Poing Abschied von Michael Holzner

Zahlreiche Poinger feiern mit ihrem Pfarrer seinen letzten Gottesdienst in der Gemeinde

Von Johanna Feckl

Letzter Handschlag unter Kollegen: der evangelische Pfarrer Michael Simonsen (links) verabschiedet sich vom scheidenden Pfarrer Michael Holzner.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

"Ich kann da gar nicht mit hinein gehen, das ist mir zu viel", entschuldigte sich eine Frau inmitten der großen Menschenmenge, die aus der Kirche hinaus und in das nahe gelegene Pfarrheim der katholischen Gemeinde pilgerte. Viele Poinger sind gekommen, um an der letzten Predigt von Pfarrer Michael Holzner teilzunehmen, der von März an als Pfarrvikar im Pfarrverband Neuaubing-Westkreuz tätig sein wird. Fast ebenso viele folgten der Einladung des Pfarrgemeinderats zu einer kleinen Abschiedsfeier im Anschluss an den Gottesdienst in das Pfarrheim.

Immer mehr Menschen strömten in den Saal des Pfarrheims. Nach einigen Minuten musste eine Seitentür geöffnet werden, um des Andrangs Herr zu werden. "Ich freue mich, dass so viele gekommen sind, um sich persönlich von unserem Pfarrer Herrn Holzner zu verabschieden", begrüßte der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Franz Hohl die Poinger. Da das Ordinariat Holzners Versetzung so kurzfristig bekannt gab, reichte die Zeit für die Organisation einer Feier nicht aus, die "seine Tätigkeit richtig würdigt", wie Hohl sagte. Deshalb sei eine zweite, größere Feier für den 12. Juni angedacht. Hohl bedankte sich bei Holzner für dessen großartigen Verdienste um die Gemeinde, bevor er das Mikrofon für weitere Danksagungen weiterreichte.

Einer der Redner war Holzners Kollege aus der evangelischen Gemeinde, Pfarrer Michael Simonsen. "Wir sind sehr traurig, Sie heute verabschieden zu müssen." Simonsen zeigte sich dankbar dafür, dass Holzner es immer geschafft hat, ihm und seiner Pfarrgemeinde die katholische Kirche näher zu bringen. Seit fünf Jahren ist Simonsen das evangelische Pendant zu Holzner in Poing. "Wir haben immer gut miteinander harmoniert und sehr wirksam zusammengearbeitet. Es hat mir großen Spaß gemacht", erzählte Simonsen nach dem offiziellen Teil der Feier.

Zu dem intensiven Austausch zwischen den zwei Pfarrgemeinden trug vermutlich auch Poings Bürgermeister Albert Hingerl ein Stück bei: Alle zwei bis drei Monate lud er Holzner und Simonsen zu einem gemeinsamen Mittagessen ein, wie Hingerl verriet. Dieser Austausch sei ihnen allen dreien immer wichtig gewesen. Er selbst kennt Holzner seit dessen erstem Tag als Poinger Pfarrer, also seit beinahe 19 Jahren. In all den Jahren sei der Geistliche fast wie ein Freund geworden: "Man ist füreinander da, wenn man sich braucht." Holzner sei für ihn immer ein Mann gewesen, der mit seinen Worten und Taten absolut überzeugte. "Und mit deiner neuen Pfarrgemeinde bist du ja nicht weit weg. Vielleicht werden wir Neuaubing einfach eingemeinden - dann bist du wieder bei uns", überlegte Hingerl an Holzner gewandt.

Es folgten noch viele weitere offizielle Danksagungen, unter anderem von Seiten des Frauenbunds, der Poinger Musikkapelle und auch von einigen der Erstkommunion-Kinder. "Wir möchten uns bei Ihnen bedanken!" Mehr traute sich keines der Kinder vor einer solch großen Menschenmenge zu sagen. Aber sie haben etwas gebastelt: eine große Karte, auf der sie alle unterschrieben haben. Nach dem offiziellen Teil bildete sich eine Menschentraube um Holzner. Jeder wollte noch ein paar persönliche Worte mit ihm wechseln. Es war eine große Menschentraube. Holzner nahm sich viel Zeit für jede dieser herzlichen Verabschiedungen. "Es war eine gute Zeit hier", resümierte er. "Das, was gewachsen ist, wird bleiben."