Hilfe Maskottchen und Tröster

Landrat Robert Niedergesäß (links) und Kreisbrandrat Andreas Heiß (rechts) haben Grisu in ihre Mitte genommen. Die Idee, den Drachen zum Feuerwehr-Maskottchen zu machen, hatte Bernd Meierbeck.

(Foto: Christian Endt)

Der kleine grüne Drache Grisu steht im Mittelpunkt eines Feuerwehr-Hilfsprojekts, das auch im Landkreis schon Unterstützer gefunden hat

Von Violetta Meier, Ebersberg

"Wenn ich groß bin, will ich Feuerwehrmann werden!" Manch einem mag dieser Ausruf des kleinen grünen Drachens namens Grisu bekannt vorkommen. Der niedliche Feuerspeier wurde im Jahr 1977 durch eine TV-Serie bekannt. Es war Grisus innigster Wunsch, Feuerwehrmann zu werden, jedoch war sein Vater von diesem Vorhaben immer alles andere als überzeugt. Seit nun 40 Jahren stellt Grisu dennoch das inoffizielle Maskottchen aller Feuerwehren dar.

Im Jahr 2008 erhörte Bernd Meierbeck den kleinen Drachen und erfüllte ihm endlich seinen Traum, bei der Feuerwehr eine wichtige Rolle zu spielen. "Ich habe meine Idee dem Landesfeuerwehrverband (LFV) vorgeschlagen und sie haben das Konzept sehr offen aufgenommen", erzählt der Gründer des Hilfsprojekts. Auch im Landkreis Ebersberg wurde das Feuerwehrhilfsprojekt nun im Zuge der Vollversammlung des Kreisfeuerwehrverbands Ebersberg und der Kommandatendienstversammlung vorgestellt. Bereits mit dabei sind Markt Schwaben, Forstinning, Hohenlinden, Kirchseeon, Poing und Zorneding.

Doch was steckt hinter dem Vorhaben? Meierbeck erläutert: "Grisu soll nun endlich auch das offizielle Maskottchen der Feuerwehren werden. Dazu wird das hochwertige Plüschtier an die Feuerwehrverbände verkauft. " Diese können die bezaubernden kleinen Kuscheltiere beim Tag der offenen Tür oder bei anderen Festivitäten weiterverkaufen und dadurch die Vereinskassen etwas aufstocken.

Doch das ist nicht der einzige Nutzen des Hilfsprojektes. Denn pro verkauftem Drachen geht ein Euro an das "Hilfe für Helfer"-Konto des LFV. Dieses Sonderkonto kommt bei Unfällen oder auch Sterbefällen bei der Feuerwehr zum Einsatz. Es könne schnell und unbürokratisch entschieden werden, wo das Geld benötigt werde. Die Auszahlung greife daher vor Versicherungsleistungen oder bei Versicherungsunterdeckungen und -lücken. Somit kann den Verunfallten und deren Familien zumindest in finanzieller Hinsicht sehr schnell geholfen werden. "Alleine in Bayern haben wir seit 2008 mehr als 40 000 Euro Spenden an 8000 Feuerwehren eingenommen, doch es ist noch viel Luft nach oben. Mein Ziel ist es, dass bei jedem Feuerwehreinsatz ein Grisu dabei ist", sagt Meierbeck.

Das Plüschtier sei ein Alleskönner und sehr vielfältig einsetzbar. Die Mitglieder der Feuerwehr nutzen es in Schulen und Kindergärten, bei der Brandschutzerziehung oder auch als Maskottchen zur Nachwuchsgewinnung. Doch für Meierbeck steht bei dem Hilfsprojekt vor allem die Gesundheit von Kindern an erster Stelle. "Wenn Grisu im Alltag der Feuerwehr integriert ist, so kann der kleine Drache als Tröster für Kinder dienen." Dem psychologischen und pädagogischen Effekt des Drachen wird somit ein hoher Stellenwert zugerechnet. "Wenn ein verunfalltes Kind gerettet wird, dann kann ihm durch Grisu die Angst genommen werden. Ein weiteres Beispiel wäre ein Verkehrsunfall, bei dem die Eltern eines Kindes aus einem Autowrack befreit werden müssen. Das Kind kann mit dem Plüschtier abgelenkt werden", schildert Meierbeck. Auch solle damit der erste Kontakt zum Beruf des Feuerwehmanns hergestellt werden. Möglicherweise hilft Grisu auf diese Weise also dabei, dass auch andere sagen: "Wenn ich groß bin, will ich Feuerwehrmann werden!"