Ein Tag mehr im Kalender heißt: Ein Fitzelchen Wachstum

Ein Tag mehr im Kalender bedeutet mehr Wirtschaftswachstum. Ein kleines bisschen zumindest, prognostiziert Gebhard Flaig, Vorstand des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts ifo.

Von kast

Denn grundsätzlich gelte: Gibt es in einem Jahr mehr Arbeitstage, wird auch mehr produziert. "Dieser Effekt ist da, er ist aber nicht so groß", erklärt Flaig. Wie viel produziert werde, hänge schließlich auch vom Auftragsbestand der Unternehmen ab. In einer Hochkonjunktur mit hoher Nachfrage sei der Effekt größer. Sonst bewirke der zusätzliche Februartag nur einen "zeitlichen Verteilungseffekt": Dann werde zwar im Februar mehr gearbeitet und produziert, in den Folgemonaten aber wieder weniger.

Und das alles herauszufinden und zu beziffern, sei "ungeheuer schwer". "Wir haben viel gerechnet", versichert Flaig. Herausgekommen ist Folgendes: Bei etwa 240 Arbeitstagen im Jahr mache der 29.Februar nicht mal ein halbes Prozent mehr Arbeitszeit aus. Ein Drittel dieses halben Prozentes werde wohl in zusätzliche Produktion umgesetzt, so die Schätzung. Der Rest versande - etwa in den zeitlichen Verteilungseffekten.

Bleiben also 0,15 Prozent Wirtschaftswachstum - wegen der schwachen Konjunktur sei der Effekt aber wohl eher noch etwas geringer. "Dieser eine Tag reißt also nichts raus", resümiert Flaig, ein konjunktureller Impuls gehe von ihm wohl kaum aus, für die Lösung der längerfristigen Wirtschaftsprobleme sei er irrelevant.

Und all die Rechnungen seien wirklich mit Vorsicht zu genießen: "Vieles ist da schon im Dunkeln."