Im Schwabinger Krankenhaus musste eine Ärztin sogar ihren eigenen Sohn behandeln - er hatte 2,5 Promille.
Die Ärzte in den Notaufnahmen der Kinderkliniken müssen sich immer häufiger um Mädchen und Jungen mit schweren Alkoholvergiftungen kümmern. Meist waren es die Freunde, die den Rettungswagen gerufen haben. Im Krankenhaus versuchen die Ärzte, Gesundheitsschäden zu verhindern; manchmal ist es aber auch ein Kampf ums Überleben.
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Kati ( 2.v.l.) war fast jeden Nachmittag zum Trinken mit Freunden unterwegs. Der ZDF-Beitrag "Mein Kind im Vollrausch" zeigt die Dimension jugendlichen Alkoholkonsums. (© Foto: ZDF)
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Wenn es um Alkohol geht, scheint es bei manchen Jugendlichen keine Grenzen mehr zu geben. Was die manchmal erst Zwölfjährigen dazu bringt, zur Flasche zu greifen, wollte die Dokumentarfilmerin Ulrike Baur wissen. In ihrem Film "Mein Kind im Vollrausch", der am Dienstag (9.6.2009) um 22.15 Uhr in der ZDF-Reihe "37 Grad" zu sehen ist, schildert sie, wie Jonas, Kati und Joana "abstürzten" und in die Klinik eingeliefert werden mussten.
Beobachtungen vor der eigenen Haustür führten dazu, dass sich Ulrike Baur mit diesen Fragen befasste. Immer wieder habe sie in jüngster Zeit exzessive Saufgelage von Schülern beobachtet und mehr über Jugendliche wissen wollen, die sich hemmungslos betrinken. Zunächst nahm sie Kontakt zu den Kliniken auf, die sich beinahe täglich um Kids im Vollrausch kümmern. Dort war man sehr offen für ihr Anliegen. Dagegen war es schwierig, betroffene Jugendliche und deren Eltern für das Filmprojekt zu gewinnen. Denn wer spricht schon gerne darüber, dass das eigene Kind volltrunken war?
Für die erfahrene Kinderärztin Anna, die in der Notaufnahme des Kinderklinikums in München-Schwabing arbeitet, gehört die Behandlung schwer alkoholisierter Kinder und Jugendlicher zum Alltag. Doch dann lieferten die Rettungssanitäter eines Tages ihren eigenen Sohn Jonas ein. "Ich habe als Ärztin funktioniert, ihn versorgt und mir erst später die Frage gestellt, die sich in solchen Fällen wohl alle Eltern stellen: Wie konnte das passieren?", sagt sie in dem Film. Jonas war es peinlich, dass er in diesem Zustand ins Krankenhaus gebracht wurde. 2,5 Promille hatte er nach einer Kneipentour mit Freunden. Er habe auf einen "schönen Pegel kommen wollen", sagt er. Mit einem Zusammenbruch rechnete er nicht.
Bei der 15-jährigen Kati aus Rheinfelden begann das Saufgelage früh morgens um 7 Uhr. Für 50 bis 60 Realschüler der 8. und 9. Klassen war am letzten Schultag statt Schulgottesdienst Party angesagt. Später, während des Unterrichts, fiel Kati aus der Bank, ein Junge musste ins Krankenhaus gebracht werden. Nach der Schule feierte der harte Kern weiter.
Am Nachmittag wird Kati in die Lörracher Kinderklinik eingeliefert. Ihre Eltern sind schockiert. Genauso wie die von Joana. Die Zwölfjährige hat am letzten Schultag vor den Ferien eine Party von Freunden besucht. Sie trinkt Apfelkorn, der süß schmeckt wie Saft und "halt da war", wie sie sagt. Als sie nicht mehr ansprechbar ist, rufen ihre Freunde den Rettungswagen. Ihre Mutter ist wütend auf Joana, aber auch auf die Freunde, die ihr die Flasche nicht wegnahmen.
Akribisch recherchiert sie, was an diesem Tag passiert ist. Wie alle Eltern in diesem Film fragen sich auch Joanas Eltern, was sie falsch gemacht haben und wie sie das Geschehen in Zukunft verhindern können. Kati und Jonas werden von speziellen Präventionsprojekten betreut, die es inzwischen gibt. So lädt HaLT ("Hart am Limit") in Lörrach Kati zu einem Risikocheck am Wochenende ein.
In ruhigen Bildern nähert sich Ulrike Baur ihrem Sujet. Ihr Film macht deutlich, dass heute wohl die wenigsten Familien mit halbwüchsigen Kindern vor der Gefahr Alkohol sicher sind.
Das ZDF zeigt "37 Grad: Mein Kind im Vollrausch" am Dienstag, 9. Juni, 22.15 Uhr. Am Montag, 8. Juni, 22.45 Uhr, ist exzessiver Alkoholkonsum bei "Beckmann" Thema. Über die Frage "Jugend außer Rand und Band?" diskutiert auch Rockstar Campino.
(SZ vom 08.06.2009)
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Ich wohne in Sichtweite eines Spielplatzes (in einer oberbayerischen Großstadt, nicht München), angelegt eher für Kleinkinder. Seit etwa zwei Monate wurde dieser Spielplatz von etwas älteren Kindern entdeckt. In Spitzenzeiten tummelten sich dort über 30 Kinder/Jugendliche, mit geschätztem Alter 12/13/14... Zwei 15 oder 16jährige waren auch dabei (mit Mofa). Soweit so gut, es gab hald tagsüber "alterstypischen" Lärm. Von Pfingstsamstag wurde von dieser Gruppe dann bis Pfingstsonntag in der Früh um sieben "gefeiert". Eine Jugendliche wurde dann von Nachbarn im Gebüsch "stockbesoffen" gefunden. Konsequenz: Gartenamt musste ausrücken und die Scherben der Flaschen beseitigen. Am Dienstag nach Pfingsten kam zuerst ein Polizist und Sprach mit den Jugendlichen. Ergebnis: "Wir sind ja noch Kinder - wir haben nichts gemacht". Am Tag darauf kam ein Mannschaftsbus der Polizei mit 5 PolizistInnen und befragte die Kinder/Jugendlichen nochmals.
Ergebnis: Statt bisher 30 Jugendliche sind nur noch etwa 10 da... Die schlimmeren bzw. cooleren werden jetzt woanders saufen, nachdem hier die Polizei da war. Aber weitergesoffen wird wohl leider...
der uns alle aufrütteln soll ! aber tut er das wirklich? die frageist:wir gehen wir als erwachsene mit dem thema alkohol und den folgen um...
ich denkedas es hier dringend geboten ist , unser verhalten zum thema alkohol zu ändern, denn wenn wir erwachsene täglich in werbung, veranstalltungen ,sport usw. den alkohol als quasi lebensdroge sehen und das unreflecktiert hinnehmen , nun dann dürfen wir uns leider nicht über diese auswüchse, mit all ihren schlimmen folgen , wundern....
ein umdenken ist gefordert und zwar von der gesellschaft in allen bereichen, aber bitte nicht mit irgendwelchen gesetzlichen verboten, die würden im gegenteil den konsum noch mehr anheizen, nein die berichterstattung in und über die medien muss verändert werden!
junge menschen haben andere vorbilder und naturgemäß leichter zu beienflussen und genau an diesem punkt muss angesetz werden. das geht aber nur,wenn alle gesellschaftlichen kräfte mit wirken und nicht gegeneinder arbeiten ....