80. Geburtstag Verdienste um die Gemeinde

Forsterns Altbürgermeister Josef Eicher wird 80 Jahre alt. Er steht noch immer jeden Morgen um sechs Uhr auf.

Von Sieglinde Quast

Der Forsterner Altbürgermeister Josef Eicher, der von 1976 bis 1996 Rathauschef war, wird an diesem Mittwoch 80 Jahre alt. Am Abend gibt es einen Empfang in der Volksschule, zu dem ehemalige Kollegen, Mitarbeiter und Wegbegleiter eingeladen sind. Mit Familie und Freunden feiert Eicher am Samstag. Vor zehn Jahren erhielt er für sein kommunalpolitisches und öffentliches Wirken das Bundesverdienstkreuz und auch die Bürgermedaille der Gemeinde. Die kommunalpolitische Verdienstmedaille hat Eicher schon früher erhalten.

1966 saß Eicher erstmals für die Alte Wählergemeinschaft im Gemeinderat. Schon 1972 wurde er Zweiter und vier Jahre später Erster Bürgermeister. Zwar ist dieses Amt als Ehrenamt gedacht, Josef Eicher traf man dennoch jeden Tag im Rathaus an. Außerdem saß er 18 Jahre lang im Aufsichtsrat der Molkereigenossenschaft Erding, und nach dem Tod von Emil Pahl 1997 leitete er das Volksbildungswerk Forstern.

Mittlerweile ist Eicher seit 15Jahren im Ruhestand, er hat aber mit seiner Frau Maria stets weiter in der Landwirtschaft gearbeitet. Die beiden stehen jeden Morgen um 6 Uhr auf und helfen im Stall des heute von Sohn Josef geführten Anwesens. "Ich bin das mein Leben lang so gewohnt; das ist für mich nicht schlimm", sagt Eicher.

Geboren ist er in Trotzhofen bei Anzing. 1957 kam er nach Wetting auf den Hof seines Onkels, der damals krank war und noch im gleichen Jahr starb. Ein Jahr später heiratete Josef Eicher dessen Witwe, mit der er fünf Kinder bekam.

Als er 1976 Bürgermeister wurde, trat er ein schweres Erbe an: Die Traktoren-Firma Gebrüder Eicher mussten wenig später schließen. Vor allem wegen der Eicher-Werke hatte Forstern die Kanalisation gebaut, und nun fehlten die Benutzergebühren der Firma. Die von Eichers Vorgänger Hans Reiser gebaute Schule stand erst im Rohbau und musste abgezahlt werden.

Eicher wirtschaftete mit Unterstützung der Räte so sparsam wie möglich, doch wenig später musste wegen zu hoher Nitratwerte auch noch eine neue Wasserversorgung gebaut und finanziert werden. Doch unter Eichers Ägide wurde viel geschafft: Die alte Schule wurde zum Rathaus umgebaut, ein Dorfplatz wurde gebaut und ein Weiher dazu, der Sportplatz bekam einen eigenen Brunnen, neuen Spielfelder und eine Stockschützenbahn; das Gewerbegebiet wurde geschafft und etliche Wohngebiete.

Heute gilt Forstern als die Gemeinde mit dem stärksten Bevölkerungswachstum. 1996 übergab Josef Eicher ein geordnetes Gemeinwesen an seinen Schwiegersohn Georg Els.