Entscheidung in Durban Olympia in Südkorea - München unterliegt

Die Entscheidung des IOC ist gefallen: Pyeongchang hat den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2018 bekommen. München geht leer aus. Die Deutschen reagieren enttäuscht - manche sogar wütend. Verfolgen Sie die Reaktionen auf sueddeutsche.de.

Die Ereignisse in der Ticker-Nachlese.

Nach einer jahrelangen Bewerbungsphase hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Durban entschieden, dass die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang stattfinden werden. Die südkoreanische Stadt hat sich gegen München und Annecy durchgesetzt - und das recht deutlich.

Vor der Wahl hatten die Bewerberstädte in Präsentationen noch einmal ihre Vorzüge herausgestellt. Bundespräsident Christian Wulff, Oberbürgermeister Christian Ude und die ehemalige Eiskunstläuferin Kati Witt haben dabei für freundliche, nachhaltige Spiele in der bayerischen Landeshauptstadt geworben.

Für den Live-Ticker auf sueddeutsche.de berichten Silke Lode aus Durban, Heiner Effern aus Garmisch, Tobias Dorfer, Peter Fahrenholz, Ingrid Fuchs, Birgit Kruse, Lisa Sonnabend und Beate Wild aus München.

10:17 Uhr

Garmisch-Partenkirchen: Anton und Erika Haas verfolgen den Auftritt auf Großleinwand. "War prima", sind sie sich einig. Anton hätte sich noch ein bisschen mehr Schnee in den Filmen gewünscht, "dafür waren die Emotionen beeindruckend". Natürlich ist ihnen aufgefallen, dass der Präsentations-Jodler vom Garmisch-Partenkirchener Original Biwi Rehm stammte. Wie es ausgehen wird am Nachmittag? "Das wird was", ist sich das Ehepaar Haas einig.

10:11 Uhr

Franz Beckenbauer sagt in das Mikro eines Journalisten auf die Frage, wie sehr es ihm am Herzen liege, dass München die Winterspiele 2018 bekomme: "Deshalb bin ich doch da! Ich bin einer der wenigen waschechten Münchner da drinnen." Natürlich sei er nervös gewesen vor der Präsentation. Immerhin habe man hier vor mehr als 100 Leuten gestanden. "Die Spannung war deutlich spürbar." Doch der Kaiser ist zufrieden: Die Präsentation sei eine "ganz gute Mischung von dem, was man machen kann". Gelungen eben.

09:56 Uhr

Mit dem französischen Annecy geht es um 10:25 Uhr weiter. Bis dahin wird an den Public-Viewing-Plätzen in München, Garmisch-Partenkirchen und am Königssee rege über die Chancen Münchens diskutiert. Die Hoffnung ist groß. Eine Studentin aus München mit selbstgebastelten Fan-Ohrringen (in Form eines Heißluftballons mit dem M-Logo) sagt: "Mir hat unsere Präsentation sehr gut gefallen. Vor allem die Abwechslung zwischen Bildern, Videos und Reden fand ich gut. Dass sogar der Bundespräsident dabei war, zeigt, dass es nicht nur eine kleine Gruppe in Deutschland gut findet. Wir alle wollen Olympia 2018 hier haben."

09:53 Uhr

In München verfolgen derweil etwa 250 Olympia-Fans die Präsentation in Durban. Zum Teil sind sie schon im richtigen Olympia-Outfit unterwegs: mit weißen Rucksäcken, die das Logo zeigen, oder gar mit Olympia-Ohrringen. Und auch in Garmisch und am Königssee ist schon einiges los.

09:51 Uhr

Oberbürgermeister Ude lacht und strahlt. Die Paraderolle des Stadtoberhaupts sei ihm wieder gut von der Hand gegangen, scherzt er. Besonders der Auftritt von Franz Beckenbauer hätte der Bewerbung viel geholfen, glaubt er.

09:46 Uhr

Zu den wartenden Journalisten sagt Wulff nach der Präsentation: "Besser kann man 45 Minuten nicht nutzen". Er sei sehr optimistisch, dass Deutschland alles getan habe. Jetzt liege es beim IOC, wer die Spiele bekomme. Im Hintergrund steht der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und blickt zufrieden in die Runde. Auch Thomas Bach sagt in die Mikrofone der Journalisten, dass er optimistisch sei. Kati Witt wirkt erleichtert. Gut sei alles gelaufen, meint sie.

09:46 Uhr

Die Präsentation der Münchner ist vorbei - und Christian Wulff bekommt noch eine Urkunde überreicht. Alle strahlen, schütteln Jacques Rogge die Hand und verlassen die Bühne. Jetzt geht es für die Münchner weiter zur Pressekonferenz. Und der Konkurrent aus Südkorea muss sich schon mal vorbereiten: Pyeongchang.

09:45 Uhr

Dann legt der Bundespräsident nach. Es geht um die Frage, wie groß die Akzeptanz in Deutschland für die Spiele ist? Groß. Sehr groß. "Mit einer überwältigenden Mehrheit" stehe das deutsche Volk hinter den Spielen, betont Wulff. Und dann betont er noch - ganz Politiker -, dass die Deutschen ihr Wort immer eingehalten haben. Also auch bei den finanziellen Zusicherungen für die Spiele. Alles sei im grünen Bereich.

09:43 Uhr

Konkreter ist schon die zweite Frage. Hier geht es um die neuen Sportdisziplinen und ob die Stadt darauf überhaupt vorbereitet sei? Aber natürlich, so die Antwort von Bernhard Schwank. "Wir sind für die neuen Disziplinen bereit". Was will man mehr.

09:42 Uhr

Die erste Frage stellt Fürst Albert von Monaco: Die Vision für die Spiele interessieren ihn, und Thomas Bach hat eine Antwort für den frisch verheirateten Fürsten. Er spricht von einer magischen Atmosphäre und von dem "olympischen Baum", den München durch die Spiele weiter wachsen lassen will.

09:34 Uhr

Willi Rehm jodelt noch mal zum Abschluss. Damit endet die Präsentation der Münchner. "Thank you Munich", sagt Rogge und eröffnet die Aussprache.

09:31 Uhr

Dann ist wieder Thomas Bach am Mikro. Er wird pathetisch: Sein Sportlerherz schlägt höher, sagt er. Seine Stimme überschlägt sich fast, als er davon spricht, dass "Yes, Ja" ein sehr einfaches Wort ist, das einfachste überhaupt. Und deswegen bittet er "demütig" darum, dass die IOC-Mitglieder auch "Ja" sagen zur Münchner Bewerbung. "Lassen sich Olympische Spiele umweltfreundlich durchführen?", fragt er in die Runde. "Ja!" München könne das.

09:29 Uhr

Immer wieder werden kurze Trailer eingespielt. Bildgewordene Klischees: Bayern im Winter, eine Märchenlandschaft. Die Sonne scheint über den schneebedeckten Bergen. Weiß und friedlich präsentiert sich das Land. Und immer wieder Sportler, die sich auf ihren Wettkampf vorbereiten. Trainer, die letzte Anweisungen geben. Fans, die Fotos mit ihren Stars machen. München, Garmisch, Königssee - hier ist Olympia richtig aufgehoben, so die Botschaft.

09:27 Uhr

Katarina Witt ist wieder an der Reihe - und es scheint, als wolle sie mit ihrem Lächeln und ihren strahlenden Augen die IOC-Mitglieder bezirzen. Es gelingt ihr perfekt! Da kommt es doch kaum auf das Gesagte an, oder? Dabei hat sie einiges zu erzählen: Sie erinnert an die Ski-WM 2011 in Garmisch, an die Wintersportbegeisterung der Deutschen, die Zuschauerrekorde. Ein Wunder, das Wirklichkeit werden soll. Das wünscht sie sich - und strahlt über das ganze Gesicht .

09:23 Uhr

Jetzt tritt Beckenbauer ans Mikro. "Ja, man nennt mich den Kaiser", sagt er lächelnd. Der Franz! Sein Englisch ist beachtlich - trotz bairischem Akzent. Er lädt ein zur "Winterlegende 2018". Ob das was wird? München braucht 48 IOC-Stimmen, um die Spiele zu bekommen.

09:22 Uhr

Der Wechsel am Mikrofon erfolgt fliegend. Gerade eben wirbt noch die blinde Sportlerin Verena Bentele für die Paralympics in München, da tritt schon Skirennfahrerin Maria Hoefl-Riesch an Mikro. Auch sie sieht bezaubernd aus. Ein dunkles Kleid, schulterfrei. Die Haare nach hinten zusammengebunden. Sie hätte viel zu erzählen von Garmisch und möglichen Winterspielen. Sie ist in den Bergen aufgewachsen.

09:17 Uhr

"Wir Deutsche leben das Prinzip der olympischen Solidarität." Wulff fleht schon fast. Den letzten Satz sagt er dann auf Englisch: "Let dreams come true."

09:11 Uhr

"Schenken Sie uns Ihr Vertrauen", sagt Wulff staatstragend. "Deutschland steht vereint hinter München 2018."

09:10 Uhr

Jetzt ist Christian Wulff an der Reihe, der Bundespräsident. Stella, das Mädchen aus dem Bewerbungsfilm übergibt ihm einen kleinen Plastikfernseher. Er bittet darum, seine Präsentation auf Deutsch halten zu dürfen. Dann legt er los - auf Deutsch.

09:02 Uhr

Jetzt eine animierte Grafik: Flug über das Olympiagelände in München. Sieht beeindruckend aus. Dann Weiterflug zur Zugspitze.

09:02 Uhr

"Wenn Sie nach München kommen, werden Sie in keinem Restaurant ein zweites Mal essen", sagt Ude. Ob dieses Argument das IOC überzeugen wird?

09:00 Uhr

Oberbürgermeister Christian Ude spricht. Einwohner aus 181 Ländern wohnen in München, erzählt er. Eine Multikulti-Stadt! "Und Jahr für Jahr haben wir in München eine große Party, die man Oktoberfest nennt", sagt er. Die bayerische Landeshauptstadt profitiere von den Erfahrungen der Olympischen Spiele von 1972. Nachhaltigkeit werde in München sozusagen gelebt. Das Olympiadorf und der Olympiapark von damals seien in den Alltag der Münchner integriert. Das sei doch ein Argument, betont Ude.

08:57 Uhr

Kaiser, Lichtgestalt und Fußballlegende Franz Beckenbauer sitzt als Trumpf mit im Team der Münchner. Als er vorgestellt wird, lächelt er wohlwollend. Willy Rehm jodelt für Bayern - und Ude amüsiert sich, die Funktionäre klatschen.

08:49 Uhr

"Es geht um den Sport von morgen - in der Gesellschaft von morgen", preist Bach München an. Er schweift etwas vom Thema ab und spricht plötzlich von der Welt, die immer virtueller wird. Die Anspannung ist ihm anzumerken. Doch dann tritt Katarina Witt ans Mikro. In ihrem schwarzen, eleganten Kleid und mit ihren hochgesteckten Haaren sieht Katarin Witt phantastisch aus. Wenn das nicht gut ankommt beim IOC!

08:48 Uhr

Die Präsentation in Durban hat begonnen. Thomas Bach, IOC-Vize, tritt ans Mikrofon.

08:44 Uhr

Durban: Ein wolkenloser Wintertag in Südafrika, die entscheidende Sitzung hat begonnen. IOC-Präsident Jacques Rogge hat gerade die Funktionäre begrüßt und jetzt warten alle nur darauf, dass die Präsentation Münchens beginnt. Aber noch sind fünf Minuten im Zeitplan zu überbrücken ... Münchens Team wird in den Saal gebeten.

08:40 Uhr

Bei strahlendem Sonnenschein finden auf dem Marienplatz in München die letzten Aufbauarbeiten für die Fanmeile statt. Auf Großbildleinwänden werden die Präsentationen der Bewerber aus Durban live übertragen. Auch Garmisch-Partenkirchen und der Königssee rüsten sich für einen spannenden Tag. Es liegt Spannung in der Luft!

08:26 Uhr

Die Präsentation der Münchner hat noch gar nicht begonnen, da äußern sich schon die ersten Prominenten - zunächst aus der Politik. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hofft, dass München vom IOC den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2018 erhält. "Es wird die Entscheidung der IOC-Mitglieder sein, ob man die Wurzeln des Wintersports stärken will, oder ob man in Asien einen neuen Trieb setzen will." München will erstmals seit 46 Jahren die Olympischen Spiele wieder nach Deutschland holen.

08:14 Uhr

Die Münchner sind mit viel Prominenz ins südafrikanische Durban gereist. Neben dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude ist Bundespräsident Christian Wulff mit von der Partie. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer ist ebenso mitgeflogen wie die Skilegende Markus Wasmeier. Dieser präsentierte sich am Dienstag ganz traditionell - in Lederhosen. Für große Begeisterung bei der deutschen Delegation sorgte die Unterstützung von Franz Beckenbauer. "Es gibt keinen echten Favoriten", lautet die selbstbewusste Devise des "Kaisers".

08:06 Uhr

Für die Delegation aus München dauert es nicht mehr lange. Von 8:45 Uhr an präsentieren sie vor dem IOC ein letztes Mal ihr Konzept für die Olympischen Winterspiele 2018. Sie gehen zwar nicht als Favorit ins Rennen um die Ringe, Pyeongchang werden mehr Chancen zugestanden. Doch die Hoffnung, die Spiele erneut in die bayerische Landeshauptstadt holen zu können, ist groß.