Anmeldung läuft Leinwand statt Tafel

Grafing macht wieder mit bei der Schulkinowoche

Von Heloise Olufs, Grafing

Abwechslung in den Alltag von Schülerinnen und Schülern bringen und zugleich einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung tätigen: Die elfte Schulkinowoche Bayern findet statt vom 16. bis 20. Juli. Als größtes Projekt zur Förderung der Film- und Medienkompetenz verwandelt sie bayernweit die Kinosäle in Klassenzimmer für Schüler aus allen Jahrgangsstufen und Schularten, wobei die ausgewählten Filme speziell auf den Einsatz im Unterricht abgestimmt sind. Die Bandbreite reicht von wertvollen Spielfilmen und Klassikern über Dokumentar- bis hin zu Animationsfilmen. Die Filme sind nach verschiedenen Themen gegliedert und die dazu angebotenen Unterrichtsmaterialien ermöglichen eine detaillierte Vor- und Nachbereitung.

Im Landkreis nimmt das "Capitol Filmtheater" in Grafing an der Schulkinowoche teil und wird einige Filme zeigen: Ein Spukfilm für Jüngere ist die Literaturverfilmung "Das kleine Gespenst", in dem es um Lüge, Wahrheit, Familie und Freundschaft geht. Der Film thematisiert das Leben eines "Problemschülers" in einer Kleinstadt und den Umgang der Eltern mit ihrem Sorgenkind. Mit Animationen arbeitet auch der Abenteuerfilm "Die kleine Hexe", der trotz des märchenhaften Themas Magie sehr reale Problematiken wie Mobbing, Diskriminierung, Freundschaft und das Selbstbewusstsein einer Heranwachsenden thematisiert.

Viel Selbstvertrauen hat auch der kleine Spatz Richard, Protagonist des Films "Überflieger". Als Pflegekind in einer Storchenadoptivfamilie lernt er Zusammenhalt, Selbstwirksamkeit und seine eigene Identität kennen. Der Film ist ein guter Ausgangspunkt für die Themen Migration, Reise und Abenteuer. An Letzterem mangelt es auch dem Kriminalfilm "Rico, Oskar und der Diebstahlstein" nicht, der sich vor allem um Vertrauen und familiäre Veränderungen dreht. Eine wahre Lebenslektion bietet der Film "Timm Thaler": Er erzählt von einem Jungen, der sein Lachen gegen Wetterfolg eintauscht, dies aber bald darauf bereut. Behandelt werden die Themen Gut und Böse, die Tücken des Glückspiels, Teufel, Familie und Freundschaft. Die Wichtigkeit von Freunden kommt auch in dem Film "Robbie, Tobbie und das Fliewatüüt" zur Geltung, der das Leben eines jungen Erfinders und Außenseiters zeigt.

Unter dem Programmpunkt "Deutsch lernen mit Filmen - sehen, verstehen und besprechen" steht in diesem Jahr "Tschick". Die Verfilmung thematisiert die spannende Reise von zwei Freunden, deren Erwachsenwerden, ihre Suche nach Identität, Liebe, Familie, Wehmut, Freiheit, Rebellion, Naturerfahrung und Sexualität. Im Zuge eines anderen Programmpunktes, dem "Wissenschaftsjahr 2018 - Arbeitswelt der Zukunft", wird "The Circle" präsentiert. Dieser Film bespricht die Vorteile und Probleme der Digitalisierung. Es geht um Datenschutz, Machtgefüge, Ethik und Werte. Ein anderes sehr aktuelles Thema, das der Kommunikation und der Immigration, behandelt der Film "Willkommen bei den Hartmanns". Hier geht es um Vorurteile und Identität, Ängste und Sorgen, Rassismus, Lebenskrisen und die Frage der Verantwortung den Mitmenschen gegenüber. Neue Perspektiven und die Notwendigkeit von Offenheit zeigt auch der Film "Oh Boy": Er zeigt das Leben eines Menschen, der sich nicht gemäß den Vorstellungen der Gesellschaft verhält. Dabei stehen vor allem die Suche nach der eigenen Identität, aber auch soziale Werte und Normen sowie deren Anfechtbarkeit im Vordergrund.

Weitere Infos unter www.schulkinowoche.bayern.de