Nach einem Einsatz ist ein Erdinger Feuerwehrkommandant bedroht worden. Ein Hausbesitzer sah das Löschen eines Grills als Hausfriedensbruch an.
Nach einem Einsatz ist der Erdinger Feuerwehrkommandant Manfred Kordick bedroht worden. Die Freiwillige Feuerwehr Erding war, wie der 41-jährige sagt, vorige Woche von einem Bewohner einer Reihenhaussiedlung in Erding alarmiert worden, weil es im Nachbarsgarten brenne. Ein Löschzug rückte aus, Kordick als Einsatzleiter fuhr voraus.
(© Foto: dpa)
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Er habe sofort gesehen, dass ein Grill brenne, berichtet der versierte Feuerwehrmann, er sei über die Gartentüre gehüpft, habe sich eine Gießkanne geschnappt, aus der Wassertonne Wasser geschöpft, über das qualmende Holz gegossen und das Feuer somit gelöscht. Sein Trupp habe nicht mehr eingreifen müssen.
Da der Gartenbesitzer nicht zu Hause war, schrieb Kordick, wie es üblich ist, einen Zettel "Ihre Feuerwehr war da", notierte weshalb und wann und schrieb auch für Rückfragen seinen Namen dazu. Den Zettel schmiss er in den Briefkasten - und hakte den Fall ab.
Am selben Abend jedoch erschien der Gartenbesitzer in der Feuerwache Erding und verlangte nach Kordick. Dieser sei nicht da, beschieden die Feuerwehrleute. "Da hat er Glück, sonst würde ich ihn überkerbeln", drohte der Mann und verschwand wieder. Umgehend riefen die Kollegen Kordick an und informierten ihn über den ungehaltenen Besucher, der ihm Prügel versprochen hatte. Kordick war gerade auf einer Familienfeier und dachte sich: "Sauber. Was ist jetzt los?"
Am nächsten Tag kam der Mann erneut zur Wache und kündigte an, den Kommandanten wegen Hausfriedensbruch anzuzeigen.
Bisher sei keine Anzeige eingegangen, sagt Kordick. Der hauptberuflich in München und ehrenamtlich in Erding als Feuerwehrmann arbeitende Erdinger bleibt gelassen, es sei lediglich "ein Ärger, weil es eine Schreiberei ist". Von Hausfriedensbruch könne keine Rede sein, die Einsatzkräfte seien gerufen worden, weil Gefahr drohte. Er kenne den Mann nicht, es gebe halt immer wieder mal Leute, die überreagierten. Das aber sei der extremste Fall seiner bislang 26-jährigen Feuerwehrkarriere.
Wobei sich so ein Feuerwehrmann schon allerhand anhören müsse, vor allem bei der Verkehrssicherung nach Unfällen. Sich "Volldepp, Arschloch" heißen lasse müsse von Autofahrern, die im Stau stehen. Eigentlich könnte er die alle anzeigen, aber Kordick winkt ab: "Da würde man nicht mehr fertig. "
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(SZ vom 03.09.2009/wib)
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Wenn da jeder gleich die Feuerwehr rufen würde nur weil beim Nachbarn der Holzkohlengrill raucht............
Ich fuerchte der rabiate Hausbesitzer wuerde vor einem sogenannten Deutschen Gericht auch noch recht bekommen,da viele Juristen aus mir unbekannten Gruenden eine seltsame Rechtsauffassung haben.