Es sieht aus wie Science Fiction

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Die Abdrücke bestehen aus Talg und Schweiß. "Pro Quadratzentimeter Haut hat jeder Mensch 200 Schweißporen", erklärt Immerz. Die Spuren müssen am Tatort oder im Labor mit Pulver und Chemikalien sichtbar gemacht und mit einem Tesafilm abgezogen werden. Dann kommen sie zu Immerz und seinen Kollegen, der sie mit der bundesweiten Datenbank abgleicht.

Es sieht aus wie Science Fiction, wenn Immerz an seinem Computer arbeitet. Er markiert Auffälligkeiten an den Abdrücken mit Pfeilen, zoomt die Abdrücke heran, vergleicht sie mit anderen, die so ähnlich aussehen. Dann verändert er die Hintergrundfarbe, um bessere Kontraste zu bekommen. "Jeder Mensch hat 80 bis 120 Individualisierungspunkte", erklärt der Sachverständige. Manche haben Bogenmuster aus Papillarlinien an den Fingerkuppen, manche Wirbel, manche Schleifen.

Wenn Immerz die Übereinstimmungen zwischen Tatortspuren und Abdrücken des Systems am Computer verglichen hat, muss er sie schließlich noch einmal mit der Lupe verifizieren muss. Erst dann ist der Treffer vor Gericht beweisfähig. Früher, mit Karteikarten, haben Abgleichungen Wochen gedauert. "Da hatten wir 80 bis 120 Treffer im Jahr", erzählt Immerz. Heute, mit dem Afis-Programm, sind es 800 bis 1100.

"Der Vorteil an der Daktyloskopie ist, dass es niemals zweimal den gleichen Fingerabdruck gibt", sagt Eva Schichl, die das Dezernat leitet und damit für alle in Bayern registrierten Fingerabdrücke von knapp 600000 Personen zuständig ist. Eineiige Zwillinge dagegen hätten die gleiche DNS. 2003, als ihre Mitarbeiter noch einmal die Altfälle aufrollten, seien außer Burkhard H. fünf andere Mörder im Nachhinein gefasst worden, sagt Schichl. Bei der anstehenden Überprüfung ungeklärter Delikte hoffen die LKA-Beamten nun, auch das dritte Mitglied der Ausreißerbande aufzuspüren, die 1973 Rolf Prinz tötete.

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(SZ vom 20.11.2009/hs/sonn)