Gefährdet örtlichen Einzelhandel Regierung stoppt Einkaufszentrum

Neues Parsdorfer Gewerbegebiet wird kleiner ausfallen

Von wkb

Die Kritiker aus Wirtschaftsverbänden und den Nachbargemeinden haben seit Monaten bemängelt, dass das im neuen Parsdorfer Gewerbegebiet geplante Einzelhandelszentrum den Grundsätzen der Landschaftsplanung widerspreche. Nun hat sich die Regierung von Oberbayern dieser Auffassung angeschlossen. Im am Montagnachmittag vorgestellten Raumordnungsverfahren bezeichnet die Regierung das 12 000 Quadratmeter große Fachmarktzentrum "als nicht raumverträglich".

Grund ist die "städtebaulich nicht integrierte Lage", also der Standort abseits der Ballungsgebiete in Vaterstetten und Baldham sowie zu erwartende "wesentliche Beeinträchtigungen der Funktionsfähigkeit der innerörtlichen Strukturen in Vaterstetten- Baldham als auch in den umliegenden zentralen Orten". Denn das Einzelhandelszentrum diene, alleine schon aufgrund seiner Größe, nicht primär der Versorgung der Parsdorfer, sondern "zielt auf eine regionale Wirkung ab", was wiederum zu Kaufkraftverlusten in den umliegenden Orten führen werde. Keine Einwände hat die Regierung dagegen bei dem geplanten 13 000 Quadratmeter großen Bau- und Gartenmarkt, auch ein kleiner Supermarkt, zur Nahversorgung Parsdorfs, wäre zulässig.

Bürgermeister Robert Niedergesäß (CSU) will das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens akzeptieren. Zwar sei dies lediglich eine Stellungnahme und es bestehe die Möglichkeit rechtlich dagegen vorzugehen. Dies werde er dem Gemeinderat aber nicht empfehlen, da man dadurch eine Verzögerung bei der Fertigstellung des übrigen 250 000 Quadratmeter großen Gewerbegebietes zu erwarten habe. Niedergesäß kann der Entscheidung der Regierung sogar etwas Positives abgewinnen: "Vielleicht führt das zu einer gewissen Befriedung im Umland, bei den Nachbarn."