Equal Pay Day"Ach so, Sie sind eine Frau! Ich habe mit einem Mann gerechnet."

Im Cockpit, auf Dächern oder in einer Führungsposition bei der Polizei: In vielen Berufen trifft man auf wenige Frauen. Doch es gibt auch Branchen, in denen die Männer die Exoten sind.

Von Inga Rahmsdorf

Auf den Dächern

Heidi Löffler wollte Erzieherin werden, bis sie ein Praktikum in einer Kita machte und feststellte: "Mei, das ist ja überhaupt nichts für mich." Heute ist sie Spenglermeisterin und leitet ihren eigenen Dachdeckerbetrieb in München. "Mein Traumjob", sagt sie. Die 27-Jährige ist eine der ganz wenigen Frauen in der Branche. "Ja, manchmal gibt es auf den Baustellen schon Männer, die komisch schauen", sagt sie. Oft seien auch Kunden zunächst irritiert: "Ach so, Sie sind eine Frau! Ich habe mit einem Mann gerechnet." Aber so schlimm sei es auf dem Bau überhaupt nicht für Frauen. "Du musst halt gut sein. Und wahrscheinlich musst du immer einen Ticken besser sein als ein Mann", sagt sie. Löffler kann sich keinen schöneren Beruf vorstellen. Die Arbeit sei sehr abwechslungsreich, und es mache viel Spaß zum Beispiel so ein schönes Blechdach wie auf dem Justizpalast zu reparieren. Frauen rät sie, einfach mal mitzukommen und es auszuprobieren.

Bild: Alessandra Schellnegger 16. März 2018, 17:142018-03-16 17:14:39 © SZ vom 17.03.2018/amm