Eine Stadt bewegt sich Diese Menschen zieht es nach München

Am 31. Dezember 2017 zählten die Statistiker, nach einer Überprüfung der Meldedaten, 1 526 056 Einwohner.

(Foto: SZ Grafik)
  • Noch nie haben so viele Menschen in München gewohnt als jetzt. 1 526 056 Einwohner waren es am 31. Dezember 2017.
  • Und die Stadt wächst weiter: Bis 2030 sollen es 1,8 Millionen sein.
  • Wie sich das Wachstum zusammensetzt, wo die Zuzügler herkommen und wohin es die Wegzügler verschlägt, beleuchtet die SZ in ihrer neuen Serie "München, eine Stadt in Bewegung".
Von Birgit Kruse (Text) und Benedict Witzenberger (Grafiken)

Es war eine kurze Nachricht, die am 2. Juni 2015 verschickt wurde: "München hat jetzt 1,5 Millionen Einwohner". Für die Stadt, die seit Jahren stetig wächst, bedeutete das einen neuen Rekord. Doch der Trend war nicht immer so: Nach dem Olympiajahr 1972 stagnierte das Bevölkerungswachstum zeitweise, erst seit dem Jahr 2000 wächst München kontinuierlich. Am 31. Dezember 2017 zählten die Statistiker, nach einer Überprüfung der Meldedaten, 1 526 056 Einwohner.

Noch nie haben so viele Menschen in der Landeshauptstadt gewohnt. Staus, steigende Mieten, ein Mangel an Betreuungsplätzen für Kinder sind nur einige Folgen des Booms. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Bis 2030 rechnet die Stadt mit 1,8 Millionen Einwohnern; im Vergleich zu 2015 wäre das ein Wachstum von 16,4 Prozent.

Ein Grund für die steigenden Bevölkerungszahlen sind die Geburten. Seit 2007 verzeichnete München jedes Jahr einen Geburtenzuwachs, 2016 kamen 18107 Kinder zur Welt, im vergangenen Jahr ging die Zahl erstmals wieder leicht zurück. Die Stadt hat einen Geburtenüberschuss erreicht, der noch über dem der Babyboomjahre in den Sechzigerjahren liegt.

Ein weiterer Grund, der das Wachstum erklärt, ist der Zuzug. 1 791 592 Menschen sind in den vergangenen 17 Jahren nach München gekommen; 1 548 918 haben die Stadt wieder verlassen. Unterm Strich bescherte das München einen positiven Saldo von 242 674 Einwohnern.

Was sind die Ursachen des Booms? Welche Folgen hat das Wachstum für die Stadt und ihre Menschen? Wo kommen die Zuzügler eigentlich her? Und wo gehen diejenigen hin, die die Stadt wieder verlassen? Die Suche nach Antworten und Trends führt in die Schwanthalerstraße 68. Dort sitzt das Statistische Amt der Stadt, dort liegen die Antworten versteckt in unzähligen Datensätzen, in Milliarden von Datenzeilen. Drei Millionen davon hat die Süddeutsche Zeitung für den Zeitraum von 2000 bis 2016 ausgewertet.

Die Tendenz für die vergangenen 17 Jahre ist eindeutig. Die meisten Zuzügler kommen aus dem Münchner Umland - vor allem aus den Landkreisen München, Fürstenfeldbruck und Starnberg. Den geringsten Zuzug gab es aus Bad Tölz-Wolfratshausen. Weitet man den Blick und betrachtet Deutschland, führt Augsburg das Ranking der Herkunftsstädte an, dicht gefolgt von Hamburg und Rosenheim. Weltweit sind Polen, Rumänien und Italien die Länder, aus denen die meisten Menschen nach München kommen. In der neuen Heimatstadt angekommen, zieht es besonders viele in die Innenstadtbezirke. Beliebt sind vor allem die Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt und die Maxvorstadt.

Wer der Stadt den Rücken kehrt, lässt sich meist in den angrenzenden Landkreisen nieder. Das beliebteste Ziel in Deutschland außerhalb der Region ist für den Münchner Berlin, und wenn es nicht an die Spree geht, dann stehen Rosenheim oder Augsburg hoch im Kurs. Weltweit betrachtet zogen in den vergangenen 17 Jahren die meisten Menschen nach Polen, in die USA und nach Österreich.

Die wichtigsten Trends und Grafiken

Jedes Jahr lassen sich Zehntausende Menschen in der Landeshauptstadt nieder - oder kehren ihr den Rücken. Und auch die einzelnen Bezirke befinden sich im steten Wandel. Ein Blick auf die vergangenen 17 Jahre. Von Birgit Kruse (Texte) und Benedict Witzenberger (Grafiken) mehr...