DJ-Duo "Kill the Tills" Hunderte Tennisbälle in der Blumenbar
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Ein Phänomen, das die Formen der Ausgehkultur verändert hat. Früher wurden Veranstalter oder DJs zumeist nur als Namen auf Flyern wahrgenommen, man entschied stets nach dem Ort. War der Club gut, musste auch die Veranstaltung gut werden, so die Faustformel. Doch jetzt geht es mehr um die einzelnen Personen, die den Abend gestalten: der DJ, der Visual Artist, der Kurator - ein Faktor, der zur Popularität dieser Menschen beiträgt.
Sind DJs also die neuen Rockstars? Dieser Schluss wäre naheliegend, vor allem wenn man Phänomene wie Kill the Tills oder auch andere betrachtet. "Die Wertschätzung des Publikums den Künstlern gegenüber hat sich auf jeden Fall geändert", darin sind sich Milen und Amédée einig. Aber Hysterie nur aufgrund von einer Person? Das ist vielleicht höchstens bei internationalen Acts wie Boyze Noize oder SebastiAN der Fall.
Aber dennoch wird Nachtleben mittlerweile anders wahrgenommen. Das auch dank Leuten wie Kill the Tills, die Nachtleben eben nicht nur als hohlen Hedonismus, sondern als ernstzunehmendes Element einer urbanen Kultur interpretieren und mit neuen kreativen Formen eines "Kunst-Nightlife-Mashups" maßgeblich zu dessen Etablierung beitragen. Also eine Kombination von Kunst und Party.
Ein Beispiel für ihre Veranstaltungen ist die Lesungsreihe "Nachts, wenn der Autor kommt". Zuletzt gestalteten sie dafür mit hunderten von Tennisbällen in der Blumenbar ein Environment, das den Anlass des Abends aufgriff. Zu Gast war Tom Kummer, der berüchtigte Plagiat-Journalist, der in den vergangenen Jahren etablierte Zeitungen und Magazine mit gefälschten Interviews hinters Licht geführt hatte und nun als Tennislehrer in Kalifornien lebt. Die Veranstaltung war als eine Kombination aus Lesung und Clubabend geplant, aber was dann letztlich entstand, war eine Art interaktives Happening zwischen Autor und Publikum.
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So viel positive Aufmerksamkeit hatte Kummer schon lange nicht mehr bekommen. Wie zu erwarten, war es voll gewesen, sind doch Veranstaltungen der Tills zumeist ohnehin ein Selbstläufer. Während des Abends nutzen Autor und Publikum dann die Tennisball-Deko, beschrifteten sie mit seinen Texten und spielten sich im wahrsten Sinne des Wortes die Bälle zu. Was daraus entstand, war eine Kombination aus Party und Literatur, der Autor mittendrin - wieder einmal einer dieser legendären Kill the Tills-Abende mit Milen und Amédée.
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