Von Christian Rost

Grob ist der Scherz, doch die Polit-Prominenz lacht. Und die Abgewatschten trugen es mit Fassung - oder taten zumindest so.

Die beiden Abgewatschten trugen es mit Fassung. "Schlimmer ist es, nicht erwähnt zu werden", meinte der CSU-Fraktionschef im Landtag, Georg Schmid, tapfer. Michael Lerchenberg als Bruder Barnabas hatte ihm allseits heftige Anbiederungsversuche als Hände greifender "Schüttelschorsch" attestiert.

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Und der andere Schmid, der Münchner Oberbürgermeisterkandidat der CSU, Josef Schmid, musste sich als "Seppi" auslachen lassen und sogar aufstehen. "Damit man sieht, wer sie gewesen sind", wie Barnabas frotzelte. Schmid spielte mit und sagte hinterher, er sei "zufrieden mit den Erwähnungen". Er sei ja sogar noch im Singspiel vorgekommen. Allerdings nur als "der Kandidat" bezeichnet.

Die Eminenz der SPD, Hans-Jochen Vogel, seit 1948 am Nockherberg Beobachter, bedauerte den CSU-Kandidaten hinterher: Eine öffentliche Hinrichtung sei die Predigt in Teilen gewesen. Da habe sogar der Fastenprediger vom Vorjahr, Django Asül, die Grenzen besser beachtet, meinte Vogel. FDP-Chef Guido Westerwelle fand Lerchenberg "als Schauspieler grandios", manches in der Predigt aber zu platt. "Ich mag es als Gentlemen nicht, wenn die Generalsekretärin der CSU als Barbipupperl bezeichnet wird."

CSU-Chef Erwin Huber war kurz vor Beginn des Anstichs völlig alleine im Saal erschienen. Ohne Entourage und mit einem abgerungenen Lächeln sah er ziemlich gebeutelt aus. Durch die Landesbank-Affäre? "Schön ist das natürlich nicht", sagte Huber. Da er den Nockherberg aber ohnehin als eine Art "großen öffentlichen Beichtstuhl" empfindet und durch den Beifall "Sünden als vergeben" ansieht - Schwamm drüber.

Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) erschien mit seiner Frau Marga und recht ausgezehrt vom vielen Fasten der letzten Wochen: "Sehen Sie mich überhaupt noch?", grinste er in die Reporterrunde und gab sich schadenfroh. Er freue sich, "wenn's andere trifft", sagte Beckstein und meinte damit das Derblecken und nicht das aktuelle Tagesgeschäft, wie er versicherte.

Kabarettist Ottfried Fischer, neuerdings mit Vollbart und nach seinem Parkinson-Geständnis von den Medien am Nockherberg sichtlich geschont, lobte den Prediger Lerchenberg uneingeschränkt: Man sollte ihn in den Kreis der Kabarettisten aufnehmen. Auch Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) jubelte: "War toll", rief er über die Tische hinweg.

Der Fachmann für Predigten im Saal, der neue Münchner Erzbischof Reinhard Marx, schien überrascht von den Heftigkeiten, die ein Bier-Mönch so von sich geben darf. Trotzdem: "Mir hat's gefallen", sagte Marx, er war seit Jahren der erste höhere Kirchenvertreter beim Starkbieranstich. Mitarbeiter hatten ihm den Termin ans Herz gelegt.

Sorgen mussten sich die Tischnachbarn um Claudia Roth machen. Die Grünen-Politikerin platzte fast bei jeder Pointe, vor allem als sie im Singspiel als pilgernde Esotherik-Tante noch eine besondere Würdigung erfuhr. SPD-Chef Kurt Beck, der Barnabas "glänzend" fand, konnte auf seinen Statthalter in München stolz sein: OB Christian Ude kam als sich ständiger anpreisender Easy Rider gut weg im Vergleich zur CSU-Konkurrenz. Da konnte er leicht schwärmen von der "phantastischen Leistung" der Akteure.

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(SZ vom 22.02.2008)