Jugend musiziert im Landkreis Mädchen mit der Trompete

Früher eine Männer-Domäne entdecken mehr und mehr Mädchen die Trompete für sich, zum Beispiel die 13-jährige Roxane Brießmann und die jüngere Theresa Rasch, die an der Musikschule Vaterstetten unterrichtet werden. Roxane schaffte mit Stücken von Thorvald Hansen, Haydn und Telemann einen ersten Preis, Theresa, die sich an ein zeitgenössisches Stück und sogar an Jazz wagte, erreichte einen hervorragenden zweiten Platz. In der Kantine der Musikhochschule werden die entscheidenden zwanzig Minuten nachbereitet. Lehrerin Constanze Wild lobt die Mädchen. Wichtig sei die Motivation. "Der Weg ist das Ziel." Jetzt, nach der Wertung, erzählt Roxane locker vom Vorspiel. Aus dem Augenwinkel registriere man jedes Mitschreiben, jedes Zurücklehnen der Jurymitglieder, erzählt sie. "Mein Eindruck ist: Wenn die anfangen zu schreiben, dann war irgendwas nicht so gut."

Auch für sie lief es gut beim Wettbewerb "Jugend musiziert": Alina Rothbauer strebt eine Karriere als Musicaldarstellerin an - schon jetzt zeigt sie auf der Bühne große Präsenz.

(Foto: Robert Haas)

Anja Weyrauch, Klarinettenlehrerin an der Musikschule Grafing, findet die intensive Vorbereitung auf den Wettbewerb und die großartige Leistung ihrer Schüler wichtiger als Preise und Punkte. Sie unterrichtet Adam Ambarzumjan aus Grafing und Harutjun Khatchatrian aus Ebersberg, beide sind 14 Jahre alt, beide erreichten sie einen tollen zweiten Platz. Adam und sein zwölfjähriger Bruder Hamlet wurden vor einiger Zeit ins Begabten-Förderprogramm der Musikschule aufgenommen. Hamlets Zwillingsbruder David, der sich zusammen mit diesem in der Duo-Wertung einen ersten Preis mit Weiterleitung erspielte, hat sich als Geiger bereits einen Namen gemacht. Gerne spielen die Brüder daheim im Trio, sie musizieren aber auch in der Musikschule Grafing und im Altenheim. Zwei weitere Söhne der aus Armenien stammenden Familie, so Adam, seien dagegen eher sportlich orientiert. Adam ist mit seinem zweiten Preis vollauf zufrieden. "Mir ging's beim Vorspiel ganz gut, das Mitmachen hat sich auf jeden Fall gelohnt", sagt er, der mit kleinen Stücken von Howard Ferguson, einer Sonate von Saint-Saëns und einem Satz aus einem Konzert von Stamitz beeindruckte.

Jedes Kind, jeder junge Musiker gibt sein Bestes und möchte auch beim Landeswettbewerb sein Talent beweisen. Doch nicht alle ersten Preisträger bekommen diesen Ritterschlag. "Das ist das Problem mit den Punkten", sagt Claus Christianus. Denn diese eine Zahl sei nur der Mittelwert aller Einzel-Beurteilungen der Jury. Und nicht jeder, der ein sehr gutes Vorspiel abliefere, sei auch reif genug für den Landeswettbewerb. "Wenn wir eine Weiterleitung ablehnen, dann ist das keine Herabsetzung. Wir wollen die jungen Menschen in erster Linie schützen - vor einer möglichen Enttäuschung bei der nächsten Runde."

Die Preisträgerkonzerte finden - bei freiem Eintritt - am Sonntag, 5. Februar, um 11 Uhr im Stadtmuseum, Sammlung Musik, am Sonntag, 18. März, um 11 Uhr im Kleinen Konzertsaal des Gasteigs sowie am Samstag, 25. März, um 11 Uhr im Großen Saal der Hochschule für Musik in München statt.Der Landeswettbewerb beginnt am 29. März in Erding.