Motorrad-Rennfahrer Ausstellung über zwei Ebersberger Legenden

Sepp Schillinger und Hans Attenberger kurz vor ihrem Grand-Prix-Sieg im holländischen Assen.

(Foto: Franz Besendörfer/oh)

Drei Wochen lang sind Erinnerungsstücke aus der Rennfahrerkarriere von Hans Attenberger und Josef Schillinger zu sehen - 50 Jahre nach ihrem tödlichen Unfall.

Von Maria Weininger, Ebersberg

Der Ebersberger Diakon Herbert Schütze putzt Pokale mit Zahnpasta, Robert Stemmer steckt an Kränzen Blätter mit kleinen Stecknadeln fest, seine Frau Rosi bügelt 50 Jahre alte Schleifen auf. Die drei präparieren Siegerkränze und Pokale für die Gedenkfeier und die Ausstellung zum 50. Todestag der beiden Motorradrennfahrer Hans Attenberger und Sepp Schillinger, die der Freundeskreis Attenberger/Schillinger veranstaltet.

Am 7. Juli morgens werden Fahnenabordnungen der Ebersberger Schützenvereine die Fans, Freunde und ehemaligen Rennfahrer-Konkurrenten aus ganz Deutschland zum Gedenkgottesdienst in die Pfarrkirche begleiten. Der Gottesdienst ist die Auftaktveranstaltung für eine dreiwöchige Ausstellung, mit großformatigen Bildern von Seitenwagen-Rennen, originalen und selten gewordenen Rennmaschinen aus den 1960er Jahren, maßstabsgetreuen Modellen von Gespannen und einer lebensgroßen Nachbildung von Hans Attenberger und Sepp Schillinger.

Zur Ausstellungseröffnung werden besondere Gäste erwartet, Freunde und Weggefährten. Sie alle blicken auf den 7. Juli 1968 zurück, der so gut begann und so schlimm endete: Hans Attenberger und sein Beifahrer Sepp Schillinger waren in Spa/Francorchamps (Belgien) auf dem besten Weg, Weltmeister im Seitenwagen-Rennen bis 500 ccm zu werden, wären sie nicht in der letzten Runde tödlich verunglückt.

Was heute noch an sie erinnert, sind die Attenberger-Schillinger-Straße am Volksfestplatz, ein Ehrengrab am Ebersberger Friedhof und der Freundeskreis Attenberger-Schillinger, der seit 20 Jahren das Leben und die Renngeschichte der beiden Motorradrennfahrer recherchiert und akribisch nachzeichnet. Ihr Verdienst ist, dass Pokale, Kränze, Bilder und Zeitungsberichte der beiden erfolgreichen Sportler nicht dem Verfall preisgegeben wurden und nun, archiviert, die Zeitgeschichte dokumentieren.

Warum die Veranstaltung für ein Ereignis, das vor einem halben Jahrhundert stattgefunden hat? Man versteht es vielleicht, wenn man weiß, dass sich 1968 viele Ebersberger mit den beiden Stars in Freundschaft und in Respekt verbunden fühlten. Die bescheidenen und leidenschaftlichen jungen Männer haben ihr soziales Umfeld an ihrem Erfolg teilhaben lassen, vielleicht war das ihr größtes Verdienst.

Das Programm: Samstag, 7. Juli, 9 Uhr, Gottesdienst in der Sebastiani-Kapelle der Pfarrkirche Ebersberg, 10 Uhr Gedenken am Ehrengrab Attenberger Schillinger im Alten Friedhof in Ebersberg, 10.45 Uhr Gedenken am Grab Schillinger im Friedhof der Gemeinde Oberndorf, 11.30 Uhr Ausstellungseröffnung im Autohaus Ebersberg. Die Ausstellung ist dann bis zum 31. Juli werktags von 8 bis 18 Uhr, samstags von 8 bis 13 Uhr zu sehen.