Entwurfsstudie Wohnen am Volkstheater

Das Kommunalreferat nennt die Eckdaten fürs Viehhofgelände

Von Franz Kotteder

Viele freie Flächen, auf denen sich noch etwas gestalten lässt, gibt es im weiteren Bereich der Innenstadt nicht mehr. Umso mehr freut sich Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) über das Viehhofgelände zwischen Bahn und Zenetti-, Tumblinger- und Thalkirchner Straße. "Ein sehr interessantes Entwicklungsgebiet" sei das, sagt er am Dienstagmittag beim Hintergrundgespräch mit der Presse in seinem Kommunalreferat, "und das Schönste ist: Es befindet sich im Eigentum der Stadt".

Weil Markwardt als oberster Liegenschaftsverwalter der Stadt auch dafür zuständig ist, ließ er jetzt gemeinsam mit dem städtischen Planungsreferat vom Architektenbüro Albert Speer und Partner (AS & P) eine Entwurfsstudie für das 7,1 Hektar große Areal erstellen - das entspricht der Größe von zehn Fußballfeldern. Die Studie dient als Grundlage für den Eckdatenbeschluss, der um die Sommerpause herum in den Stadtrat kommen dürfte und dann die Basis für eine mögliche Bebauung des Gelände liefert. "Wir wollten damit ausloten, was dort möglich ist", sagt Markwardt, "die Entscheidung liegt aber letztlich bei der Politik."

Das Viehhofgelände besteht derzeit noch aus denkmalgeschützten Bauten vor allem an der Zenetti- und Tumblinger Straße, in denen sich Flüchtlingsunterkünfte und Büros befinden, sowie zwei großen Hallen für Gewerbe. 32 Gewerbebetriebe, viele davon Metzger, sind dort untergebracht, die Diakonie und das Sozialreferat haben ein Lager entlang der Thalkirchner Straße, auch die "Münchner Suppenküche" ist dort untergebracht. Entlang der Bahngleise hat sich ein Biotop entwickelt, in dem vor allem Eidechsen leben, es gibt eine Wagenwaschanlage, in dem die Lastwagen, die den nahen Schlachthof beliefert haben, gewaschen werden. Auf der großen Freifläche an der Ecke zur Tumblingerstraße findet im Sommer noch Open-air-Kino mit Biergarten statt. Dies wird weichen müssen, sobald dort mit dem Neubau für das Volkstheater begonnen wird. Wann das sein wird, darauf will sich Markwardt nicht festlegen: "Das kann 2017 sein, vielleicht aber auch erst 2018."

Stadtdirektorin Susanne Ritter vom Planungsreferat nennt die möglichen Eckdaten für das Gelände. Laut der Speer-Studie könnten dort "400 bis 450 Wohnungen" auf knapp 39 000 Quadratmetern Geschossfläche in fünfstöckigen Gebäuden entstehen, außerdem zwei Kindertagesstätten und verschiedene Gewerbeeinheiten, insgesamt an die 16 500 Quadratmeter. Die Gewerbebauten würden entlang der Zenetti- und Thalkirchner Straße errichtet, die Wohngebäude eher inmitten des Areals. Im Süden, zur Bahn hin, könnte eine Grünfläche entstehen, die auch das Eidechsen-Habitat einschließt.

"Ein großer Vorteil des Konzepts ist", so Susanne Ritter, "dass es in Etappen umgesetzt werden kann." So könne man zum Beispiel an der Zenetti- und Thalkirchner Straße Geschäftshäuser bauen, in die dann die Gewerbebetriebe aus den Hallen umziehen könnten, wenn deren Abriss und die neue Wohnbebauung anstünden. "Prozesshafte Entwicklung" nennt sich das. Grundsätzlich wünsche man sich Nutzungsvielfalt auf dem Gelände, ein städtisches Wohnquartier soll entstehen.

Die 18 500 Quadratmeter große Grünanlage, von der Bahn durch eine Lärmschutzwand getrennt, soll auch den Anwohnern der angrenzenden Wohnviertel zur Erholung dienen, ein neuer Fuß- und Radweg wird dann auch die Tumblinger- mit der Thalkirchner Straße verbinden. Und die Laster-Waschanlage? Die muss wohl in den Schlachthof umziehen, einen genauen Standort dafür gibt es allerdings noch nicht.