Von Alfred Dürr

Aus dem stillgelegten Heizkraftwerk in der Müllerstraße soll ein neues Wohngebiet in der Innenstadt werden. Der Stadtwerke-Turm bietet den Architekten eine einmalige Chance - falls man sie lässt.

Es ist zweifellos eines der spektakulärsten Umbauprojekte in der Innenstadt. Das ehemalige Stadtwerke-Gelände an der Müllerstraße soll zu einem Wohn-, Büro- und Geschäftsgebiet werden. Bemerkenswert ist das Areal nicht nur wegen seiner Lage. Es geht auch um die Frage, ob das 1956 errichtete Fernheizkraftwerk, dessen Maschinenhaus-Turm eine Höhe von 56 Metern hat, erhalten bleibt.

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Auf dem ehemaligen Stadtwerke-Gelände sollen Wohnungen entstehen. (© Foto: Stephan Rumpf)

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Das böte die einmalige Chance, Hochhaus-Wohnungen mitten in der Altstadt zu bauen. Außerdem hätte München dann endlich auch ein beachtliches Beispiel dafür, wie man ehemalige Industriebauten ansprechend umgestalten kann.

Am kommenden Montag wird sich zeigen, wie es mit Planungen weitergeht. An diesem Tag wollen die Investoren, die alpha invest Projekt (Oberhaching) und die LBBW Immobilien (Stuttgart), das mit Spannung erwartete Ergebnis eines international besetzten Architekten-Workshops vorstellen. Erhalt des Maschinenhaus-Turms oder kompletter Abriss der ehemaligen Industriebauten? Das war die Aufgabenstellung für die Teams. Jedes Büro sollte diese beiden Varianten und ihre jeweiligen städtebaulichen Konsequenzen aufzeigen.

Obwohl selbst Alpha-Chef Jörg Scheufele noch keine Entwürfe zu Gesicht bekommen hat - das Preisgericht tagt am Freitag hinter verschlossenen Türen - macht er keinen Hehl aus seinen Präferenzen. Er möchte den Turm gern als "Wahrzeichen" des neuen Gebietes präsentieren und vermarkten.

In den oberen Teil sollen Wohnungen kommen, der Rest wäre für Büros vorgesehen. Die Struktur der grünen Fassade mit dem Quadratraster bliebe bestehen, ebenso die Kamine und der typische Dachaufbau. Ins Innere des 2002 stillgelegten Technikgebäudes müsste allerdings eine ganz neue Konstruktion kommen.

Scheufele: "Wir haben das geprüft - und es ist zu schaffen." Noch nicht klar ist, ob auch die Denkmalschutz-Behörden eine solche Lösung akzeptieren würden - und ob sie den Industriebau überhaupt unter Schutz stellen. Das Problem könnte nämlich sein, dass die Umbauten möglicherweise den Denkmalwert gefährden - und dann doch nur ein Abriss in Frage kommt.

Auch bei der Stadt wartet man gespannt auf das Ergebnis. Der örtliche Bezirksausschuss hat für den Turm überhaupt nichts übrig. Er soll vollständig abgerissen werden, lautet die Forderung. Der Stadtrat hat das letzte Wort. Im Dezember wird er entscheiden.

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(SZ vom 10.10.07)