Deutsche Bahn Lufthansa verzeichnet eine große Nachfrage auf der Strecke

Bei der Lufthansa gibt man sich indes betont entspannt - und das, obwohl München-Berlin zu den renditestarken "Rennstrecken" zählt. Allerdings verzeichne der Konzern schon aufgrund der Pleite von Air Berlin aktuell eine "große Nachfrage", heißt es bei der Fluglinie. Deshalb habe man auch das Angebot ausgedehnt: Zählte die Lufthansa im Winterflugplan 2016/17 nach Angaben einer Unternehmenssprecherin noch 98 Flugbewegungen wöchentlich zwischen Bundes- und bayerischer Landeshauptstadt, so sind es in dieser Saison 119. Auf einigen Flügen setze man zudem größere Jets vom Typ Airbus A 340-600 ein, um die Nachfrage abzudecken, erklärt die Sprecherin. Sonderangebote als Reaktion auf die Bahn plane man daher nicht.

Um dennoch zeitsensible Kunden an sich zu binden, bietet die Fluggesellschaft seit Sommer den "Smart Depart" an - den cleveren Abflug. Dabei können Passagiere, die von München aus nach Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und Berlin-Tegel fliegen, im Terminal 2 eine für sie reservierte Sicherheitsschleuse nutzen - und zwar in der Zeit von 6 bis 8.30 Uhr sowie von 16 bis 18.30 Uhr. Zudem schaue man, dass die Abfluggates möglichst nahe bei den Kontrollen liegen; die Einsteigezeit habe man bei diesen Flügen von 30 auf 20 Minuten verkürzt, sagt der Münchner Lufthansa-Chef Wilken Bormann: "Wir haben die einzelnen Reiseschritte so optimiert, dass die Zeitersparnis deutlich spürbar ist."

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Die Verbindung Berlin-München ist nach Angaben der Betreibergesellschaft die aufkommenstärkste Inlandsverbindung am Münchner Flughafen. An Spitzentagen seien bis zu 9000 Passagiere unterwegs. Doch auch die Airport-Strategen geben sich entspannt: Der von der DB propagierte Zeitvorteil sei gar nicht so groß.

Wer etwa im Münchner Umland wohne, der müsse ja auch erst mal zum Hauptbahnhof, um den ICE zu erreichen - das sei mitunter ähnlich aufwendig und zeitraubend wie die Fahrt ins Erdinger Moos. Und um die Geschäftsreisenden buhlt der Flughafen, indem er immer wieder neue Lounge-Konzepte kreiert, in die sich Fluggäste zum Arbeiten zurückziehen können.

Zudem würden Umsteiger, die beispielsweise aus Berlin nach München fliegen, um hier in einen Jet nach Stockholm, San Francisco oder Singapur zu wechseln, sicher nicht erst mit dem Zug zum Münchner Hauptbahnhof fahren und anschließend mit S-Bahn oder Zubringerbus raus zum Airport zuckeln. "Die bleiben im System", heißt es bei der Lufthansa. Anders würde es freilich aussehen, wenn der Flughafen einen Anschluss an das Fernnetz der Bahn hätte. Einen solchen fordern zwar Flughafenchef Kerkloh sowie Umweltschützer und Verkehrsverbände seit Jahren schon in seltener Eintracht - umgesetzt wurde dieser Plan aber bislang nicht.

Flixbus plant keine Sonderangebote

Bleibt als weiterer Konkurrent das Münchner Unternehmen Flixbus, das mit seinen Fernbussen seit der Marktliberalisierung im Jahr 2013 der DB im Fernverkehr ordentlich zugesetzt hat. Aber auch dort sieht man nach Auskunft eines Sprechers der Bahn-Konkurrenz gelassen entgegen. Mit zwölf Busverbindungen pro Tag und Richtung zähle die Strecke zu den wichtigen im Unternehmen, man verzeichne eine "hohe Nachfrage" und eine "sehr gute Auslastung" - Zahlen nennt der Sprecher ebenfalls nicht. Sonderangebote soll es auch hier keine geben.

Im Luftverkehr wird aber in naher Zukunft noch ein weiterer Anbieter mitmischen. Easyjet kündigte am Mittwoch an, vom 5. Januar an insgesamt 19 Städte im In- und Ausland regelmäßig von Berlin-Tegel aus anzufliegen. Die höchste Frequenz ist auf der Strecke München-Berlin mit durchschnittlich 14 Flügen pro Tag geplant. Damit ersetzt Easyjet teilweise Verbindungen der insolventen Air Berlin. Die zuständigen Behörden müssen der Abwicklung des Geschäfts aber noch zustimmen.

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