Pliening Sechs Hektar Wasser

Plieninger Gemeinderat legt Kriterien für neuen Kiesabbau fest

Die 147 Landshamer haben sich durchgesetzt: Westlich ihres Ortsteils wird kein Wäldchen entstehen, statt dessen wird die Gemeinde Pliening in einigen Jahren um einen weiteren See reicher sein. Dieser wird nach dem Ende des Kiesabbaus auf einem etwa sechs Hektar großen Areal westlich von Landsham-Moos zurückbleiben. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Donnerstag nun vorangegangene Beschlüsse des Bauausschusses mehrheitlich bestätigt, in denen die Gemeinde das Einvernehmen für den neuerlichen Abbau grundsätzlich erteilt, aber auch Bedingungen für die Abbauzeit und die Rekultivierung stellt.

Dabei hätte sich eigentlich eine Gemeinderatsmehrheit früher eine andere Zukunft für das Kiesabbauareal vorgestellt: eine Wiederverfüllung des Areals und Nutzung als Erholungsgelände. Der örtliche Kiesunternehmer wäre dazu auch bereit gewesen, ein entsprechender wasserrechtlicher Antrag war beim Landratsamt bereits gestellt. Dann allerdings kam die Unterschriftenliste, viele Anwohner sprachen sich gegen diese Lösung aus: Sie fürchteten, dass es zu lang dauert, bis die ehemalige Kiesgrube verfüllt ist, dass sie also noch länger als ohnehin schon mit Lärm, Staub und Lkw-Verkehr leben müssen. "Man kommt an den Unterschriften nicht vorbei", konstatierte Bürgermeister Roland Frick (CSU), der ansonsten die neue Entwicklung schon etwas gelassener sah als andere Gemeinderäte. Stefan Seizl (Alternative für Pliening) hatte sogar eine längere Rede vorbereitet, in der er seiner Enttäuschung Ausdruck gab.

Ansonsten ging es vor allem darum, was zu tun ist, um die Anwohner bei und nach den Abbauarbeiten zu schützen. So wünscht sich der Gemeinderat einen mindestens drei Meter hohen, mit Sträuchern bepflanzten Wall, der auch nach Ende der Arbeiten bestehen bleiben soll. Schließlich, so das Argument, wird sich die Vegetation nach den vier bis sechs Jahren Kiesabbau so richtig schön entwickelt haben, so dass ein Abriss danach dem Gremium nicht sinnvoll erscheint. Auch eine Beschränkung der Abbauzeiten auf dem Terrain gehört zum Forderungskatalog des Gemeinderats: Montags bis freitags sollte nur von 7 bis 17 Uhr gearbeitet werden dürfen, beantragt ist eigentlich eine Arbeitszeit von montags bis samstags von 7 bis 20 Uhr. Dass genau beziffert wird, wir lange die Rekultivierung dauert, fordert der Gemeinderat ebenso wie eine engmaschige Kontrolle des Grundwasserspiegels.