Videoaufnahmen haben die Beteiligten einer Massenschlägerei identifiziert. Der DFB will gegen 81 "Schickeria"-Fans ein Stadionverbot verhängen.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will gegen 81 Anhänger des FC Bayern München ein Stadionverbot verhängen. Im August 2009 hatten Mitglieder des Fanklubs Schickeria drei Polizisten am Würzburger Bahnhof verletzt. Einer der Beamten erlitt zwei Rippenbrüche, die beiden anderen Prellungen und Schürfwunden. "Wir gehen nach einem Gespräch in München und den uns vorliegenden Unterlagen davon aus, dass alle 81 Betroffenen eindeutig als Mittäter identifiziert sind", sagte der DFB-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn.
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Wegen einer Massenschlägerei auf einem Bahnsteig will der DFB nun gegen den Fanklub Schickeria vorgehen und Stadionverbote verhängen. (© Foto: dpa)
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In diesem Fall sei der DFB und nicht der FC Bayern zuständig. "Die Vereine sind zuständig bei Vorfällen im Stadion oder in der jeweiligen Stadt", so Spahn. "Hier handelt es sich aber um einen sogenannten Drittort, dann ist der DFB in der Verantwortung." Der FC Bayern gab dementsprechend noch keine Stellungnahme zu den Entwicklungen ab.
Die Polizisten waren in den Zug gestiegen, um Sachbeschädigungen zu begutachten. Dort schlug ein Fan einem Beamten ins Gesicht. Als ihn drei Polizisten aus dem Wagen zerrten und festhielten, eilten Freunde herbei, um ihn zu befreien. Videoaufnahmen zeigen 90 Personen auf dem Bahnsteig, 81 davon bewegten sich nach Angaben der Münchner Polizei in Richtung der Schlägerei mit den Polizisten. Die Ermittler identifizierten diese Personen nun anhand der Aufzeichnungen. Laut Zeugenaussagen der Polizisten sollen die 81 Mitglieder der Ultragruppierung alle an der Aktion gegen die Beamten beteiligt gewesen sein.
"Derzeit sind 22 Verfahren anhängig", sagte der Würzburger Leitende Oberstaatsanwalt Dietrich Geuder, "aber es werden noch mehr folgen, hauptsächlich wegen Landfriedensbruch, einzelne auch wegen Körperverletzung." Die weiteren Vorwürfe lauten auf Sachbeschädigung und Gefangenenbefreiung. Anklagen gibt es noch nicht, die Staatsanwaltschaft prüft noch den Sachverhalt. "Nach unseren Richtlinien können Stadionverbote bereits erlassen werden, sobald Ermittlungsverfahren eingeleitet werden", erklärte der DFB-Sicherheitsbeauftragte Spahn.
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(SZ vom 20.01.2010/hes)
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Wohl nur das Operettenpublikum der Bayern kann auf die Idee kommen Zweck des Fussball wäre es einen Familienevent zu bieten.
mehr oder minder deutlich auf. Warum kommen die dann immer noch ins Stadion? Offensichtlich ist den Bayern-Granden das sichere Geld und die Unterstützung von rund 100 (oder wieviel auch immer) Leutchen wichtiger, als deren Gesinnung. Wer sowas Personen fortgesetzt duldet, oder nur halbherzig dagegen vorgeht, muss sich deren Überschreitungen auch zurechnen lassen.
Allerdings verstehe ich die Aufregung einiger im Forum nicht wirklich. Zum Einen zeigt die Erfahrung doch, dass meist strafrechtlich oder OWi-mäßig kaum was dabei herauskommt, was manchmal gar nicht so gut ist, andererseits hätte man als Verein Bayern rechtzeitig etwas unternehmen können, um Einzelne frühzeitig auszusortieren. Dann überlegt sich's der weniger extreme Rest schon, ob er die Dauerkarten riskieren will. So fühlen sich diese Typen doch eher bestärkt und seitens des Vereins unterstützt. Wenn sich nun schon der DFB zum Handeln gezwungen sieht, hat man vereinsseitig deutlich zu lange nichts unternommen.
@ Kasilio: Ihre Kritik am Foto teile ich, - ohne konkreten Bezug zum Vorfall (nicht zum Verein) geht's doch auch mal ohne Bild! (Aber Fotos vom Rippenbruch, - wie haben Sie sich das vorgestellt? Ein Röntgenbild vom Betroffenen? *g*)
Der Querverweis zu U-Bahn-Schlägereien geht jedoch fehl, weil es hierbei nicht um die Nachricht an sich ging, sondern um die Mithilfe der Bevölkerung beim Auffinden der Gestörten. Ansonsten vermeidet man generell gerne konkrete Darstellungen, weil sie Anwälten die Argumentation zur Vorverurteilung ermöglichen, bzw. einen Revisionsgrund liefern können.
Und die Tatsache, dass Polizisten jobbedingt häufiger physischen und pöbelnden Angriffen ausgesetzt sind, und darauf auch vorbereitet werden, oder dass man im Ausland noch weniger macht, ist doch überhaupt kein Argument! Solche Spinner haben bei öffentlichen Veranstaltungen nichts verloren!
Inzwischen kann man doch zu vielen Spielen nicht mehr mit seinen Kindern gehen, weil man Ausschreitungen befürchten muss. (Die Amis schaffen's bei viel größeren und mindestens ebenso Testosteron-beladenen Veranstaltungen konsequent ein echtes Familienereignis daraus zu machen, - und das, obwohl etliche Sportler hier den Anabolika-Missbrauch vorleben, der bekanntlich nicht friedlich macht.)
Weder war der Vorfall in München, geschweige denn in/vor der Allianz-Arena, noch waren es eingesessene langjährige BayernFans wie auf dem Bild zu sehen ist.
Die Schickeria ist eine vom FCB-Vorstand mal mehr meist weniger geduldete 'Fanvereinigung', die aber sicher keine Fan-Kutten tragen sondern hauptsächlich schwarze Jacken mit vielleicht einem Schal.
Aber wenn die Redaktion innerhalb von 20 Sekunden ein Archivbild mit Aussagekraft findet ist das immer noch reisserischer als ein Bild eines Rippenbruchs.
Interessant müsste doch die 'Meute' aus der Sicht der Überwachungskameras sein, die kriegt man anscheinend nur bei U-Bahn-Prüglern zu sehen.
Und was die Überschrift angeht, ich schließe mich den Vorrednern an, das sind keine Bayern-Fans. Diese hier nutzen nur die Symbolkraft des Vereins um auf einer Ebene Krawall zu machen um eine Öffentlichkeitswirkung zu erreichen, die sie ohne Fussball nicht erreichen würden.
Und ohne jetzt diese Aktion zu zerreden (Polizisten bekommen oft eine drauf, egal ob von Betrunkenen, Demonstranten oder sonstigen selbsternannten Autonomen - und das wissen die Polizisten auch, sobald sie einen Zug räumen müssen) - im Ausland und da zähle ich schon die neuen Bundesländer mit ihren Drittligateilnehmer, aber allen voran die italienische Serie A ist die Lage um ein vielfaches Schlimmer und schon seit langem aus dem Ruder gelaufen.
Was sich so alles Fussballfan nennt, sieht man ja jedes Wochenende in den Nahverkehrszügen.
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