Deutsche Post Münchner Briefträger bekommen Blitzeisfrei

Achtung, Blitzeis? Die Briefträger sollen vorsichtshalber zuhause bleiben.

(Foto: dpa)
  • Weil die Straßen am Samstagmorgen spiegelglatt sind, bekommt ganz München keine Briefe.
  • Die Gesundheit der Mitarbeiter geht vor, heißt es von Seiten der Post.
  • Vor allem im Süden und Osten Deutschlands hat Blitzeis in der Nacht zu Hunderten Unfällen geführt.

Münchner Briefträger bleiben zuhause

Ganz München war am Samstagmorgen von einer feinen Eisschicht überzogen. Wer konnte, blieb daheim - sogar die Briefträger. Die Deutsche Post hat in den frühen Morgenstunden beschlossen, wegen des Blitzeises die gesamte Briefzustellung in der Landeshauptstadt ausfallen lassen. "Die Gesundheit der Mitarbeiter ging vor, das Verletzungsrisiko war zu groß", sagte Postsprecher Klaus-Dieter Nawrath.

Gut 700 Münchner Zusteller, die in der Regel mit dem Fahrrad oder zu Fuß die Briefe austragen, bekamen frei. Dass im Winter vereinzelt Stadtviertel wegen Glätte nicht beliefert werden können, sei üblich. Eine ganze Stadt nicht zu beliefern, sei allerdings sehr selten, sagte Nawrath. Pakete und Päckchen werden am Samstag wie üblich ausgetragen, weil die DHL-Boten mit dem Auto unterwegs sind. Postkarten und Briefe landen erst am Montagmorgen in den Briefkästen.

Flüge fallen aus

Auch am Münchner Flughafen verursachte das Blitzeis Unregelmäßigkeiten. Um die beiden Start- und Landebahnen enteisen zu können, mussten diese abwechselnd gesperrt werden. Damit fehlten vorübergehend 50 Prozent der Kapazität. 40 Flüge wurden annulliert, es kam zu erheblichen Verspätungen. Am Vormittag entspannte sich die Lage etwas, beide Start- und Landebahnen konnten wieder geöffnet werden.

Hunderte Unfälle in ganz Deutschland

In weiten Teilen Deutschlands kam es auf eisglatten Fahrbahnen Verkehrsunfällen. Allein Baden-Württemberg meldet 145 Unfälle und drei Schwerverletzte. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, war in Bayern besonders die Mitte des Bundeslandes betroffen. Am gefährlichsten sei es im Bereich zwischen Coburger Land und Alpenvorland gewesen. Dort herrschten in der Nacht auf Samstag bei bis zu minus 15 Grad Celsius auch die niedrigsten Temperaturen.

Hunderte Unfälle auf spiegelglatten Straßen

Allein das Lagezentrum in Baden-Württemberg meldet 145 Unfälle und mindestens drei Schwerverletzte. mehr ...

In Stuttgart rutschte ein Auto vom Uferdamm in den Neckar. Fahrer und Beifahrer konnten sich selbst befreien und wurden von Rettungskräften aus dem eisigen Wasser gezogen. Sie kamen in Krankenhäuser.

Im Laufe des Samstags sollte sich die Lage wieder entspannen, in der Nacht auf Sonntag dürfte es deutlich seltener zu Glätte kommen. Von Sonntag auf Montag wird es laut DWD voraussichtlich regnerisch, ab Montagfrüh bleibt es trocken und wird deutlich milder.