Fior di panna, Milch-Feige oder Schoko-Ingwer? Seine kalten Kugeln entzücken München. Zu Besuch in Giorgio Ballabenis Eislabor.
Das Geheimnis ist die Flamme, sagt Giorgio Ballabeni. Die Flamme aus einem cremigen, nicht zu trockenen Eis, das sich im Mund anfühlt wie Nutella, aber nicht zu süß schmeckt - zum Beispiel nach Milch-Feige, Cocos oder Joghurt-Orange.
Eis-Meister bei der Arbeit: Lorella Ballabeni achtet auf die richtige Konsistenz, so bleibt das Eis in der Vitrine an der Türkenstraße cremig. (© Foto: Stephan Rumpf)
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Der Gelatiere aus Italien mit der Statur eines hanseatischen Seemanns trägt an einem Samstagmorgen weißen Kittel und weiße Handschuhe zur weißen, falschrum aufgesetzten Baseball-Kappe, und einen weißgrauen Dreitagebart zur randlosen Brille. Obwohl der 49-Jährige aus Padua schon seit drei Uhr auf den Beinen ist und hochkonzentriert die richtigen Zutaten zusammenmischen muss, lächelt er vor sich hin.
"Gelatieri sind Aandwerker", sagt er in weichem Italodeutsch. Sie hantieren mit zehn Kilo schweren Werkzeugen; die besonders guten schaffen es, eine grammgenaue Mischung zu erstellen. Ballabeni ist einer dieser ganz besonderen Gelatieri. Bis um 22 Uhr wird er 500 Kilogramm Eis hergestellt haben.
Es ist sieben Uhr morgens und auf der Kreuzung Theresien- und Türkenstraße klingt nur ein ganz leichtes Summen - aus der Eisdiele am Eck. Hinter dem Vorraum mit einer badewannengroßen Vitrine liegt, getrennt durch eine automatische Glastür, das elektronische Geschmackslabor von Ballabeni: Geräte und Regale aus grauem Edelstahl, an jedem der Metallmaschinen leuchtet eine digitale Temperatur- oder Zeitanzeige.
Es surrt im Raum und riecht wie in einem Labor - nach nichts. Ballabeni geht zwischen zwei Pasteurisiermaschinen, zwei Eismaschinen und mannshohen Gefrierschränken hin und her. Es ist hier gerade genug Platz für zwei Personen.
Eigentlich ist Eismachen einfach. "Zutaten zusammenmischen, auf 72,5 Grad erhitzen, homogenisieren, abkühlen lassen und dann in die Eismaschine stecken." Für ein besonders gutes Eis braucht man aber mehr als nur den richtigen Ablauf. Die richtige Menge muss im richtigen Moment zur richtigen Maschine mit der richtigen Temperatur.
Ballabeni mischt das erste Eis für diesen Tag zusammen, eine Charge Fior di panna, 60 Liter. "Dieses Sahneeis ist das Grundeis für viele Sorten, zum Beispiel Stracciatella." Es besteht aus 14 Zutaten. Ballabeni gießt aus einem 20-Liter-Karton Milch in einen weißen Eimer, 26 Liter kommen in die erste Pasteurisiermaschine, eine tiefe Metallwanne, an der unten ein Rührpropeller dreht. Dazu gibt er nacheinander kiloweise vier verschiedene Zuckersorten, Sahne, Honig, Salz und Magermilchpulver und dreht den Temperaturregler hoch.
Manche älteren Leute kommen zweimal am Tag zu ihm, weil der Geschmack des Eises sie an ihre Jugend erinnert, sagt er. "Das liegt am Magermilchpulver, das in Notzeiten früher als Milchersatz verwendet wurde." Nach diesem Satz wirkt er für kurze Zeit stolz und erschrocken zugleich. Stolz darauf, dass er seine Kunden mit Milchpulver entzücken kann, und erschrocken darüber, dass er eines seiner Geheimnisse verraten hat.
Doch dann lächelt er sofort wieder, ein Mann kommt vorbei und grüßt. "Der kommt jeden Morgen", sagt der Gelatiere.
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Die neueste Antwort
Ballabeni ist definitiv die beste Eisdiele in München!
Mit dem intensiven Geschmack des Schokoladeneis kann bestenfalls der Schoko-Trüffel-Kuchen von Starbucks mithalten.
Auch Sorten wie Mango oder Himbeere schmecken wirklich so wie man es erwartet und nicht eklig künstlich wie bei normalen Eisdielen, die kaum natürliche Zutaten im Eis verarbeiten.
Der einzige Kritikpunkt wäre die Sortenvielfalt, da hat man natürlich bei einem Sarcletti eine ganz andere Auswahl. Mir persönlich sind aber wenige Sorten lieber, wenn dafür auch die Qualität jeder einzelnen stimmt. Durch den Probierlöffel hat man auch die gute Möglichkeit neue Sorten für sich zu entdecken.
Und ich würde mir in der Filiale an der Giselastraße die knusprigen, gewellten Waffelbecher wünschen, die gibt es bisher leider nur in der Theresienstraße.
Alles in allem bin ich sehr froh dass es Ballabeni gibt und hoffe noch lange in den Genuß dieser Gaumenfreude zu kommen.
sublime so sieht es aus. Wahrscheinlich ist das nur ein Mitbewerber dessen Eis kein Mensch mehr haben will.
ich weiß ja nicht mit welch grauenhaften Geschmäckern Sie Ihre Geschmacksknospen trainiert haben aber bitte gehen Sie weiterhin zu den doch so guten Eisdielen um die Ecke und lassen Sie den Menschen, die das hervorragende Eis bei Ballabeni zu schätzen wissen ihren Genuss.
Ich weiß ja nicht, wieso die schlechteste Eisdiele in ganz München gleich drei Seiten eines redaktionellen Beitrags wert sein soll.
Der Standort macht's halt bei dieser Eisdiele. Andere "Gelatiere", zum Teil gleich um die Ecke beherrschen ihr Handwerk viel besser.