Deutschland hat bereits gewählt, "Habseligkeit" heißt das schönste deutsche Wort. Egal. "Mir san mir" und deshalb haben Tausende von Bayern sich an einem Extra-Wettbewerb beteiligt, um den bayerischen Gewinner zu küren.
Nach dem Wettbewerb um das schönste deutsche Wort haben sich die Bayern auf ähnliche Suche begeben. Der Bayerische Rundfunk (BR) hat zum Wettbewerb um das liebste Wort der Bayern aufgerufen, an diesem Sonntag ist Einsendeschluss.
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Die Resonanz hat schon jetzt alle Erwartungen übertroffen. Bisher seien über 7.200 Vorschläge eingegangen, sagt der zuständige BR-Redakteur Tassilo Forchheimer. "Wir rechnen mit über 8.000 Vorschlägen am Ende." Das liebste bayerische Wort soll Emotionen wecken. "Wer es hört, bei dem entstehen Bilder vor Augen", sagt Martin Wölzmüller vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege. Er ist Mitglied und Koordinator der unabhängigen Jury.
Mit Rücksicht auf die verschiedenen Dialekte in Bayern werden jeweils ein Vorschlag aus Franken, Schwaben und Altbayern sowie ein in ganz Bayern gebräuchliches Wort als Gewinner ausgewählt. Die Einsender müssen ihre Vorschläge kurz begründen.
Erinnerung an Kindertage
Für den bairischen Dialekt in Altbayern schlug ein Einsender aus Günding den "Breznsoiza" (Brezensalzer) vor und schrieb dazu: "Wenn mein Bruder und ich in Kindertagen Ärger mit dem Nachbarsjungen hatten und uns darüber bei unserem Vater beschwerten, so hat er in aller Regel gefragt "Warum regts eich übahaupt auf über den dammischen Breznsoiza?" Mittlerweile wenn ich mich über jemanden ärgere, denke ich mir "auch so ein Breznsoiza" und fühle mich danach viel besser."
Aus Bad Wiessee wurde der altbayerische Begriff "Obazda" (Angemachter - eine Käsespezialität) eingereicht. "Bei "Obazda" denke ich an Biergarten. A griawige Brotzeit. Sonnenschein durch ein grünes Blätterdach und a scheen's koid's Weißbier. Ist ein lustiges Wort und schmeckt gut."
Zu den Vorschlägen zum fränkischen Dialekt gehörte auch "Achgodderla" (oh je, ach du lieber Gott). Dazu hieß es in einem Schreiben aus Lohr am Main: "Das Wort ist einfach so süß und wenn es meine Schwester, die in Mittelfranken wohnt, ausspricht, fühle ich mich immer in meine Jugend zurückversetzt."
Beim schwäbischen Dialekt gehörte "Aminaschlupferle" (An-mich-ran-Schlupferle - liebevolles Wort für das kleinste und noch ganz kuschelige Kind in der Familie mit Betonung auf der dritten Silbe) zu den Vorschlägen. Im Schreiben aus Weilheim hieß es dazu: "Wenn ich ganz dicht in der Sofaecke neben meiner Großmutter saß und in die Glut des Kachelofens hineinschaute, dann verstand ich, wie viel liebevolle Geborgenheit dieses Wort ausdrückte."
Bewußtsein für heimische Dialekte schärfen
Zu den bairischen Worten gehörten auch "arschlings" (rückwärts, von hinten), "aggrat" (genau), "Baatz" (Matsch, Brei), "Gfui" (Gefühl), "Gifthaferl" (leicht zornig werdende Person) und "griabig" oder "griawig" (gemütlich).
Fürs Fränkische wurden neben vielen anderen Worten vorgeschlagen: "äbbes" oder "ebbes" (etwas), "Allmächd" (Allmächtiger - Ausruf des Erstaunens), "Ärschla" (Hintern), "Gaggerla" (Ei) und "Gaggerleskuupf" (Eierkopf).
Aus Schwaben kamen Vorschläge wie "a Bäffzgar" (ein kleiner Hund), "Bäsla" (Cousine), "Gaddadierle" (Gartentüre) oder "Glubschbollala" (Augen).
Für gesamtbayerische Worte wurden neben vielen anderen vorgeschlagen: "aufgebrezelt" (aufgedonnert), "aufwehzwick" (oh, oh je), "bacherlwarm" (lauwarm) und er Ausruf "gää" (das gibt's doch nicht). Besonders oft wurden nach BR-Angaben Grußformeln wie "Grüß Gott" und "Pfüat di" (behüte dich Gott) in ihren verschiedenen Varianten vorgeschlagen.
Die Gewinner werden am 23. November bekannt gegeben. Die Veranstaltung wird ab etwa 17.32 Uhr live übertragen im "Bayernmagazin" des BR-Hörfunkprogramms "Bayern 1" und in "Wir in Bayern" im Bayerischen Fernsehen. Der zur Jury gehörende "Dialekt- Papst" Ludwig Zehetner ist begeistert von der regen Teilnahme: "Das schärft das Bewusstsein für den heimischen Dialekt."
(Internet: Die Vorschläge an den Bayerischen Rundfunk: www.br-online.de/bayerisches-wort)
(dpa)
Brasiliens Präsidentin Roussef
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