbayern und dem Landkreis.

Ich werde gefragt, ob Zuschüsse für Neuanschaffungen Sinn machen oder nicht. Vor meiner Stellungnahme gibt es allerdings stets Rücksprache mit den Bürgermeistern. Und das funktioniert sehr gut."

Vogl arbeitet für die Werksfeuerwehr am Forschungsinstitut in Garching. Das ist eigentlich der Grund, warum er zusätzlich das Amt des Kreisbrandrates bekleiden kann. "Ich habe Schichtdienst und dementsprechend viel Freizeit", sagt er. Wenn das Amt ihn belasten würde, hätte er sich auch nicht mehr wählen lassen. Seine Familie steht hinter ihm, besser gesagt seine Frau.

Beide Töchter sind bereits "20 plus" wie Vogl sagt, und seine Frau kenne ihn ja gar nicht anders. "Als wir uns kennengelernt haben, war ich bereits drei Jahre bei der Feuerwehr aktiv." Manchmal, das gab Vogl aber zu, fehle schon die Zeit für gemeinsame Unternehmungen. "Ich bin viel unterwegs und schon alleine von Berufs wegen her ein Drittel vom Jahr nicht zu daheim."

Und dennoch: Der neue Kreisbrandrat ist ganz der alte, freut sich auf die Zukunft bei der Feuerwehr. Auch das Problem mit der "Tagesalarmsicherheit" bekäme man sicher in den Griff. "Derzeit können wir sicher noch bei 99,5 Prozent der Einsätze mit der nötigen Mannschaftsstärke ausrücken." Es sieht so aus, als hätte Vogl am Glücksrad gedreht und der Zeiger nach Stillstand der Scheibe genau auf das richtige Feld gezeigt: "Wiederwahl zum Kreisbrandrat".