Derby mit Rekordmeister Die große Gomez-Show

2200 Zuschauer bescheren dem Fußball-Landesligisten FC Falke Markt Schwaben fast eine Rekordkulisse. Dass die Profis des FC Bayern München 6:0 gewinnen, trübt die Stimmung nicht im Geringsten

Von Katharina Blum

Für die großen und kleinen Fans wird es eng, das Sportstadion ist bis auf den letzten Platz besetzt

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

- Die Uhr im Sportpark am Bürgermeister-Haller-Weg in Markt Schwaben zeigt 17.54 Uhr, als die starke, viel größere Hand die kleine greift. Und sie fühlt sich ganz anders an als erwartet, die große Hand. "Kalt" war sie, wird Vera, Stürmerin in der F-Jugend bei den Falken, später erzählen. Sie hatte das große Los gezogen, um das sie die meisten ihrer Mitspieler beneideten: An der Seite von Bayern Münchens Mario Gomez läuft sie am Dienstagabend auf den Platz. Nach dreimonatiger Verletzungspause feiert der Nationalspieler im Sportpark sein Comeback und steuert gleich mal vier Tore zum 6:0(5:0)-Sieg des deutschen Rekordmeisters beim Landesligisten bei.

Bayern und Falker beim Mannschaftsbild

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

Während für Vera alles viel zu schnell vorbei ist ("Sie wollte gar nicht einlaufen, weil sie so aufgeregt war. Aber jetzt ist alles gut", wie Mama Monika Sonntag verrät), geht für die übrigen Zuschauer das Fußballfest erst richtig los. Die Spieler, die zuletzt nicht regelmäßig zum Einsatz kamen und die sich nicht auf Länderspielreise befinden, möchte Trainer Jupp Heynckes an diesem Abend testen. Und 2200 Zuschauer wollen dies sehen, eine Kulisse, die Markt Schwaben lange nicht mehr erlebt hat. "Zu unseren Spielen kommen maximal 200 Zuschauer. Solche Dimensionen sind wir nicht gewohnt, aber daran gewöhnen wir uns gerne", sagt 3. Vorstand Michael Weber. Mit Namen wie Gomez, Contento oder Pizarro tut man sich eben leichter als mit Gegnern wie Deisenhofen, Pullach oder Garching. Nur einmal haben mehr Fans den Weg in dieses Stadion gefunden, 1992 bei der Einweihung der Spielstätte.

Auch um ihn spielen zu sehen, sind die Zuschauer in Scharen gekommen,  Mario Gomez vom FC Bayern München

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

Auch an diesem Abend ist eine Stunde vor Spielbeginn der Parkplatz am Stadion bereits voll besetzt, auch bei den zusätzlichen Parkmöglichkeiten auf der angrenzenden Wiese drängen sich die Autos, weshalb es zu Rückstaus bis zum Marktplatz sowie in Richtung Anzing und Forstinning kommt. Aber "nur kleine Komplikationen", wie es Poings Polizeichef Helmut Hintereder nennt. Und so geht auch der Wunsch seines Kollegen Manfred Winter in Erfüllung, ab und zu mal zum Spielfeld linsen zu können. Auf viele Tore hofft er, denn "die sind das Salz in der Suppe". Und Winter und all die anderen Zuschauer haben viele Tore zu sehen bekommen.

In der Kabine von Falke bereitet Trainer Vitomir Moskovic sein Team auf den großen Abend vor

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

"Die Spieler sollen in erster Linie ihren Spaß haben, sich nicht verstecken und alles aus sich herausholen", hatte Falke-Trainer Vitomir Moskovic vor dem Spiel angekündigt. Und sie ackern und rackern dann wirklich aufopferungsvoll, doch die Tore schießt trotzdem nur der Gegner. Und dort vor allem einer: Mario Gomez. Er beschert den Bayern nicht nur früh die Führung (9.), sondern schießt bei einem Handelfmeter sogar den Ball kaputt (30). Zuvor hatte Mitchell Weiser das 2:0 (17.) erzielt. Bis zur Pause müssen die Falken ein weiteres Tor von Gomez sowie von Pizarro verdauen, während das Team von Moskovic gerade mal den Versuch eines Torschusses von Alexander Schmidbauer auf der Habenseite verbuchen kann. Nach der Halbzeit ist Schmidbauer dann fast zum Held des Abends geworden, doch er köpft nach einem Freistoß nur an die Latte. Wenigstens bleibt es insgesamt bei einem Gegentor in Hälfte zwei, natürlich wieder von Gomez . Und auch wenn der Nationalspieler hinterher von einem "Freizeitkick" spricht: Für Markt Schwaben bleibt dieser Abend dennoch als Fußballfest in Erinnerung.

Auch wenn sich die Schwabener anstrengen, Tore schießen an diesem Abend aber nur die Bayern, 6:0 heißt es am Ende

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)