Bully Herbig hat einen neuen Animations-Film: "Lissi und der wilde Kaiser". Für Constantin Film ist es neben "Pornorama" die zweite Premiere in einer Woche. Vorstand Thomas Peter Friedl über seine Unternehmensstrategie.
Für die Münchner Constantin Film AG ist es eine Woche auf dem roten Teppich. Gleich zwei Premieren stehen an: Marc Rothemunds Komödie "Pornorama" und Bully Herbigs Animiations-Spektakel "Lissi und der wilde Kaiser", das nach einer beispiellosen Werbekampagne am 25. Oktober mit 750 Kopien in die deutschen Kinos kommt.
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Bully Herbig stellt seinen neuen Film vor. (© Foto: dpa)
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Im Gespräch erläutert Constantin-Vorstand Thomas Peter Friedl, wie die Strategie seines Unternehmens aussieht und warum sich in diesen Tagen entscheidet, ob das Kinojahr 2007 ein Erfolg wird.
SZ: Zwei Münchner Premieren in einer Woche, geht einem da nicht die Puste aus?
Friedl: Für diese Doppelung gibt es Gründe - zum einen die Wiesn, die zwei Wochen lang alle anderen Aktivitäten in München blockiert. Da noch eine Filmpremiere draufzusetzen, wäre verrückt. Zum einen startet "Pornorama" am Donnerstag, wir waren also etwas unter Zeitdruck, und am gleichen Tag hatten wir die einzige Chance, den Herkulessaal in der Residenz für unsere Lissi-Premiere zu bekommen - eine perfekte Kulisse.
SZ: Wenn Bully Herbig eine Premiere hat, sind die Erwartungen ungeheuer, die der Fans und die der Kinobetreiber. Braucht der Filmemacher überhaupt noch eine solche Marketing-Power?
Friedl: Selbstverständlich. Wir müssen hart für den Erfolg arbeiten. Auch wenn Bully als Produzent, Regisseur und Schauspieler eine der stärksten Marken im Filmgeschäft ist, besonders in diesem Fall, weil es sich hier um einen CGI-Film - einen Animationsfilm - handelt. Das ist ein ganz anderes Produkt, das wir nun dem Zuschauer vorsetzen. Wir haben deshalb auf langfristige Planung gesetzt und schon vor 14 Monaten mit den ersten Teasern im Kino begonnen. . .
SZ: . . . ebenfalls sehr ungewöhnlich.
Friedl: Das kann man auch nur mit großen Filmthemen machen, sonst ist das Publikum schnell genervt. Bei Bully Herbig haben wir mit drei Teasern und zwei Trailern immer mal wieder etwas Neues gezeigt. Das hat gut funktioniert, auch weil "Lissi und der wilde Kaiser" mit einem Augenzwinkern an die Sissi-Filme mit Romy Schneider anknüpft, die seit Jahren an Weihnachten mit sehr guten Quoten laufen. Das ist deutsches Kulturgut.
SZ: Höhepunkt der Kampagne war der damenhafte Auftritt bei Gottschalk am vergangenen Samstag. Anders als im Film war Bully Herbig dort in vollem Kaiserin-Ornat zu sehen. Musste das sein?
Friedl: "Wetten, dass. . ." ist noch immer die beste Plattform, um alle Altersstufen und ein größtmögliches Publikum zu erreichen. Es war ein starker Auftritt. Man hat aber auch gesehen, dass es wenig sinnvoll gewesen wäre, einen Realfilm zu drehen. Bully Herbig als aufgetakelte Sissi, und das zwei Stunden lang, das wäre dann doch zu viel des Guten; und er hatte auch wenig Lust, drei Monate lang im Rock durch das österreichische Kaiserreich zu tanzen. . .
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