Bildung Suche nach Plan B

Im Spätsommer 2017 wurde die alte Schule abgerissen. Seitdem sind die Arbeiten aber nicht annähernd so vorangekommen wie geplant.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Der Neubau der Grundschule an der Karl-Sittler-Straße in Poing ist fünf Monate in Verzug, die Fertigstellung bis Sommer 2019 unwahrscheinlich. Voraussichtlich wird ein Provisorium nötig

Von Barbara Mooser, Poing

Nicht nur kleine Kinder mit ihren Eltern bleiben oft staunend am Bauzaun stehen: Faszinierend ist der Blick in die gewaltige Baugrube, die das Poinger Rathaus momentan gewissermaßen umschließt, auch für Erwachsene. Doch die Verantwortlichen im Inneren des Rathauses betrachten die Baugrube weniger fasziniert als mit wachsender Beunruhigung: Viel mehr hätte sich schon tun müssen hier, viel mehr müsste vorhanden sein als eine Betonfläche tief unten am Grund. Der Neubau der Grundschule an der Karl-Sittler-Straße ist fünf Monate im Verzug, wie Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) am Donnerstag im Gemeinderat bekannt gab: "Wir brauchen einen Plan B."

Wie Hingerl erläutert, ging es mit der Baustelle vor allem aus zwei Gründen nicht so schnell voran wie geplant: Es mussten Altlasten vom Vorgängerbau entsorgt werden, außerdem gab es Probleme mit unerwarteten Wassereinbrüchen in der Baugrube. Die Gemeinde lasse sich aber auch juristisch beraten, sagte Christine Wirth vom Bauamt in der Sitzung des Gemeinderats.

"Panik ist noch nicht angesagt", findet der Bürgermeister

Eigentlich war die Fertigstellung der Schulanlage, die knapp 22 Millionen Euro kosten wird, für Sommer 2019 geplant. Schon im Schuljahr 2019/20 hätten hier wieder Kinder unterrichtet werden sollen. Dass dies jetzt möglicherweise nicht so klappt, hat nicht nur Auswirkungen auf die Schulkinder aus dem Poinger Süden. Denn sie nutzen derzeit die Räume der neuen Schule am Bergfeld im Poinger Norden, während die Schulkinder aus den neuen Wohngebieten im Norden - für die die Bergfeld-Schule errichtet wurde - übergangsweise in ebenfalls neu gebauten Kita-Räumen gleich nebenan untergebracht sind. Diese Lösung hatte man deshalb gewählt, weil die Bergfeld-Schule ganz neu und deshalb auch noch verhältnismäßig klein ist: Gerade einmal 186 Kinder sind es in diesem Schuljahr, sie haben locker im Obergeschoss des Kita-Gebäudes Platz. Die Idee war, dass die Kinder aus Alt-Poing nach dem Schuljahr 2018/19 wieder in ihre dann neu gebaute Schule an der Karl-Sittler-Straße umziehen und die im Norden wohnenden Kinder in die Schule am Bergfeld, wodurch die Kitas wieder ausschließlich für die Betreuung der kleinen Kinder genutzt werden könnten.

So ganz will sich der Bürgermeister auch noch nicht von diesem Zeitplan verabschieden. Es gehe jetzt darum, das Vorankommen der Arbeiten deutlich zu beschleunigen, sagte er, "Panik ist noch nicht angesagt". Andererseits sei der Rückstand von fünf Monaten doch erheblich, so dass man auf jeden Fall darüber nachdenken müsse, wie die Kinder alternativ untergebracht werden könnten. Man benötige provisorische Räume für die Übergangszeit, das zugehörige Equipment und natürlich auch einen geeigneten Platz für diese Schulanlage, so Hingerl: "Dass das alles nicht umsonst ist, kann man sich vorstellen." Man müsse auch darüber beraten, welche Kinder im Fall der Fälle in diesem Provisorium untergebracht werden. Dazu seien Gespräche mit den Verantwortlichen der beiden betroffenen Schulen und der Kitas nötig.