Manche Politiker haben erst über die Fastenpredigt gelacht, zwei Tage später waren sie dann plötzlich empört. Dem Nockherberg schaden sie damit sehr.
Nun ist also Michael Lerchenberg seinen Job als Bußprediger auf dem Nockherberg los, er hat die Kutte an den Nagel gehängt, nachdem der Druck zu groß geworden war. Inzwischen dürfte die Wirkung des hochprozentigen Salvator-Bieres soweit nachgelassen haben, dass es möglich ist, nüchtern Bilanz zu ziehen. Was ist eigentlich passiert?
Manche Politiker fanden die Rede anfangs noch lustig, der Groll kam erst zwei Tage später. (© Foto: dpa)
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Lerchenberg hat in Gestalt des Bruders Barnabas eine zornige Predigt gehalten, die den gescholtenen Politikern keine Gelegenheit gab, amüsiert über die eigenen Schlitzohrigkeit zu lachen, etwa nach dem Motto "Hund samma scho". Wie die zahllosen Solidaritätsbekundungen im Internet zeigen, hat er vielen Menschen aus der Seele gesprochen.
Wahr ist aber auch: In einer Passage haben Lerchenberg und sein Koautor Christian Springer eine große Dummheit begangen. Bei der satirischen Abrechnung mit Westerwelles Hartz-IV-Gerede die Schreckensvision eines Konzentrationslagers heraufzubeschwören, war schlichtweg töricht. Charlotte Knobloch, die Präsidentin des Zentralrats der Juden, hat dagegen protestiert, woraufhin Lerchenberg und Springer zutiefst bedauerten, "die Gefühle anderer verletzt zu haben".
Damit hätte man es bewenden lassen können. Schließlich geschah die Entgleisung nicht bei einem Staatsakt, sondern während eines Freibiergelages zum Wohle der Paulaner-Brauerei. Doch es gibt Politiker, denen kein Anlass zu gering ist, sich in Szene zu setzen.
Kaum war Knoblochs Protestnote publik, waren auch der deutsche Außenminister und die bayerische Landtagspräsidentin empört, und dann sprangen - um nur die Auffälligsten zu nennen - der bayerische Innenminister (wegen der Polizeikritik) und die bayerische Sozialministerin (wegen generellen Missfallens) auf den Zug der Beleidigten auf. Man wundert sich, dass nicht noch die Bundeskanzlerin und der UNO-Generalsekretär zu der hochbrisanten Staatsaffäre Stellung bezogen.
Ganz besonders eindrucksvoll ist, wie sich Sozialministerin Christine Haderthauer aufplusterte, freilich erst zwei Tage später. Während der Salvatorprobe konnte man sowohl im Saal als auch im Fernsehen beobachten, wie Haderthauer gut gelaunt die Barnabas-Rede verfolgte, und beim anschließenden TV-Interview äußerte sie sich durchaus amüsiert, so wie die anderen Politiker auch.
In den folgenden Tagen hat sie wohl spitzgekriegt, dass sich der Wind gedreht hat, und es auch für sie an der Zeit wäre, empört zu sein. Folglich verkündete die Ministerin, sie werde den Nockherberg solange boykottieren, bis die Fastenpredigt zur ursprünglich humorvollen Form zurückgefunden hat.
Da wird der Paulaner-Brauerei wohl nichts anderes übrig bleiben, als Haderthauer beim nächsten Mal zu fragen: "Gnä' Frau, wie möchten Sie gern derbleckt werden?"
Im Video: Salvator-Probe 2010: Strauß selig spielt Bohlen, und alle finden's wunderbar. Nur Stoiber wundert sich.
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(SZ vom 08.03.2010/sonn)
Brasiliens Präsidentin Roussef
Die neueste Antwort
... Helmut Schleich: "Wer als Verbraucher noch einen Arsch in der Hose hat, säuft keinen Paulaner Blembl und schaltet den Hofschranzensender BR (Neveau: Dahoam is Dahoam oder Sturm der Liebe) weg!"
Erschüttert war ich über den "Schl..mbatzen" Markwort beim SonntagsStammtisch - aber was kann man schon von einem "Burda Vortänzer" erwarten.
Woran genau wird sich denn bei der Rede gestört?
"Alle Hartz-IV-Empfänger sammelt er in den leeren, verblühten Landschaften zwischen Usedom und dem Riesengebirge, drumherum ein großer Stacheldraht - hamma scho moi g´habt. Dann gibt´s a Wassersuppn und einen Kanten Brot. Statt Heizkostenzuschuss gibt´s von Sarrazins Winterhilfswerk zwei Pullover, und überm Eingang, bewacht von jungliberalen Ichlingen im Gelbhemd, steht in eisernen Letter: ´Leistung muss sich wieder lohnen´."
Hartz-IV empfänger sind nicht einer speziellen Herkunft zuzuordnen. Die verblühten Landschaften, ist offensichtlich eine Anspielung auf Kohl's blühende Landschaften der neuen Bundesländer. Passt auch die Ostgrenzbeschreibung und der Stacheldraht dazu, das hatten wir echt schon mal, nannte sich DDR. Die dürftige Verpflegung und die Winterhilfe, ist nichts anderes als die Umsetzung der Ideen einiger Politiker.
Leistung muss sich wieder lohnen, ist nichts anderes als der Wahlspruch der FDP. Den Zusammenhang zu den Zwangsarbeits-/Konzentrationslagern haben die Politiker selbst geschaffen. Die Frau Knobloch hätte sich also schon über die Äusserungen der Politiker aufregen müssen, wenn ihr solche Ähnlichkeiten missfallen. So hat sie sich über eine Mahnung aufgeregt, das wir es gerade nicht zu so etwas kommen lassen sollen.
Es stellt sich also die Frage wer hier die Opfer von damals gefühlsmäßig verletzt oder wer sich hier nur verletzt sehen will.
Wenn man sieht wieviel Mut in der Politik versammelt ist,wird einem Angst und bange. Was passiert wenn es mal hart auf hart kommt ? Das hat man in Muenchen 1972 erlebt man bietet den Taetern Geld an,nur zu dumm die wollten kein Geld haben. Diese Musterdemokraten,wollen unser Land vor Gefahren und einer Diktatur schuetzen,na dann gute Nacht,mit diesen Helden kannst Du noch nicht einmal kleine Kinder in das Bett jagen.
Bitte nicht nur hier den CSU-Schwarzfunk (BR) und Heineken/Paulaner kritisieren. Überschütten wir diese doch mit unseren Mails / Briefen, bis es ihnen zu viel wird.
Bei der Firma Jack Wolfskin und ihrer sinnloser Abmahnerei von Kleingewerbetreibenden, die auch irgendwelche Tiertatzen auf Kleider genäht haben, hat es auch funktioniert.
Ich habe mir erlaubt den BR-Indentanten Prof. Dr. Gruber ein Exemplar des GG (mit markiertem Artikel 5 - "Zensur findet nicht statt") zuzusenden, da das GG beim BR offensichtlich nicht bekannt ist.
Ich gehe gern zu Kabarettveranstaltungen oder zu Kleinkunstaufführungen und da habe ich schon mehrfach einen Politiker gesehen bzw. bin in der Nähe gesessen: OB Ude, es gibt also einen Politiker, der - nicht in der ersten Reihe - es sich antut, auch mal abgewatscht zu werden.
Frau Haderthauer aus Neumünster (ca. 900 km von München entfernt) wird nie begreifen, was derbleckn bedeutet. Aber die Reaktionszeit von 2 Tagen ist ja schon mal was.
Die Brauerei Heineken wird auch bald bemerken, daß man sich mit der Zensur ein faules Ei ins Nest gelegt hat. Die Schörghubers werden nochmal an Westerwelle spenden und sich dann nur noch dem Immobiliengeschäft widmen. Ist geräuschloser, bringt mehr ein und ist bereits hervorragend mit der Politik vernetzt.
Vielleicht schafft es ja Augustiner eine Starkbierprobe mit Münchner/Südbayern-Kolorit, mit Kabarettisten, die weder von Partei, Kirche, Kommerz, BR sich bevormunden lassen, auf die Beine zu stellen. Das wäre mein Traum.
Paging