Zeitzeugenberichte Alltag im KZ Dachau

Neue Ausstellung in einer der zwei rekonstruierten Baracken

Nach monatelanger Vorbereitung hat die KZ-Gedenkstätte Dachau zwei neue Ausstellungen eröffnet: Bei der einen, noch provisorisch gestalteten Ausstellung handelt es sich um zehn Tafeln, die in einer der beiden rekonstruierten Lagerbaracken am ehemaligen Appellplatz gezeigt werden. Auszüge aus Erinnerungsberichten ehemaliger Häftlinge informieren die Besucher über die demütigenden Haftbedingungen im Konzentrationslager Dachau, in dem mehr als zweihunderttausend Menschen aus ganz Europa gefangen und 41 500 Menschen ermordet wurden. Die Zeitzeugenberichte auf den Tafeln vermitteln einen Eindruck von dem Terror, den die SS an den Häftlingen verübte. Für die kommenden Jahre ist, so Gedenkstättenleiterin Gabriele Hammermann, eine Generalsanierung und Neugestaltung der 1965 errichteten Baracken geplant. Die Ausstellung wurde bereits zu den Feierlichkeiten zum 71. Jahrestag der Befreiung des KZ am 29. April 1945 geöffnet.

Zeitgleich öffnete die Ausstellung "Beweise für die Nachwelt", die erstmals 60 Werke des Dachau-Überlebenden Georg Tauber (1901-1950) präsentiert. Mit seinen Zeichnungen dokumentierte er den gewaltsamen Alltag im KZ Dachau, die Ankunft der US-amerikanischen Truppen und das Leben im Lager nach der Befreiung. Georg Tauber, der von den Nationalsozialisten als "asozial" stigmatisiert worden war, engagierte sich für die politische Anerkennung "vergessener" KZ-Opfer, denen in Deutschland lange Zeit nach dem Krieg noch die Anerkennung als Naziopfer verwehrt worden war.