Ebersberg Befreiung der Fantasie

Das Berliner Theater Couturier zeigt, was geschieht, wenn sich Mirós Figurenwelt selbständig macht.

(Foto: privat)

Kindertheaterfestival spricht auch Erwachsene an

Was macht eigentlich der Mond? Nachts, wenn alles schläft, hat er, außer zu leuchten, noch jede Menge anderer Arbeit. Tagsüber, das weiß jedes Kind, schläft er. Wenn aber die Sonne untergegangen ist, beginnt er seinen Dienst, malt die Sterne an den Himmel, vertreibt den Lärm aus den Städten - na ja, nicht in allen gelingt ihm das - und zieht die Vorhänge an den Fenstern zu, damit die Kinder schlafen können. Träume bringt er ihnen natürlich auch. Wenn das getan ist, lässt er aus einer großen Gießkanne Tau auf die Wiesen tröpfeln.

Das Fliegende Theater Berlin hat das Bilderbuch von Anne Herbauts als Vorlage für sein Figurentheaterstück vom fleißigen Mond genommen. Das Stück, geeignet für Kinder, die mindestens drei Jahre alt sind, wird am Sonntag, 6. März, um 15 Uhr im Alten Kino in Ebersberg aufgeführt, wo bereits am Freitag, 26. Februar, das Kindertheaterfestival Lampenfieber Oberbayern mit dem "Lied der Grille" eröffnet wurde. Ausgerichtet wird das Festival auch dieses Jahr von den Kinder- und Jugendtheaterveranstaltern Bayern e. V. Dieses Mal, so Peter Hölzer, Leiter des Amts für Familie und Kultur im Rathaus Ebersberg, habe man den Schwerpunkt auf Inszenierungen gelegt, die sowohl kleine als auch große Zuschauer erreichen: "Vielseitiges, fantasievolles Theater gemeinsam erleben."

Bei dem bis 13. März dauernden Theaterfest werden zwanzig Bühnen rund um München bespielt. Auch Sondervorstellungen für Kindergärten und Schulen gibt es. So ist die Geschichte vom guten Mond, der gar nicht so stille geht, im Alten Kino auch am Montag, 7. März, 9 und 10.30 Uhr, zu sehen. Am Mittwoch, 9. März, zeigt das Theater Couturier aus Berlin, das Stück "Guten Tag, wo ist mein Fuß" für Kinder, die fünf Jahre und älter sind. In diesem "Theaterrummel" nach Bildern von Juan Miró, des katalanischen Kubisten, der 1983 gestorben ist, entführen eine Spielerin und eine Tänzerin das kleine Publikum in die Bilderwelt des Malers. Wie auf einer Kirmes kommt alles in Bewegung: Es gibt Versteckspiele, Karussellfahrten, Schiffsschaukeln und anderes mehr. Die Figuren, Zeichen und Linien aus Mirós künstlerischem Kosmos, all die magischen Symbole, Mond, Sterne, Vogel, Augen, seine skurrilen Organismen und geometrischen Formen beginnen zu sprechen, zu laufen, sie erzählen komische und erstaunliche Geschichten. Im Wechsel von Tanz, Schauspiel und Objekttheater entsteht eine clowneske Aufführung "zwischen Poesie, Unwissenheit, Neugierde und Wagemut", wie es im Flyer heißt. Denkbar, dass dieses Stück um die Befreiung der Fantasie auch für große Kinder seinen Reiz hat.

Karten für das Stück "Was macht der Mond" (Fliegendes Theater Berlin) am Sonntag, 6. März, 15 Uhr, im Alten Kino Ebersberg kann man unter der Telefonnummer (08092) 255 92 05 reservieren. Für die Sondervorstellungen für Kindergärten und Schulen am 7. und 9. März kann man die Tickets nur im Amt für Familie und Kultur in Ebersberg unter der Telefonnummer (08092) 82 55 25 bestellen. Die Veranstalter bitten darum, die empfohlenen Altersangaben zu beachten, um die Kinder nicht zu überfordern.