Neue Landratsamts-Dependance Die Schranke in der Ebersberger Tiefgarage bleibt unten

Seit Anfang des Jahres gehört die frühere Zentrale der Kreissparkasse dem Landkreis. Das Gebäude wird künftig als zweites Landratsamt dienen.

(Foto: Christian Endt)

Würden die Parkplätze für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, müsste eine Million Euro investiert werden - zu viel, um wahr zu sein.

Von Barbara Mooser, Ebersberg

Sie ist eng, sie bietet kaum Platz zum Rangieren, die Stellplätze sind so schmal, dass ein modernes Auto gerade mal drauf passt. Das ist aber nicht der alleinige Grund dafür, dass die Tiefgarage des früheren Kreissparkassengebäudes auch nach dessen Umbau zur Landratsamts-Dependance der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung stehen wird. Denn möglich gemacht werden könnte das nur mit teuren Umbauten: Eine neue Sprinkleranlage wäre dann beispielsweise ebenfalls erforderlich wie eine Entrauchung, umgebaute Rettungswege und eine erweitere Zutrittskontrolle.

Kosten würde das etwa eine Million Euro zusätzlich - dieses Geld kann man sich nach Einschätzung des zuständigen Liegenschaftsausschusses sparen. Denn ohnehin könnte die Tiefgarage nur nach Dienstschluss im Landratsamt für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, etwa abends oder an Wochenenden.

"Das ist schade, aber es nützt ja nichts", fasste Kreisrätin Bettina Zetzl (CSU) zusammen, was offenbar auch ihre Kollegen dachten, denn niemand sprach sich angesichts dieser Situation in der Sitzung am Mittwoch für die Öffnung der Tiefgarage aus. Franz Greithanner (Grüne) mahnte aber an, dass die Landratsamts-Mitarbeiter auch tatsächlich die Garage benutzen und nicht die Kundenparkplätze rund um das Gebäude herum blockieren. "Da werden wir mit strenger Hand drauf achten", versicherte Landrat Robert Niedergesäß (CSU).

Die Planungen für die Umnutzung des Gebäudes gehen voran

Auch sonst gehen die Planungen für die Umnutzung des Gebäudes an der Bahn voran, bisweilen kommt es da auch zu überraschenden Erkenntnissen: Zum Beispiel, dass Räume im Untergeschoss, die von der Sparkasse jahrelang als Büros genutzt wurden, aus arbeitsrechtlichen Gründen gar nicht für diesen Zweck verwendet werden dürfen. Nur zwei Stunden täglich dürfen sich die Mitarbeiter künftig in diesen Räumen aufhalten, die einen eher tristen Blick auf eine Betonwand bieten, erläuterte Josef Köll, der zuständige Fachmann in der Liegenschaftsverwaltung des Landratsamts.

Zweifel äußerte Franz Greithanner daran, dass es sinnvoll ist, dass die Zulassungsstelle ins ehemalige Kreissparkassengebäude umzieht. Ohnehin vollziehe sich hier ein rasanter Wandel, sagte er, künftig würden die Autos mit Sicherheit zunehmend auf digitalem Weg zugelassen. "Dafür ist mir der Aufwand, der hier betrieben wird, zu hoch", sagte er. Laut Berechnungen der Liegenschaftsexperten könnte man sich 332 500 Euro sparen, wenn die Zulassungsstelle und die Führerscheinstelle dort bleiben, wo sie momentan sind, nämlich auf der anderen Seite der Straße im Gebäude des Jobcenters.

Brigitte Keller, Leiterin der Abteilung Zentrales und Bildung, plädierte dennoch für die Verlegung der Zulassungsstelle neben den dann neu geschaffenen Bereich für Bürgerservice. Denn der von Greithanner beschriebene Wandel werde sicher noch einige Jahre dauern, "und wir haben jetzt eine Situation zu bereinigen". "So schnell wird das nicht gehen", sagte auch der Landrat, er sei überzeugt, dass der Umzug der Zulassungsstelle der richtige Weg ist. Zudem braucht laut Köll das Jobcenter ohnehin mehr Platz, die leer werdenden Räume der Zulassungsstelle wären also sehr willkommen.