Bauarbeiten in Ebersberg Kein Durchkommen

Wer sich an die Beschilderung hält, erreicht den Ebersberger Marienplatz derzeit nur mit großer Mühe.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

Ein falsch aufgestelltes Schild legt Ebersbergs Innenstadt lahm

So stellen sich viele Ebersberger ihren Marienplatz seit Jahren vor: ohne Blechlawine, die sich durch das Herz der Kreisstadt wälzt. Und tatsächlich, seit Anfang der Woche scheint diese Fantasie wahr geworden zu sein, der Marienplatz ist quasi verkehrsberuhigt - und zwar komplett. Denn wer sich an die Beschilderung hält, hat seit Montag keine Möglichkeit, legal den Marktplatz der Stadt anzusteuern.

Denn die Bahnhofstraße ist auf Höhe Jesuitengasse komplett gesperrt. Zwar gibt es eine einspurige Behelfsfahrbahn über den Gehweg, nutzen kann sie indes nur, wer das große Durchfahrt-Verboten-Schild geflissentlich ignoriert. Andere Zufahrten zum Marienplatz gibt es keine, sieht man von einem längeren Umweg rund um die Innenstadt über Eberhardt- oder Abt-Häfele-Straße in die Sieghartstraße ab - wobei hier streckenweise aber auch nur Anlieger fahren dürften.

Geschäftsleute beschweren sich bei der Stadt, dabei ist das Landratsamt zuständig

Besonders ärgerlich ist die Situation derzeit für die Geschäftsleute am Marienplatz, einige haben sich auch schon im Rathaus beschwert, wie Bürgermeister Walter Brilmayer am Dienstag berichtet. "Ich verstehe, dass die sich aufregen", sagt der Bürgermeister - nur leider sei die Stadt der falsche Ansprechpartner.

"Bei uns gehen immer die bösen Anrufe ein, aber zuständig ist das Landratsamt." Und dieses hatte der Stadt zugesichert, dass bei der sogenannten verkehrsrechtlichen Anordnung für die Baustelle für die Kanal- und Wasserleitungen in der Bahnhofstraße immer eine Spur Richtung Marienplatz frei bleiben könne. Jedenfalls wenn dort gerade kein Lastwagen entladen werden muss oder sonstiger Baustellenbetrieb stattfindet. Solche kurzzeitigen Sperrungen könne es immer geben, so Brilmayer, generell solle der Marienplatz aber erreichbar bleiben.

Selber abmontieren könne die Stadt die Verbotsschilder leider nicht, so der Rathauschef, die Stadt habe sich aber bereits ans Landratsamt gewandt. Laut Brilmayer habe die Behörde auch schon reagiert und eine neue verkehrsrechtlichen Anordnung erlassen, die die Durchfahrt in die Innenstadt wieder erlaubt.