Nicht jeder Münchner geht in seiner Lederhose auf die Wiesn. Und so manche greift beim Dirndl-Kauf daneben. Wir haben uns mal umgehört, was die Münchner von der Tracht halten. Mit Tipps fürs Wiesn-Outfit.
Lederhose und Dirndl. Der Oktoberfest-Dresscode ist weit über die Grenzen Bayerns bekannt. Versteht sich von selbst, dass jeder waschechte Bayer nur in Tracht auf die Wiesn geht.
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Wirklich jeder? Wir haben uns mal unter den Münchnern umgehört.
Aber Tracht ist nicht gleich Tracht. Und jedes Jahr gibt's was Neues. Was man bei Dirndl und Lederhose berücksichtigen soll und was man auf keinen Fall falsch machen darf - hier die Experten-Tipps.
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Man sollte das ganze Spiel locker sehen: Es geht nicht um ein würdiges Spektakel, sondern um ein großes Bier- und Sauffest. Wer sich gern nostalgisch gibt und meint, mit "Tracht" erscheinen zu müssen, soll das bitte tun. Ein 'normaler' Mensch zieht aber keine schöne, teure Tracht an, wenn er auf's Oktoberfest geht. Man stelle sich vor: Verschüttetes Bier auf einer Seidenschürze oder auf der guten, teuren Lederhose. Da eignen sich schon besser die Billigfähnchen und -lederhosen aus dem Billig-Laden.
Freilich will jeder Trachtenverkäufer seine Dirndl & Co verkaufen, weil halt jeder "Kramer sei' War' lobt", stellt man Regeln auf, die aber auf der anderen Seite sofort wieder widerlegt werden.
Warum soll man keine Bergschuh zum Dirndl tragen? Meine Großmutter selig ist noch mit dem Dirndl auf den Berg gegangen und dazu hat's Bergschuh getragen. Mit Rucksack und Lodenhut und Wetterfleck. Welches Weiberleut hat damals Hosen angehabt? Nur die "Neumodischen".. Es gab ein Alltagsg'wand und ein Festg'wand. Mit dem Alltagsg'wand ging man in den Garten oder auch in den Stall. Damit könnt man auch auf's Oktoberfest gehen. Ein einfacher Baumwollstoff, den man heutzutage in der Waschmaschine waschen kann. So ein Dirndl kostet aber keine 500 EUR und mehr, sondern vielleicht 150 oder 200 EUR - ist aber deshalb noch lang kein Billigdirndl.
Die anderen Dirndl, die teuren, die trägt man am Sonntag zur Messe oder wenn die Erbtante Geburtstag hat... Eigentlich braucht so ein treures Dirndl kein Mensch!
Das mit dem Gift im Dirndl und in der Lederhose ist ein eigenes Kapitel, das aber nicht nur auf Billigtrachten beschränkt werden kann, sondern ALLE Billigkleidung betrifft, auch das T-Shirt für 5 EURO! Bei allem Billig-Kram soll man an Begriffe wie Giftigkeit, Kinderarbeit etc. denken....
Tracht ist was Traditionelles, aber auch etwas was lebt und lebendig ist. Das hat zur Folge, dass sich die Tracht verändert, anpaßt. Wer für Tradition ein G'spür hat, wird sicher keinen "Fetz'n" aus dem Billigst-Trachtengeschäft tragen, sondern schon eher auf das Innenleben eines Dirndls achten (meine Mutter, eine Schneiderin, schaute bei Konfektionsware immer innen rein: wie schauen die Nähte aus, wie ist das Stück verarbeitet? - So mancher teure Designer-Fetz'n verliert dabei sein "Gesicht"!).
Wer sich nur zum Spaß mit einem Dirndl oder einer Lederhose einkleidet, hat mit Tradition nichts am Hut und möchte dafür wenig Geld ausgeben. Tradition ist halt nicht Jedermanns Sache un