Von Helmut Zeller

Einem 22-jährigem Karlsfelder und seiner Freundin wird eine Serie von Diebstählen zur Last gelegt. Jetzt wurde das Paar auf frischer Tat ertappt.

Besser hätte es für die Fürstenfeldbrucker Kripobeamten nicht laufen können. Der Einbrecher saß vor dem aufgebrochenen Tresor und sortierte Geldscheine, als die Fahnder am Mittwochmorgen in Dachau zuschlugen. Dem 22-Jährigen und seiner 27-jährigen Freundin wird eine ganze Serie von Einbrüchen im Münchner Umland zur Last gelegt.

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Einem jungen Mann und seiner Freundin legt die Polizei eine Serie von Einbrüchen zur Last. (© Foto: ddp (Symbolbild))

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Der 22-jährige Mann aus Karlsfeld zählte laut Polizei um 8.45 Uhr im Wohnzimmer der Dachauer Wohnung seiner Freundin, wohin er die Beute aus einem Einbruch in der Nacht zuvor gebracht hatte. Der aufgebrochene Tresor, der aus einer Ebersberger Arztpraxis stammt, stand noch auf dem Boden. Die 27-jährige Dachauerin wollte gerade die Wohnung für Besorgungen verlassen, da drängten die Fahnder in den Wohnungsflur.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord teilte mit: "Die Beamten zeigten sich hoch erfreut über den Erfolg sowie den gewählten Zeitpunkt der geplanten Durchsuchung." Keine Frage, schließlich konnten die Ermittler einen vierstelligen Bargeldbetrag, von dem 22-Jährigen sauber gestapelt, sicherstellen. Der mutmaßliche Täter staunte einem Polizeisprecher zufolge nicht wenig über diesen Coup der Fahnder, die mit einem gerichtlichen Durchsuchungsbeschluss in der Hand an der Haustür läuteten.

Die Festnahme des Gaunerpärchens war von langer Hand vorbereitet. Schon vor längerer Zeit sei das Einbrecherpaar ins Visier der Ermittler geraten, die eine ganze Serie ähnlicher Tresordiebstähle im Münchner Umland aufklären wollten. Die beiden sollen mindestens sechs Einbrüche in den Landkreisen Ebersberg, Dachau und Starnberg verübt haben.

Das Paar hatte sich auf Arztpraxen und soziale Einrichtungen spezialisiert. Den bisherigen Ermittlungen zufolge soll das Paar insgesamt ungefähr 6000 Euro Beute gemacht haben. Im Verhör durch Kripobeamte in Fürstenfeldbruck legten beide ein Teilgeständnis ab, wie die Polizei mitteilte. Zunächst hatten die Fahnder eigentlich nur den 22-Jährigen in Verdacht gehabt. Er war der Polizei im Zusammenhang mit Drogengeschäften aufgefallen.

Eine Chance, aus der Sache rauszukommen, hatten sie ohnehin nicht mehr: Während die Beamten die Dachauer Wohnung der Frau durchsuchten und verschiedene Einbruchswerkzeuge fanden, nahmen sich Kollegen die Wohnung des 22-Jährigen in Karlsfeld vor.

Die Kripobeamten fanden auch dort belastendes Material: Im Keller seiner Wohnung hatte der 22-Jährige noch einen Tresor, der ebenfalls aufgebrochen worden war, und mehrere Geldkassetten aufbewahrt. Die Ermittlungen dauern noch an, der 22-jährige Dachauer sitzt in Untersuchungshaft, seine Lebensgefährtin wurde nach der Vernehmung wieder frei gelassen.

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(SZ vom 21.08.2009/ksp)