Zwist in Zorneding beendet Freie Bahn für die Bagger am Pöringer Bolzplatz

Ob als Fußballrasen, Park oder Freizeitfläche - der Bolzplatz in Pöring wird vielfältig genutzt. Nun befürchten viele Anwohner den Ausverkauf ihrer geliebten Grünfläche.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Die Kritiker des Bebauungsplan Tannenstraße verzichten auf eine Klage. In Zorneding endet damit ein langer Streit.

Von Viktoria Spinrad, Zorneding

Kritiker des Bebauungsplans Tannenstraße und Vertreter der Gemeinde werden sich nicht vor Gericht wiedertreffen. Wie Harald Kummerer - der Wortführer der Gegner - am Montag mitteilte, verzichtet er auf eine Klage. Damit steht dem Bauprojekt, wonach der Pöringer Bolzplatz zugunsten einer Bebauung am Rand um ein Fünftel kleiner wird, nichts mehr im Wege.

Zwar wäre eine Klage nicht aussichtslos gewesen, sagte Kummerer. Schließlich habe sich die Gemeinde in eine Befangenheitssituation gebracht, weil das Grundstück erst verkauft und dann Baurecht geschaffen wurde. "Aus persönlichen Gründen" verzichte man aber auf eine Klage. Details zum Verzicht auf die Klage wollte Kummerer nicht nennen. Nur dass man vom Projekt nicht überzeugt sei: "Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Gemeinde einen großen Fehler macht."

Die Entscheidung der Anwohner bedeutet zumindest das formelle Ende ihres einjährigen Streits mit der Verwaltung, in dem beide Seiten nie so recht zusammenfanden. Die Verwaltung hatte stets betont, die Wiese schützen zu wollen, indem sie diese erstmals im Bebauungsplan festschreibt; zudem bräuchte man das erlöste Geld für vergünstige Wohnungen und Kindergärten. Die Gegner wiederum hatten die Wirksamkeit des Bebauungsplans vor Lärmklagen angezweifelt. Der Zwist führte zur ersten öffentlichen Anhörung der Gemeinde seit knapp 20 Jahren - die ebenfalls keine Einigung brachte.

Abpfiff

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Was bleibt nach dem Streit? Harald Kummerer zeigte sich nach wie vor enttäuscht über den Gemeinderat, der die Pöringer, Ingelsberger und Wolfesinger nicht gut vertrete und "über die Köpfe der Menschen hinweg" entscheide. Anders sieht das Bürgermeister Piet Mayr (CSU). "Wir haben die Leute mit einbezogen", betont er. Er sehe keinen Anlass, die Bürger künftig früher aktiv ins Boot zu holen. Wohl aber dafür, Kritiker nach Aufstellung eines Bebauungsplans öfter zum Gespräch ins Rathaus einzuladen: "Dann ist der Zeitpunkt für eine Anhörung gut", so Mayr.