Ebersberg Rechtsextreme überfallen Dönerimbiss mit Hämmern und Holzstange

  • Am Bahnhofsplatz in Ebersberg haben mehrere bewaffnete Angreifer einen Dönerimbiss überfallen und zwei Afghanen verletzt.
  • Die Täter grölten ausländerfeindliche Parolen.
  • Die Polizei hat bereits acht Tatverdächtige ausgemacht.

Wie der Angriff ablief

Sie kamen mit Hämmern und einer Holzstange: Mindestens vier Männer haben am Freitagabend einen Dönerstand am Bahnhofsplatz in Ebersberg überfallen und dabei zwei anwesende Afghanen verletzt, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilt. Die Beamten ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs.

Es war 21.45 Uhr, als die Gruppe plötzlich in den Imbiss eindrang. Die Männer zerschlugen die Eingangstür und eine Vitrine. Sie attackierten einen 31-jährigen Afghanen mit der Stange, die einem Baseballschläger ähnelte. Er erlitt Platzwunden und Blutergüsse und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Ein ebenfalls anwesender 20-jähriger Landsmann wurde mit einem Messer an der Hand verletzt. Der Betreiber des Imbisses blieb unverletzt. Er hielt sich zum Zeitpunkt des Angriffs in der Küche auf.

Während der Attacke grölten die Täter ausländerfeindliche Parolen, sie sprachen Drohungen und massive Beleidigungen aus.

Was bereits frührt am Abend geschah

Bereits eine Stunde vor der Tat hatte der Betreiber des Imbisses die Polizei alarmiert, weil zwei Männer nach der Ankunft einer S-Bahn auf ausländisch aussehende Menschen zugingen und diese anpöbelten. Die Situation beruhigte sich, weil zwei der Beleidigten deeskalierend wirkten.

Als die Polizei kam, waren Täter und Opfer nicht mehr anwesend. Die zwei Pöbler gehörten später aber auch zu der Gruppe, die den Überfall auf den Imbiss verübte.

Noch am Abend, gegen 23 Uhr, traf die Polizei acht Tatverdächtige im Alter von 19 bis 34 Jahren, darunter eine Frau, in einer Wohnung in Ebersberg an. Die Verdächtigen wurden zur Feststellung der Identität vorläufig festgenommen. Sie sind inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Die weiteren Ermittlungen hat das Staatsschutzkommissariat Erding übernommen.

Personen, die Angaben zu den Vorfällen machen können, sollen sich bei der Kriminalpolizei Erding melden, unter der Telefonnummer 08122-9680.